Die Lasten wurden durch einen “positiven” Bilanzierungseffekt mehr als kompensiert. Weil die AUA sich durch die Umstellung ihres Pensionssystems durch den Betriebsübergang künftig viel an Pensionskosten und anderen Zahlungen (wie etwa Abfertigungen und Jubiläumsgeldern) erspart, hat sie jetzt aus diesen Positionen vorab rund 135 Mio. Euro auf die Gewinnseite verbuchen können.
AUA-Chef Albrecht will seine Halbjahresfinanzahlen selber nicht überbewerten: “Der Effekt ist einmalig und noch kein Turnaround. Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit”. Die Airline sei immer noch mitten in der Sanierungsphase. Dennoch werde es wegen der positiven Bilanzeffekte voraussichtlich auch im Gesamtjahr 2012 ein positives Ergebnis auszuweisen geben. “Ab 2013 soll es nachhaltig positiv sein”, fügte Albrecht hinzu.
Die Gewerkschaft vida reagierte empört: vida-Verkehrssektionsleiter Gottfried Winkler warf dem AUA-Management Bilanztrickserei und “vorgezogenen Raub bei den zukünftigen Pensionen” vor. Die Halbjahresbilanz sei auf Kosten der Mitarbeiter geschönt. “In der Angelegenheit der zukünftigen Pensionsverpflichtungen der AUA gegenüber ihren Beschäftigten ist aber noch lange nicht das letzte Wort gesprochen”, befand Winkler unter Hinweis auf die laufenden gerichtlichen Klagen von Gewerkschaft und Betriebsrat. In der AUA verwahrte man sich gegen die Vorwürfe. Die AUA-Spitze betonte, dass der Pensionstopf des fliegenden Personals (305 Mio. Euro) nicht angerührt wird. Es würden vielmehr die künftigen Pensionszahlungen in den Topf gedrosselt.
Die Lufthansa hat der AUA eine zur Restrukturierung nötige Kapitalerhöhung über bis zu 140 Mio. Euro zugesagt, geknüpft an Bedingungen. Wie von der deutschen Mutter weiter berichtet wurde, wurde im Juli die erste Tranche von 70 Mio. Euro umgesetzt.