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Alpbach - Finanzmarktgespräche mit breiter Perspektive

Beim Forum Alpbach wird heuer das traditionelle Bankenseminar durch Finanzmarktgespräche ersetzt, die vom 2. bis zum 4. September stattfinden. Im Fokus steht dieses Jahr die Beziehung zwischen Finanzmärkten und der Realwirtschaft.

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“Die Aufsicht, der Euro, die Zukunft des Finanzplatzes Europa, die Zukunft der Bankenregulierung – wir glauben, dass diese makroökonomischen Fragen die spannenderen Fragen sind”, erläutert Rainer Münz, Organisator der Alpbacher Finanzmarktgespräche, im Gespräch mit der APA.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 2. September, eine Diskussion über die künftigen Eigenkapitalvorschriften für Finanzinstitute. Zum Thema “Basel III” werden vier verschiedene Studien über die Folgen präsentiert: Eine aus Spanien von “la Caixa”, eine aus Österreich vom Institut für Höhere Studien (IHS) sowie zwei Studien über die globalen Auswirkungen, erstellt vom Bruegel (Brussels European and Global Economic Laboratory) sowie vom IIF (Institut of International Finance) in Washington. Über die Auswirkungen der künftigen Eigenkapitalvorschriften auf die Realwirtschaft diskutieren u.a. Finanzminister Josef Pröll (V), Erste Group-Chef Andreas Treichl sowie Miroslav Singer, erst seit 1. Juli amtierender tschechischer Notenbankgouverneur.

Die Zukunft des Euro steht am Freitag am Diskussionsprogramm: Teilnehmer sind Nationalbankchef Ewald Nowotny, sein ungarischer Kollege Andras Simor, der von der neuen rechtskonservativen ungarischen Regierung angefeindet wird, der belgische Notenbanker Peter Praet sowie Norbert Walter, bis Jahresende 2009 umstrittener Chefvolkswirt der Deutschen Bank, dem “Schwarzmalerei” bei den Konjunkturprognosen vorgeworfen worden war. Die neue europäische Aufsichtsarchitektur und ihre Auswirkungen werden u.a. von Bank Austria-Chef Willibald Cernko, Finanzmarktaufsichts-Vorstand Helmut Ettl und OeNB-Direktor Andreas Ittner diskutiert. Ein Teil der Aufsicht ist ja von den Nationalstaaten nach Brüssel gewandert, die Eingriffsmöglichkeiten der Aufsicht – und ihre Folgen – sollen näher erörtert werden.

Für das CEE-Panel wurden Vertreter von einem ungarischen und einem polnischen Think-Tank ausgewählt – Ungarn und Polen haben nächstes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft inne. Andras Inotai, Chef des Instituts für Weltwirtschaft an der ungarischen Akademie der Wissenschaften, und Pawel Swieboda, Chef von demosEuropa, Zentrum für europäische Strategie in Warschau, werden über die wirtschaftliche Zukunft Mittel- und Osteuropas debattieren. Auch der Finanzminister von Montenegro, Igor Luksic, und Herbert Stepic, Chef von Raiffeisen International, werden die für Österreich so wichtige Region unter die Lupe nehmen.

Die Realwirtschaft und die Finanzmärkte beschäftigen zum Abschluss der Finanzmarktgespräche noch eine Banker-Runde: Philippe Maystadt, Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), und Jan Fischer, designierter Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), werden die verschiedenen Aspekte diskutieren. Den großen Bogen von der Finanzwelt zu den Millenniums-Entwicklungszielen spannen dann abschließend Außenminister Michael Spindelegger (V), Bundespräsident Heinz Fischer und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon.



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