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356.500 Beschäftigte in Österreich verdienen unter 1.500 Euro

Die Sozialpartner soll Lösungen zum Mindestlohn bis Mitte 2017 suchen Die Sozialpartner soll Lösungen zum Mindestlohn bis Mitte 2017 suchen - © APA
Der von der SPÖ und Arbeitnehmervertretern geforderten Mindestlohn von 1.500 Euro brutto  wird von der Regierung auf die Sozialpartner ausgelagert. Diese müssen nun bis Mitte 2017 Lösungsvorschläge vorweisen.

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Einer gesetzlichen Festschreibung haben Arbeitnehmer- wie Arbeitgebervertreter aber schon zuvor eine Absage erteilt, sie hätten den Mindestlohn gerne in den jeweiligen Kollektivverträgen reingeschrieben.

Mehr als 350.000 Beschäftigte verdienen weniger als 1.500 brutto

Die Betroffenen verdienen weniger als 8,67 Euro brutto die Stunde. Das trifft zu zwei Drittel Frauen und zu einem Drittel Männer. Insgesamt müssen 12,2 Prozent aller Beschäftigten der Privatwirtschaft mit weniger als 1.500 Euro brutto im Monat auskommen. Unter dem Bruttostundenlohn von 8,67 Euro lagen 149.100 Vollzeit- und 207.400 Teilzeitbeschäftigte. Manche Berufstätige, etwa die Taxler, bringen es bei einem Vollzeitjob gerade einmal auf 1.300 Euro brutto.

1.700 Euro brutto für Gewerkschaft vertretbarer Mindestlohn

Geht es nach den Gewerkschaften, dann wäre 1.700 Euro brutto ein vertretbarer Mindestlohn. Erst vorige Woche hat die Verkehrs- und Tourismusgewerkschaft vida an Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl einen Brief mit der Forderung nach einer Anhebung des Mindestlohnes gestellt. Als Niedriglohnbranche zeigt sich die Beherbergung und Gastronomie, wo 120.000 Beschäftigte bzw. 56,6 Prozent der Beschäftigten der ganzen Branche für weniger als den Bruttostundenlohn von 8,67 Euro arbeiteten. Trinkgelder wurden hier nicht berücksichtigt. Im Bereich “Handel; Instandhaltung und Reparatur von Fahrzeugen” waren 52.400 bzw. knapp jeder zehnte Beschäftigte von Niedriglohn betroffen.

Branchen unter 1.500 Euro Mindestlohn

Im Bereich “sonstige wirtschaftsnahe Dienstleistungen”, zu dem u. a. Arbeitskräfteüberlassung, Wach- und Sicherheitsdienste oder Gebäudebetreuung zählen, waren 24,4 Prozent aller Beschäftigten bzw. 50.600 zu Niedriglöhnen tätig. Im Bereich “Kunst, Unterhaltung und Erholung” verdiente jeder Fünfte in der Branche bzw. 9.200 Personen unter dem Grenzwert. Höhere Löhne werden in der Produktion und bei Banken und Versicherungen gezahlt: In der “Herstellung von Waren” lagen nur 3,8 Prozent bzw. 20.900 Personen unter dem Bruttostundenlohn von 8,67 Euro, bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen waren es 3,9 Prozent.

Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung

Die Daten beziehen sich auf die Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2014 der Statistik Austria. Diese umfasst unselbstständig Beschäftigte in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten in der Privatwirtschaft. Die Berechnung enthält eine Zuschätzung für Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Die Daten werden von den Unternehmen gegeben. Land- und Forstwirtschaft sowie der Öffentliche Dienst sind nicht erfasst.

(APA/Red.)



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