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Al-Kaida gründete neuen Ableger in Südasien

Al-Kaida-Chef Aiman al-Zawahiri hat die Gründung eines neuen Ablegers des Terrornetzwerkes in Südasien angekündigt. Al-Kaida werde alles tun, um die Muslime dort von Unrecht und Unterdrückung zu befreien, sagte er in einer im Internet verbreiteten Videobotschaft. Experten sehen darin den Versuch, wieder ins Blickfeld zu gelangen, da die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Al-Kaida überschatte.

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Indien sei angesichts der Bedrohung besorgt und wachsam, erklärte das Innenministerium am Donnerstag in Neu Delhi. In dem fast einstündigen Video, das am Mittwochabend online gestellt wurde, nannte Zawahiri die Gründung eine gute Nachricht für Muslime in den Ländern Myanmar und Bangladesch. Außerdem sprach er von den indischen Regionen Assam, Gujarat und Kaschmir, wo viele Muslime leben. Zugleich forderte der Nachfolger von Osama bin Laden, auf dem indischen Subkontinent sollten die von “Feinden” errichteten Grenzen überwunden werden.

Das Video sei wahrscheinlich authentisch, sagte der indische Regierungssprecher P. Chandra Shekhar Rao. Nach Angaben des lokalen Senders CNN-IBN wurde die Polizei im ganzen Land in Alarmbereitschaft versetzt. “Wenn es ihr Plan ist, Chaos und Gewalt in Indien zu verbreiten, sollten sie wissen, dass sie eine angemessene Antwort erhalten”, sagte Mukhtar Abbas Naqvi von der Regierungspartei BJP.

Zawahiris neue Botschaft kommt mehr als zwei Monate, nachdem die jihadistische Gruppe IS in Syrien und im Irak ein “Kalifat” ausgerufen hat. Al-Kaida und IS waren früher verbündet. Mittlerweile sind sie jedoch verfeindet. Zum Bruch kam es in diesem Frühjahr, als die IS-Jihadisten ihr Aktionsgebiet gegen den Willen der Al-Kaida-Führung vom Irak nach Syrien ausdehnte.

Al-Kaida streite nun mit dem IS um Anhänger und Rekruten aus aller Welt, sagte Sandeep Patil von der Denkfabrik Gateway House in Mumbai. “In den Reihen von Al-Kaida macht sich die Befürchtung breit, dass sie durch den Aufstieg des Islamischen Staates zunehmend marginalisiert werden.” Auch finanzielle Mittel würden zunehmend Richtung IS fließen.

Im überwiegend von Hindus bewohnten Indien sind Muslime immer wieder Angriffen ausgesetzt. Die Spannung verschärfte sich noch, seit eine hindu-nationalistische Regierung im Mai die Amtsgeschäfte übernommen hat. Viele Muslime haben Angst vor Premierminister Narendra Modi, da unter seiner Regierung im Bundesstaat Gujarat im Jahr 2002 zahlreiche Massaker mit Hunderten Toten verübt wurden. Auch in Myanmar und Sri Lanka, wo vor allem Buddhisten leben, werden Muslime attackiert.

Al-Kaida hat laut Patil schon einmal versucht, in der Region stärker Fuß zu fassen. Dies sei aber an der Tötung der zentralen Figur Ilyas Kashmiri gescheitert. In Indien gibt es außerdem nationale extremisttische Gruppen, darunter die “Indian Mujahedeen” sowie zahlreichen Aufständische in der Unruheregion Kaschmir.

Außerdem operierte die Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba von Pakistan aus mehrfach auf dem Subkontinent. Bei einem tagelangen Angriff in der Finanzmetropole Mumbai im Jahr 2008 starben 166 Menschen. Die Polizei war damals unterbesetzt, unvorbereitet und katastrophal schlecht ausgestattet. Sicherheitsexperten meinen, daran habe sich bis heute nicht viel geändert.



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