“Die Leute wollen das nächste Ding – und darüber bin ich super froh”, sagte Apple-Chef Tim Cook. Welchen Einfluss das Zögern auf die aktuellen Verkaufszahlen gehabt habe, lasse sich nur schwer beziffern. Fest steht aber, dass Apple in seinem dritten Geschäftsquartal vergleichsweise magere 26 Millionen iPhones verkaufen konnte. Das lag zwar 28 Prozent über dem Vorjahresquartal – Analysten hatten jedoch mit mehr als 28 Millionen Stück gerechnet. Zur Einführung des iPhone 4S im Weihnachtsquartal 2011 war Apple binnen drei Monaten sogar 37 Millionen Handys losgeworden.
Als Stütze erwies sich das hingegen das iPad-Tablet, dessen Verkäufe sich 17 Millionen Geräten im Jahresvergleich nahezu verdoppelten. Das war ein neuer Rekord. Apple hatte im Frühjahr die dritte Version des Tablet-Computers mit einer höheren Display-Auflösung herausgebracht.
“Wir sind glücklich mit dem Quartal”, betonte Finanzchef Peter Oppenheimer am Dienstag beinahe schon trotzig. Von den absoluten Zahlen her hat Apple auch allen Grund, zufrieden zu sein: Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 35,0 Mrd. Dollar (28,8 Mrd. Euro). Der Gewinn lag trotz aller Probleme bei 8,8 Mrd. Dollar und damit 21 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Aus Sicht der Börsianer war die Enttäuschung dennoch verständlich: In den vorangegangenen Quartalen hatte Apple 13,1 Mrd. beziehungsweise 11,6 Mrd. Dollar verdient.
Apple-Chef Tim Cook erklärte, auch sein Unternehmen spüre die Schuldenkrise in Europa: Die Verkäufe in Griechenland, Italien und Frankreich seien “besonders schlecht”, die in Deutschland hätten um weniger als zehn Prozent zugenommen. “Glücklicherweise stellen sich diese Probleme in den USA und in China nicht.” In Lateinamerika seien die Verkäufe “fast schon schockierend” stark gewachsen.