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21er Haus zeigt heimische Vertreter konkreter Kunst

Belvedere-Chefin Agnes Husslein Belvedere-Chefin Agnes Husslein
“Da sich die Nachbarschaft langsam mit Leben füllt”, will Belvedere-Chefin Agnes Husslein 2016 “einen wesentlichen Fokus” auf das 21er Haus nahe dem Hauptbahnhof legen, wie sie am Mittwoch anlässlich der Ausstellungen “Abstract Loop Austria” und “Edgar Knoop” sagte. Mit konstruktiven und konkreten künstlerischen Tendenzen der Nachkriegszeit zeige man eine “in der Rezeption oft übergangene” Sparte.

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Zentrum der Schau “Abstract Loop”, die bis zum 29. Mai im ersten Stock zu sehen ist, sind mit Marc Adrian, Richard Kriesche, Helga Philipp und Gerwald Rockenschaub vier österreichische Positionen. Die größtenteils in den 1960er-Jahren entstandenen Werke werden dabei durch Arbeiten des in den USA zu Erfolg gekommenen Deutschen Josef Albers, der Italienerin Marina Apollonio oder des Franzosen Francois Morellet in einen internationalen Kontext gestellt, der deutlich macht, wie sehr sich Künstler unterschiedlichster Länder “in Zeiten vor dem Internet parallel ähnliche Gedanken gemacht haben”, wie Kurator Axel Köhne erläuterte.

In der Ausstellung dominieren geometrische Formen, optische Täuschungen und knallige Farben. So beschäftigte sich der 2008 verstorbene Marc Adrian etwa schon Ende der 1950er-Jahre in seinen Objektkästen und Hinterglasmontagen mit kinetischen Effekten und optischen Strukturproblemen. Im 21er Haus sind auch einige seiner Filme – wie etwa “Schriftfilm” (1959/60) und “UAREI” (1977) – zu sehen. Auch Helga Philipp widmete sich in ihren frühen Plexiglasarbeiten optischen Phänomenen im Sinne der Op-Art. Die Präsentation ihrer Arbeiten reicht bis in die 1990er-Jahre, aus denen etwa ein zwei Meter langer Metallspiegel zu sehen ist. Aus ihrem Todesjahr 2002 stammt eine titellose 16-teilige Serie von Screenprints.

Kriesche wiederum schuf seine Werke schon damals auf Basis mathematischer Codes und klar definierter Regeln, zunächst noch mithilfe von Acryl und Glas. Aus dem Jahr 2001 stammt die Serie “datenwerk:mensch”, in der er auf verschiedene Arten seinen genetischen Code in C-prints verbildlichte. Als Vertreter der nachfolgenden Generation sind Arbeiten Rockenschaubs zu sehen, in denen er in den 1980er Jahren die optische Erforschung der Oberfläche und der visuellen Wahrnehmung aufgriff. Aus dem Jahr 2002 stammt seine aus farbloser PVC-Folie konstruierte aufblasbare Skulptur, die einen zentralen Punkt der Schau einnimmt. Einen aktuellen Beitrag liefert er mit der violetten Wandgestaltung der Ausstellungsräume. Ab 7. April ergänzt eine Teilrekonstruktion der 1967 gezeigten Schau “Kinetika” im Erdgeschoß die nunmehriger Präsentation.

Im Wotruba-Saal im Untergeschoß findet sich ein weiterer Anknüpfungspunkt: Bis 28. März zeigt das 21er Haus unter dem Titel “subway 813” auf Basis einer Schenkung eine Werkpräsentation von Edgar Knoop von den 1970er-Jahren bis heute. “Knoop hinterfragt die Zuverlässigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zu Farbe und Licht und lenkt die Aufmerksamkeit auf den psychologischen Ursprung unseres Farbempfindens”, heißt es im Begleittext. Auch er schuf – wie seine Kollegen in “Abstract Loop” – zahlreiche Farbprofile, lichtkinetische Reliefs oder Leuchtstoffobjekte.

(S E R V I C E – 21er Haus: “Abstract Loop Austria. Marc Adrian, Richard Kriesche, Helga Philipp, Gerwald Rockenschaub” von 28.1. bis 29.5. sowie “Edgar Knoop. subway 813” von 28.1. bis 28.3. Katalog “Abstract Loop Austria”, 232 Seiten, 29 Euro.)



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