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60. Opernball wird “augenzwinkernde” Hommage

Desiree Treichl-Stürgkh hört nach Opernball 2016 auf Desiree Treichl-Stürgkh hört nach Opernball 2016 auf
Auch wenn Organisatorin Desiree Treichl-Strügkh am Dienstag bekannt gegeben hat, nach dem Opernball am 4. Februar ihre Funktion niederzulegen, so laufen die Vorbereitungen für die prestigeträchtige Veranstaltung weiter auf Hochtouren. Die heurige Ausgabe steht ganz im Zeichen des Jubiläums des Events, das zum 60. Mal nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert wird.

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“Wir haben ein bisschen augenzwinkernd auf den ersten Ball geschaut. Was war damals? Wer hat damals eröffnet, was wurde gespielt, was wurde getrunken, gegessen, wo wurde überall getanzt?”, erzählte Treichl-Stürgkh bei der traditionellen Pressekonferenz im Sangeshaus. In vielen Elementen des Balls wird Bezug auf die Vergangenheit genommen – in der Eröffnung, mittels Ausstellung oder beim Blumenschmuck.

So können sich die Gäste im Marmorsaal eine Foto-Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom ersten Opernball nach dem Zweiten Weltkrieg ansehen. Zudem sind auf großen Tafeln am Saaleingang, die Namen der Debütanten der Tanzveranstaltung im Jahr 1956 aufgelistet. Am ersten Nachkriegsball debütierte auch der Juwelier Sven Boltenstern, dessen Tochter Maria Boltenstern heuer die Swarovski-Krönchen der jungen Damen des Eröffnungskomitees kreierte.

Auch in der Eröffnung wird die Vergangenheit zelebriert. Die 144 Debütantenpaare werden zu einem Potpourri mit Ausschnitten der meistgespielten Eröffnungen der vergangenen 60 Jahre tanzen: die “Annen-Polka”, die “Feuerfest-Polka”, den Einzugsmarsch aus “Der Zigeunerbaron” und der “Radetzkymarsch”. Zudem steht mit dem “Klipp-Klapp Galopp” erstmals keine Polka auf dem Programm der Komiteedarbietungen. Die traditionellen Teile wie die “Fächerpolonaise” von Carl Michael Ziehrer oder Johann Strauß’ “An der schönen blauen Donau” bleiben bestehen.

“Es wird sehr, sehr schwungvoll”, versprach Eva Dintsis vom Opernballbüro. Choreografiert wird die Eröffnung von der Wiener Tanzschule Roman Svabek, die in den vergangenen Jahren schon für den Einzug und Eröffnungswalzer verantwortlich war.

Wie man es sich von einem Opernball erwartet, werden auch namhafte Künstler eine große Rolle bei der Eröffnung spielen. So wird der spanische Opernsänger Placido Domingo nicht nur singen – nämlich u.a. ein Duett mit der russischen Sopranistin Olga Peretyatko -, sondern auch das Staatsopernorchester dirigieren, kündigte Staatsoperndirektor Dominique Meyer an. Neben den arrivierten Ballett-Stars wie Kirill Kourlaev oder Olga Esina, wird heuer auch wieder der Nachwuchs der Ballettakademie mitwirken – in Johann Strauß’ “Accelerationen Walzer” und nach einer Choreografie von Vladimir Malakhov.

Auch was die Dekoration betrifft, so wurden Neuerungen bekannt gegeben: Der Gustav-Mahler-Saal soll mit einem eigens von der französischen Künstlerin Elise Mougin-Wurm, Ehefrau des Künstlers Erwin Wurm, entworfenen Pavillon aufgepeppt werden. Mougin-Wurm zeichnet sich außerdem für das diesjährige Opernball-Plakat verantwortlich, auf dem ein buntes Durcheinander von Blumen, Instrumenten, Würstel und Ballett-Tutus zu sehen ist. In einer neu gestalteten Lounge im dritten Stock werden außerdem Edel-Wodka-Drinks serviert.

Auch neue Töne werden in der Ballnacht in der Staatsoper zu hören sein: Erstmals spielen im Ballsaal das “Bernd Fröhlich Orchester” mit Monika Ballwein, in der Galerie-Bar das “pt art orchester” und die Band “Spotlight” bekommt im Marmorsaal Unterstützung: Von 00.30 bis 1.00 Uhr werden “The Rats Are Back” auftreten. Dabei handelt es sich um ein Bandprojekt der Puls 4-Moderatoren Norbert Oberhauser und Volker Piesczek und dem Sänger Eric Papilaya bzw. Josef “Pepe” Schütz.

Der Blumenschmuck soll heuer laut Treichl-Stürgkh etwas “bescheidener, reduzierter” ausfallen. Dekoriert wird mit “Blütenwolken”. Beim ersten Opernball habe es übrigens überhaupt keine Blumen gegeben, sondern Büsche und Palmen, erinnerte die Organisatorin.

Ein besonderes und einmaliges Andenken können die Ballgäste wie auch die Besucher der Generalprobe erwerben: In limitierter Edition wird eine unterhaltsame “Opernball-Benimm-Fibel” verkauft, in der die Organisatorin den Text und Staatsopern-Tenor Benedikt Kobel Karikaturen beisteuern. Erhältlich ist das Druckwerk gegen eine Mindestspende von fünf Euro. Der Erlös kommt dem Projekt “Pier 47” von “Rettet das Kind Salzburg” zu Gute, das sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmert.

Treichl-Stürgkh versprach jedenfalls im Anschluss an die Pressekonferenz, bei der sie überraschend auch ihren Rücktritt als Organisatorin bekannt gab, dass die bevorstehende Veranstaltung ihr “Prunkstück” werde: “Es war jeder Ball immer mit derselben Energie und derselben Anstrengung verbunden. Der Ball ist natürlich besonders”, sagte sie im Gespräch mit Journalisten.



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