1. Oktober 2012 16:06; Akt.: 1.10.2012 16:11

Behinderte sollen zwangssterilisiert worden sein

Die Behindertenorganisation Lebenshilfe Tirol sieht sich erneut mit Vorwürfen konfrontiert – diesmal in Bezug auf eine Zwangssterilisation. Eine 34-jährige Tirolerin gab gegenüber “Radio Ö1″ an, vor rund drei Jahren gegen ihren Willen sterilisiert worden zu sein. Ihr sei die Einverständniserklärung zur Unterschrift vorgelegt worden, ohne sie lesen zu dürfen. Die Lebenshilfe wies die Vorwürfe zurück.

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Die Frau überlege laut dem Radio eine Klage. Die Sterilisation sei im Jahr 2009 nach einem routinemäßigen Besuch bei einem Frauenarzt im Spital durchgeführt worden. Als der Betroffenen die Einverständniserklärung von einer Betreuerin und einem Arzt vorgelegt worden sei, habe sie sich geweigert: “Ich habe gesagt: Das will ich nicht unterschreiben. Ich habe das nicht einmal lesen dürfen. Irgendeiner hat dann gesagt, ich muss das unterschreiben, sonst flieg’ ich aus der Lebenshilfe raus und bekomme Probleme”, wurde die 34-Jährige zitiert. Die Tirolerin sei ohne Schilddrüse geboren worden. Auch aufgrund traumatischer Erlebnisse in der Kindheit gelte die Frau als behindert.

Im Anschluss seien der Betroffenen unter Narkose die Eileiter abgeklemmt worden. Seither fühle sie sich als Frau abgewertet. “Ich hab kein Vertrauen mehr gehabt in die Menschen, ich war so enttäuscht und so verletzt. Ich fühle mich nicht mehr wie eine Frau”, meinte sie. Mit Unterstützung ihrer Sachwalterin wolle sie nun versuchen, die Sterilisation aufheben zu lassen. Die 34-Jährige und ihr Freund wünschten sich ein Kind. Allerdings liege die Chance, die Sterilisation rückgängig zu machen, laut der Frauenärztin der Betroffenen bei lediglich 50 Prozent.

Die Lebenshilfe Tirol hat die Vorwürfe der Frau zurückgewiesen. “Die Klientin war zum Zeitpunkt nicht besachwaltet, das heißt, es war ihr eigener Wille”, sagte Oliver Gosolits, Geschäftsführer der Behindertenorganisation der APA. Die Betroffene habe kein sogenanntes Abhängigkeitsverhältnis mit der Lebenshilfe gehabt, sondern sei nur punktuell begleitet und unterstützt worden, führte er weiter aus.



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