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Atomic will “trotz” Hirscher wieder beide Kugeln

Die beiden Atomic-Stars Shiffrin und Hirscher Die beiden Atomic-Stars Shiffrin und Hirscher - © APA
Trotz der Verletzung und des verspäteten Saisonbeginns von Marcel Hirscher will Atomic auch im kommenden Winter wieder beide großen Kristallkugeln nach Österreich holen. “Ich sehe das sogar als Vorteil. Marcel geht unbelastet und ohne Druck in die Saison”, sagte Österreich-Geschäftsführer Wolfgang Mayrhofer am Donnerstag beim traditionellen Media Day am Firmen-Stützpunkt in Altenmarkt.

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Dort hatten sich 2017 erstmals über 100 Medienvertreter akkreditiert, um zwei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden hauptsächlich den Status quo von Hirscher und Mikaela Shiffrin abzufragen. Diese beiden hatten im vergangenen Winter Hauptanteil daran gehabt, dass erstmals seit 27 Jahren beide Weltcup-Gesamtsieger aus dem Haus einer Ski-Marke gekommen waren.

Shiffrin ist vor dem Start der Olympia-Saison heiß auf den kommenden Winter. Nicht nur wegen der Chance auf neuerliches Olympia-Gold. Die 22-jährige Amerikanerin ist wegen der vielen verletzten Konkurrentinnen am Ende relativ leicht zum ersten Gesamtsieg gekommen, sie peilt nun das “Double” an. “Ich hätte dann schon das Gefühl, dass ich es wirklich verdient hätte”, gestand die junge Amerikanerin in Altenmarkt.

Als voraussichtlich härteste Konkurrentinnen nannte die Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin die beiden Durchstarterinnen des vergangenen Winters, die Italienerin Sofia Goggia sowie Ilka Stuhec aus Slowenien. Eine Beziehung zum französischen Team-Weltmeister Mathieu Faivre wollte Shiffrin nicht bestätigen. “Ich hasse das Wort offiziell”, wich sie lachend aus und ergänzte: “Er ist einfach ein Typ, mit dem man super reden kann.”

Mit Tina Weirather und dem Norweger Alexander Aamodt Kilde hat Atomic zwei Spitzenfahrer verloren, neu ist dafür u.a. die kanadische NorAm-Siegerin Ali Nullmeyer. Für die Big Points sollen bei der nach Eigendefinition “größten und modernsten Skifirma der Welt” aber ohnehin andere sorgen.

So auch Hirscher. “Im Sport ist alles möglich. Marcel kann unbelastet in den Weltcup starten. Ob er ein Rennen früher oder später loslegt, spielt keine so große Rolle”, traut Mayerhofer seinem Nummer-1-Fahrer trotz Knöchelbruchs alles zu.

Hirscher selbst ist sich da nicht so sicher. “Es ist möglich, aber eher unrealistisch”, sagte der “Ski-Weltrekordler” auf die Frage, ob er nach seinen sechs Gesamtsiegen in Folge auch einen siebenten in Serie schaffen kann. Zwar war der Salzburger tags zuvor erstmals wieder auf die Ski zurück gekehrt, am Donnerstag schmerzte der sechs Wochen davor gebrochene Knöchel aber wieder deutlich mehr.

“Das Wetter, der Pulver. Es war alles traumhaft. Bis zu dem Moment an dem du glaubst, du kannst so wie früher”, berichtete Hirscher über seine ersten Gehversuche auf Schnee, aus denen er am Ende gemischte Gefühle mitgenommen habe. “Okay, ich kann wieder Ski fahren. Aber ich bin noch weit entfernt davon, wo das wirklich anfängt. Für einen Touristen ist es super, aber für mich natürlich nicht”, gestand der Doppel-Weltmeister von St. Moritz.

Er müsse jetzt rasch so viele Schneetage wie möglich sammeln, betonte der Salzburger. Es gelte ja auch, die neuen und kürzeren Riesentorlauf-Ski ausführlich zu testen. Dabei helfen auch “Testfahrer” mit ähnlicher Statur mit.

Wann er wieder bei Rennen starten könne, könne er seriös nicht beantworten, betonte Hirscher. “Wenn es nach mir geht, am liebsten morgen. Gestern hätte ich noch gesagt bald, heute schaut es aber wieder so aus, also ob es länger dauern wird. Es wird also ein spannendes Up and Down.”

Er könne Laufen, Joggen, Springen, also alles. “Aber ans Skifahren muss ich meinen Fuß erst heranführen. Es ist ja doch nicht die schonendste Sportart.” Der Skischuh muss zumindest nicht speziell angepasst werden. “Ich habe keine Einschränkungen. Im Schuh ist es fast angenehmer als barfuß”, so Hirscher.

Auch zwei Atomic-Pilotinnen kommen im Olympia-Winter von Verletzungen zurück. Mirjam Puchner hat nach ihrem Schien- und Wadenbeinbruch vom vergangenen Februar bereits wieder leicht Riesentorlauf trainiert. “Das hat gut getan”, berichtete die Speed-Spezialistin aus Tirol. “Ich darf aber nicht enttäuscht sein, wenn es sich für Lake Louise noch nicht ausgeht.”

Michaela Kirchgasser hat sich im März bzw. Mai gleich beide Knie operieren lassen. Weil die Reha nun deutlich länger dauert, hat die routinierte Salzburgerin ihre neuen Speed-Pläne etwas revidiert. “Ich werde erst nach Killington entscheiden, ob es wirklich nach Lake Louise geht”, erzählte die Salzburgerin.

Die Kombi-WM-Dritte möchte im Finale ihrer Karriere vermehrt bei Speed-Rennen starten. Nun hat sie aber vorerst doch die Technikrennen in Levi und/oder Killington im Visier.

“Die Operationen waren wichtig. Es geht mir um einiges besser als letztes Jahr um diese Zeit”, erklärte die 32-Jährige. “Mein Wunsch wäre, schon in Levi zu starten. Die Erfahrung sagt mir aber, dass es mit diesen Verletzungen lange braucht, ich darf also nichts übertreiben. Wenn es erst Ende November los geht, ist es eben so.”

(APA)



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