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61 Tote nach Luftangriffen in Nordsyrien

Noch unklar, wer für den verheerenden Luftschlag verantwortlich ist Noch unklar, wer für den verheerenden Luftschlag verantwortlich ist - © APA (AFP)
Nach Luftangriffen auf einen Markt im Norden Syriens ist die Zahl der Opfer nach Angaben von Aktivisten auf 61 gestiegen. Darunter seien auch fünf Kinder und sechs Frauen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Die Zahl der Toten könne weiter steigen, da es auch viele Verletzte gebe. Die Rettungsmaßnahmen liefen weiter.

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Der Markt in Atareb westlich von Aleppo sei am Montag mindestens dreimal getroffen worden. Ob die Angriffe auf den von Rebellen besetzten Ort von syrischen oder russischen Kampfflugzeugen ausgeführt wurden, war zunächst unklar.

Abdel Rahman Hassan von der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme sprach von 60 Toten und rund 300 Verletzten. Die Weißhelme würden in den Trümmern nach weiteren Opfern suchen.

Von Aktivisten im Internet veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten Horrorbilder von schweren Zerstörungen, Toten und panisch fliehenden Zivilisten. Atareb befindet sich in einem Gebiet, das eigentlich durch ein Deeskalationsabkommen geschützt ist. Das Abkommen war erst im Mai zwischen den syrischen Verbündeten Russland und Iran sowie der Türkei geschlossen worden.

Amnesty International hatte der syrischen Regierung und oppositionellen Gruppen am Montag vorgeworfen, die Zivilbevölkerung weiter massiv anzugreifen. “Während angebliche “Deeskalationszonen” und “Versöhnungsabkommen” ausgehandelt werden, sehen wir vor Ort das Gegenteil”, sagte Rene Wildangel von Amnesty International in Deutschland bei der Präsentation eines Berichts zur erzwungenen Vertreibung wegen “Versöhnungsabkommen”. Vor allem syrische Regierungstruppen hätten Menschen gezielt vertrieben und getötet, um ihre Position in Verhandlungen mit der bewaffneten Opposition zu verbessern.

Omar, ein Augenzeuge der Luftangriffe auf Atareb, sagte, zunächst seien vier Raketen in ein Gefängnisareal eingeschlagen, das fast völlig zerstört worden sei. Alle Insassen seien dabei ums Leben gekommen. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter wurden auch drei Polizisten getötet. Ein zweiter Luftschlag habe den Markt getroffen, auf dem etwa 100 Stände beschädigt worden seien, berichtete Augenzeuge Omar weiter. Etwa ein Drittel der Marktstände sei dabei komplett zerstört worden.

Derweil warb der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan für seine gemeinsame Erklärung mit den USA. Darin gehe es unter anderem darum, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) endgültig zu besiegen und die syrische Souveränität zu wahren, sagte Putin nach Gesprächen mit Erdogan am Montagabend im Schwarzmeerbadeort Sotschi.

Russland und die USA hatten das Papier am Rande des APEC-Gipfels in Vietnam am Wochenende aufgesetzt. Erdogan hatte die Erklärung vor dem Treffen mit Putin kritisiert. Wenn es für Syrien keine militärische Lösung gebe, wie es in dem Papier heiße, dann sollten Russland und die USA auch ihre Truppen von dort abziehen. Nun sagte Erdogan lediglich, die Türkei halte die Erklärung für wichtig.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rechtfertigte unterdessen die Anwesenheit iranischer Soldaten in Syrien. Sie seien wie die russischen Truppen legal in dem Bürgerkriegsland, sagte Lawrow am Dienstag in Moskau. Er dementierte Angaben, wonach eine neue Vereinbarung zwischen Russland, den USA und Jordanien für den Südwesten Syriens einen Abzug iranischer Bewaffneter vorsehe.

Das hatten vor allem israelische Medien gefolgert. Israel sieht sich durch die Anwesenheit iranischer Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz im Nachbarland Syrien bedroht.

Lawrow sagte, aus einer neuen Sicherheitszone im Südwesten sollten zwar “nicht-syrische Formationen” abgezogen werden. “Aber vom Iran oder genauer von iranischen Kräften ist dabei nicht die Rede”, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Russland mit seiner Luftwaffe und der Iran mit Bodentruppen unterstützen die Armee des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

(APA/dpa)



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