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120 Bewerber wollen auf die NEOS-Liste

NEOS-Chef Strolz sucht neue Mitstreiter NEOS-Chef Strolz sucht neue Mitstreiter - © APA
120 Menschen wollen bei der Nationalratswahl für die NEOS kandidieren. Bei einer Mitgliederversammlung am Donnerstag in Brunn am Gebirge haben sich die Bewerber vorgestellt und wurden alle zur Vorwahl zugelassen. Endgültig entschieden, wer am 15. Oktober kandidieren darf, wird Anfang Juli. Indes prognostiziert eine von den NEOS in Auftrag gegebene Umfrage den Wiedereinzug in den Nationalrat.

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NEOS-Obmann Matthias Strolz machte seinen potenziellen Kandidaten Mut. Es sei klar, dass nicht alle 120 Bewerber ins Parlament einziehen werden, zeigte er sich realistisch. Dennoch wolle man eine rot-schwarze Mehrheit verhindern. Sein Motto für die Wahl: “Wir werden eine kraftvolle Überraschung des 15. Oktober sein.”

Neu ist diesmal, dass der Spitzenkandidat eigens gewählt wird – dieser wird aller Voraussicht nach wieder Matthias Strolz heißen. Dennoch haben sich beim Hearing am Donnerstag sieben weitere Kandidaten für diesen Platz qualifiziert. Sie sind allerdings eher unbekannt und dürften daher nur geringe Chancen haben, für die NEOS an erster Stelle anzutreten. Von weniger ernst zu nehmenden Kandidaturen wollte man bei der Oppositionspartei allerdings auch nicht reden.

Nächster Schritt bei der Listenerstellung ist ein Online-Dialog bis 26. Juni. Gleich darauf bis 4. Juli startet die öffentliche Vorwahl im Internet für alle Bürger. Dieses Votum zählt allerdings nur zu einem Drittel: Am 7. Juli entscheidet noch der NEOS-Vorstand über Bundes- und Landeslisten. Beim großen Parteitag am 8. und 9. Juli geben schließlich auch noch die Mitglieder ihre Stimme ab. Aus diesem Prozess ergibt sich der verbindliche Wahlvorschlag für die Nationalratswahl 2017.

Derzeit kämpfen die NEOS, die bei der vergangenen Wahl gleich beim ersten Antreten ins Parlament eingezogen sind, um einen Wiedereinzug in den Nationalrat. Zu kämpfen hatte die Oppositionspartei auch mit Abgängen etablierter Abgeordneter, wie zuletzt Rainer Hable und zuvor Niko Alm. Wichtig sei es nun, dass nach der Vorwahl zur Listenerstellung niemand aus Enttäuschung heraus wieder abspringe, appellierte Strolz an die Kandidaten, denn: “Bürgerbewegung heißt langer Atem.”

“Der Wahltag ist wichtig – aber länger als der Wahltag dauern die fünf Jahre danach”, erinnerte der NEOS-Gründer die Kandidaten auch an ihre Verantwortung. Und auch daran, dass es Mut brauche, für die “Bürgerbewegung” zu kandidieren, verbauten sich manche Bewerber doch durchaus Karrierechancen in ihren Brot-Jobs. Der interne Konkurrenzkampf müsse nun in Würde und Anstand ablaufen, die kommenden vier Wochen seien eine Phase des Wettbewerbs und somit eine “heikle Phase”.

Mut machte Strolz auch mit einem historischen Vergleich, nämlich mit dem indischen Revolutionär Mahatma Gandhi, der für ihn “eine große Inspiration als politische Figur” sei. Sein Motto gelte auch für die NEOS: “Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Man sei auch nicht wehleidig, sondern lediglich “anders”. Wenn andere Parteien pinke Botschaften kopierten, sei dies durchaus eine “Auszeichnung”.

Über mögliche Allianzen wollen die NEOS erst bei der nächsten Mitgliederversammlung am 8. und 9. Juli diskutieren, wobei Strolz noch kryptisch blieb. Nur so viel: “Wir haben noch einige strategische Pfeile im Köcher, noch nicht alle spitz, noch nicht alle eingespannt.” Eines der Ziele müsse aber sein, Schwarz-Rot unter 50 Prozent zu bekommen und den Populisten nicht das Land zu überlassen. Als Motto gab der NEOS-Gründer aus: “Nicht links, nicht rechts, sondern nach vorne.”

Einstimmig angenommen wurde bei der Mitgliederversammlung im niederösterreichischen Brunn am Gebirge das Wahlkampfbudget von 2,5 Mio. Euro. Dieses soll sich zum Großteil aus Spenden und Darlehen zusammensetzen. Für den Nachmittag war das “Hearing” der Kandidaten für die Liste anberaumt. Diese präsentieren sich – wie bei einer Messe – an eigenen Ständen. Auch Strolz sollte in dieser Form für sich als Spitzenkandidaten werben.

Während andere von Medien in Auftrag gegebene Umfragen die NEOS zuletzt bei vier bis fünf Prozent sehen, prognostiziert eine von der Oppositionspartei selbst in Auftrag gegebene Befragung sechs Prozent und damit den fixen Wiedereinzug in den Nationalrat. Dafür befragte das Institut meinungsraum.at Ende Mai insgesamt 800 Österreicher. Die ÖVP liegt dabei mit 31 Prozent vor der SPÖ mit 28 Prozent. Die FPÖ kommt auf 24 Prozent, die Grünen auf neun Prozent. Der Anteil der unentschlossenen Wähler liegt laut der Umfrage bei 22 Prozent, jener der Nichtwähler bei zehn Prozent.

(APA)



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