12. Juni 2012 11:12; Akt.: 12.06.2012 11:12

Bartgeier-Dame aus dem Tiergarten Schönbrunn wird in Frankreich freigelassen

In Schönbrunn leben seit Jahren Bartgeier - dass diese freigelassen werden, ist keine Seltenheit In Schönbrunn leben seit Jahren Bartgeier - dass diese freigelassen werden, ist keine Seltenheit - © APA/Barbara Gindl
Eine junge Bartgeier-Dame aus Schönbrunn wird demnächst Französin. Das Vogelweibchen übersiedelt – und darf sich auf ein Leben in Freiheit in den französischen Alpen freuen.

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Am Montag hieß es für das drei Monate alte Bartgeier-Vogelweibchen “Bon voyage”. Die junge Dame ist zu einer Reise aufgebrochen, an deren Ende die Auswilderung in den französischen Alpen steht.

Bartgeier-Weibchen wird reise-chic

Zuvor muss die Bartgeierin noch einen “Friseurtermin” absolvieren: Um das Tier weiter beobachten zu können, werden einige seiner Federn eingefärbt, berichtete der Zoo am Dienstag. “Der Bartgeier, der größte heimische Greifvogel, war im Freiland bereits ausgestorben. Seit 1986 gibt es aber ein erfolgreiches Wiederansiedlungsprogramm, an dem sich auch der Tiergarten beteiligt”, sagte Harald Schwammer, zoologischer Abteilungsleiter in Schönbrunn.

“Dank der Freilassung von Tieren aus Zoos und Zuchtstationen leben im Alpenraum mittlerweile wieder rund 200 Bartgeier. In diesem Jahr sind im Freiland sogar 15 Küken geschlüpft”, erläuterte Hans Frey, der wissenschaftliche Leiter des Projekts. An dem Wiederansiedlungsprogramm sind Österreich, Frankreich und die Schweiz beteiligt.

Jungvogel ist Adoptivkind

Das Jungtier stammt ursprünglich aus der Greifvogelstation Haringsee in Niederösterreich. Seine Eltern nahmen es nicht an, daher wurde es vom Schönbrunner Bartgeier-Pärchen aufgezogen.

Mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern wirken die orange-schwarzen Vögel besonders mächtig. Sie waren in den Bergen oft bei toten Schafen anzutreffen. Die Bartgeier sind harmlose Aas- und Knochenfresser, die deswegen im 19. Jahrhundert fälschlicherweise für Kinderräuber und Lämmerdiebe gehalten und ausgerottet wurden.

(apa/red)



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