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Bodensee: Holzpfähle im Seegrund von Steinzeit bis ins Mittelalter

Bodensee: Holzpfähle im Seegrund von Steinzeit bis ins Mittelalter
Bregenz –   Wo der Rhein den Bodensee wieder verlässt, haben bereits vor fast 6.000 Jahren Pfahlbausiedlungen gestanden. Das hat die Datierung von Holzpfählen ergeben, die unter Wasser gefunden wurden.

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Geborgen wurden sie im Rahmen eines binationalen Taucharchäologie-Projekts. Wie das Thurgauer Amt für Archäologie am Mittwoch mitteilte, hat die Datierung von 2007 und 2008 aus dem Untersee zwischen Eschenz und Öhningen geholten Holzpfählen gezeigt, dass die ältesten davon aus dem Jahr 3890 vor Christus stammen.

Sie sind Reste eines steinzeitlichen Pfahlbaudorfes, das damit zu den ältesten gehört, die am Bodensee bekannt sind. Andere Holzpfostenteile, die im gleichen Gebiet am sogenannten Orkopf – einer meist unter Wasser liegenden Seekreidebank – gefunden wurden, waren Teile eines jüngeren Steinzeitdorfes. Dieses wurde zwischen 3300 und 3100 v. Chr. bewohnt. Zudem entdeckten die Unterwasserarchäologen Pfosten einer Steg- oder Brückenkonstruktion von 676 n. Chr., also aus dem frühen Mittelalter. Die Archäologen gehen deshalb davon aus, dass hier Uferwege die Gewässerenge überquerten.

Die Forscher aus Baden-Württemberg und dem Thurgau tauchen seit 2008 im Rahmen eine Interreg-Projektes nach den bis zu 12 Meter unter Wasser liegenden Siedlungsresten. Das Gemeinschaftsprojekt selbst startete aber schon 2007.

Erstmals habe man in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre auf Luftbildaufnahmen Hinweise auf Pfahlbaureste östlich der Insel Werd im Seerhein entdeckt, erklärten die Fachleute des baden-württembergischen Landesamts für Denkmalpflege und die Thurgauer Archäologen.

Danach wurden die Pfähle lange nicht wieder gesehen und so tauchten die Forscher erst über zwei Jahrzehnte später nach den Zeugen der Vergangenheit. Inzwischen dränge die Zeit, sagen die Archäologen, weil eine immer stärkere Erosion die einen halben bis einen dreiviertel Meter aus dem Boden ragenden Pfahlreste gefährde.



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