20. Juni 2012 18:19; Akt.: 20.06.2012 19:04

Adidas hat Ärger wegen eines “Sklaven-Turnschuhs”

Aufschrei lässt "Sklaven-Schuh" von Adidas wieder von der Bildfläche verschwinden. Aufschrei lässt "Sklaven-Schuh" von Adidas wieder von der Bildfläche verschwinden. - © Screenshot
Adidas hat mit einem außergewöhnlichen Turnschuh eine Welle der Empörung in den USA erzeugt.

alt Korrekturen melden

Kritiker aus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung warfen dem deutschen Konzern vor, mit symbolischen Fußeisen an den Schuhen die Sklaverei zu vermarkten. Der Versuch, mehr als 200 Jahre Entwürdigung nun mit Sportkleidung zu kommerzialisieren, sei “beleidigend, erschreckend und geschmacklos”, sagte der Politiker und Pastor Jesse Jackson (70). Adidas hatte die Modelle zunächst im Internet präsentiert. Wegen der Kritik kündigte das Unternehmen an, die Sneakers nicht auf den Markt zu bringen.

Die “JS Roundhouse Mids” sollten eigentlich ab August verkauft werden und angeblich 350 Dollar (rund 275 Euro) kosten. Sie sind weiß, grau, lila und schwarz und haben ein paar gelbe Applikationen. Das besondere der Kleinserie sollten Plastikringe sein, die mit einer Kette, ebenfalls aus Plastik, befestigt sind. Der Träger konnte die gelben Schellen um die Knöchel legen, wie Fußeisen von Sklaven.

“Unsensibel und unverantwortlich”

“Die Ketten von unseren Beinen zu nehmen und an die Schuhe zu packen, ist kein Fortschritt”, schimpfte Bürgerrechtler Jackson in der “Huffington Post”. Es sei “unsensibel und unverantwortlich”, wenn Adidas solche “entwürdigenden Symbole” vermarkte. “Diese Sklavenschuhe sind abscheulich, und wir als Volk sollten sie verdammen und zurückweisen.” Sollten sie wirklich auf den Markt kommen, werde es noch mehr Proteste geben.

Adidas nimmt Schuh wieder vom Markt

Dazu wird es nach Angaben des Unternehmens nicht kommen: “Unsere Intention war es nie, irgendjemanden zu verletzten, deshalb ziehen wir den Schuh zurück”, sagte Adidas-Sprecherin Katja Schreiber am Mittwoch. Die Welle der Empörung, die über den Sportartikelhersteller geschwappt ist, hat Adidas auch dazu bewogen, den Schuh auf seiner Facebook-Seite zu löschen. Und damit auch alle Kommentare entrüsteter User.

Weder das Unternehmen im fränkischen Herzogenaurach noch der Designer hätten jemanden beleidigen wollen: “Das war überhaupt nicht Jeremy Scotts Absicht. Er ist einfach ein sehr kreativer Designer.”

Scott sei sehr verspielt und habe etwa Micky-Mäuse oder Raubtierschwänze an seinen Modellen angebracht. Seine Absicht sei es nie gewesen, mit der Fußfessel am Schuh an die Sklaverei zu erinnern. Einen Imageschaden befürchtet der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt eigenen Angaben zufolge nicht.

(APA; Redaktion)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf austria.com
Häupl rechnet fix mit SP-VP-Mehrheit bei NR-Wahl
Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Vorsitzende Häupl rechnet fix mit einer Mehrheit für die derzeitigen [...] mehr »
Pakistan verlängert Hausarrest von Musharraf
Ein Gericht in Pakistan hat den früheren Militärherrscher Musharraf für weitere zwei Wochen unter Hausarrest [...] mehr »
Syrische Aufständische töteten Hisbollah-Kämpfer
Syrische Rebellen sollen in der Provinz Homs zehn Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz getötet haben. Angehörige [...] mehr »
Nordkorea feuerte Kurzstreckenraketen ins Meer
Nordkoreas Militär hat nach südkoreanischen Angaben am Samstag drei Raketen von seiner Ostküste ins Meer [...] mehr »
Toter und Verletzte bei Krawallen in Ägypten
Bei Zusammenstößen in der ägyptischen Stadt Alexandria ist in der Nacht auf Samstag ein koptischer Christ gestorben, [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Herbstkollektion von Popp & Kretschmer präsentiert

Forever 21: Die aktuellen Shorts-Trends

Angelika Ahrens hat es nicht ins Finale von Dancing Stars geschafft

Richard Lugner wurde vor Opernball um 150.000 Euro betrogen

66. Filmfestspiele in Cannes haben begonnen


Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung