12. Oktober 2012 11:36; Akt.: 12.10.2012 13:34

19-Jährige in Wien-Donaustadt angeschossen: Großvater war Schütze

Mit einer Schrotflinte schoss der Großvater versehentlich auf die Enkelin Mit einer Schrotflinte schoss der Großvater versehentlich auf die Enkelin - © APA (Sujet)
Im Fall um eine junge Frau, die angeblich bei einem Spaziergang mit ihrem Hund in Wien-Donaustadt von Schrotkugeln getroffen wurde, hat die Polizei nun eine Klärung erreicht. Mit überraschendem Ergebnis: Die 19-jährige hatte bei ihrer Schilderung des Tathergangs nicht die Wahrheit gesagt.

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Wie berichtet, hatte sich am 21. September eine 19-jährige schwangere Frau bei der Polizei gemeldet, weil sie laut eigenen Angaben bei einem Spaziergang mit ihrem  Freund und ihrem Hund auf einem Feldweg unweit des Telefonwegs in Donaustadt aus dem Hinterhalt von einem Unbekannten angeschossen worden war. Zahlreiche Schrotkugeln sollen sie bei dem Vorfall im Gesichts- und Brustbereich getroffen und verletzt haben.

Schwere Verletzungen durch Schüsse

Ihr 21-jähriger Lebensgefährte, der bei dem Spaziergang ebenfalls dabei gewesen war, bestätige den Vorfall bei seiner Einvernahme. Die Frau wurde mit schweren, jedoch nicht lebensgefährlichen Verletzungen in ein Spital gebracht. Nach langwierigen polizeilichen Ermittlungen gelang es nun, den wirklichen Tathergang zu klären und den Beschuldigten auszuforschen.

Die durch die Ermittler durchgeführten kriminaltechnischen Untersuchungen, wie unter anderem ein sogenannter Beschusstest, ließen Zweifel an der geschilderten Tathandlung entstehen. Was die Spezialisten dabei stutzig machte: Aufgrund der Verletzungen musste der Schuss aus in unmittelbarer Nähe abgegeben worden sein. Aus diesem Grund wurde das 19-jährige Opfer am Donnerstag nach ihrer Krankenhausentlassung einvernommen.

Das geschah wirklich in Wien-Donaustadt

Nach anfänglichem Leugnen schilderte die junge Frau eine vollkommen andere Tatversion: Sie sei in Wahrheit von ihrem 76-jährigen Großvater aus Versehen angeschossen worden. Der Mann, der im gemeinsamen Haus lebte, hatte sie aus Unachtsamkeit beim Hantieren mit einem Kleinkalibergewehr getroffen. Die Enkelin wollte ihn durch ihre unwahren Behauptungen schützen, daher behauptete sie im Krankenhaus, von einem Unbekannten attackiert worden zu sein.

Der 21-jährige Lebensgefährte wird nun wegen falscher Beweisaussage angezeigt. Seiner Freundin dürfte nichts mehr passieren: Sie wurde bisher nicht offiziell einvernommen – was unter anderem eine Belehrung über ihre Rechte voraussetzen würde und bestimmten Formvorschriften folgt – sondern nur im Krankenhaus von Beamten befragt. Der junge Mann war jedoch zu den Vorfällen in Donaustadt bereits polizeilich einvernommen worden.

(apa/red)



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