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100.000 Opfer wollen Öl-Multi Trafigura vor Gericht bringen

Neun Jahre nach einem verheerenden Giftmüll-Transport in die Elfenbeinküste ziehen mehr als 100.000 Betroffene in den Niederlanden gegen den Erdölkonzern Trafigura vor Gericht. Neben einer Erstattung der Entsorgungskosten verlangen sie eine Entschädigung von je 2.500 Euro und damit insgesamt fast 280.000 Millionen Euro, wie am Freitag von Anwälten verlautete.

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Trafigura sei für die körperlichen, moralischen und wirtschaftlichen Schäden der Betroffenen regresspflichtig, heißt es in der Klageschrift, die dem Konzern schon zugestellt wurde. Beim Gericht in Amsterdam soll sie am 2. März eingereicht werden, sagte der Anwalt Mathieu Cencig.

Trafigura hatte 2006 das Frachtschiff “Probo Koala” für den Transport von 500 Tonnen Giftmüll gechartert. Das Schiff machte vor seiner Fahrt in die Elfenbeinküste in Amsterdam Halt. Dort hätte der Giftmüll ursprünglich aufbereitet werden sollen. Stattdessen wurde der Müll aber im August 2006 auf offenen Halden der Stadt Abidjan entsorgt. Nach Angaben der ivorischen Justiz starben 17 Menschen, knapp 100.000 erlitten Vergiftungen.

Der multinationale Trafigura-Konzern hat stets bestritten, dass die Todesfälle und schwere Gesundheitsschäden auf die Giftmüllverklappung zurückzuführen seien. Er wollte am Freitag zunächst keine Stellung zu der Klage beziehen. Die Zentrale von Trafigura sitzt zwar in der Schweiz, dennoch ist der Konzern in den Niederlanden eingetragen.

2011 hatte die niederländische Justiz eine Forderung von Greenpeace ausgeschlagen, Trafigura wegen des Skandals in der Elfenbeinküste vor Gericht zu stellen. Zur Begründung hieß es, keines der Opfer lebe in den Niederlanden, und die Vorwürfe bezögen sich auf Vorkommnisse außerhalb des Landes. Die Kläger wollen die Argumentation nun umschiffen und haben deshalb eine niederländische Stiftung für die Opfer gegründet.

Die Regierung der Elfenbeinküste hatte sich schon 2007 mit Trafigura gegen Zahlung von umgerechnet 152 Millionen Euro darauf geeinigt, nicht gerichtlich gegen den Konzern vorzugehen. 2009 hatte die Firma dann doch umgerechnet 33 Millionen Euro an etwa 30.000 Betroffene gezahlt. Nun werde für Entschädigung für all jene gestritten, die bisher leer ausgegangen seien, sagte Anwalt Cencig.



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