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BP: Bohrloch soll geschlossen bleiben

BP: Bohrloch soll geschlossen bleiben
Im Kampf gegen die Ölpest vor der US-Küste gibt es einen weiteren Lichtblick. BP berichtete am Sonntag, das Leck in 1.500 Metern Tiefe soll bis auf weiteres geschlossen bleiben. “Im Augenblick gibt es kein Datum, wann das Bohrloch wieder geöffnet werden soll”, sagte BP-Manager Doug Suttles in Houston (Texas).

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Die Tests im kilometerlangen Steigrohr lieferten ermutigende Signale und gingen auf unbestimmte Zeit weiter. Falls es aber Probleme geben und die Steigleitung dem Druck nicht standhalten sollte, müsse man das Leck wieder öffnen. Dann werde das ausströmende Öl wieder auf Tanker abgepumpt. “Dies muss von Tag zu Tag entschieden werden.”

Experten von BP hatten am Donnerstag einen meterhohen Zylinder auf dem Bohrloch platziert und dessen Ventile geschlossen. Erstmals seit fast drei Monaten fließt seitdem kein Öl mehr ins Meer.

Endgültiger Öl-Stopp voraussichtlich im August

BP hatte vor rund einer Woche eine tonnenschwere, eigens angefertigte Kappe über dem Bohrloch installiert und lässt seither das Öl hineinströmen. Experten machen sich nun anhand des entstehenden Drucks ein Bild vom Zustand der Leitung. Bisher hat BP nach eigenen Angaben keine Hinweise für weitere Lecks in der Pipeline.

“Wir gehen immer mehr davon aus, dass die Quelle in Ordnung ist”, sagte BP-Manager Kent Wells. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, das Öl langfristig ganz zu stoppen. Erstmals seit drei Monaten strömt seit Donnerstag kein Öl mehr in den Golf von Mexiko. Sobald der Test abgeschlossen ist, wird BP wieder Leitungen anlegen, um das dann austretende Öl abzusaugen und von Schiffen an der Oberfläche abtransportieren zu lassen.

Je mehr Druck die Kappe bei den Tests aushält, desto besser: Ein hoher Druck würde signalisieren, dass die Kappe widerstandsfähig genug ist, um auch Notfälle auszuhalten, etwa wenn Absaugen und Abtransport des Öls wegen eines Hurrikans kurzzeitig abgebrochen werden müsste. Ein zu niedriger Druck würde darauf hindeuten, dass die Leitung bei der Explosion der Plattform “Deepwater Horizon” Schaden genommen hat und es noch mehr Lecks gibt, über die Öl oder Gas austritt.

Doch auch wenn der Test erfolgreich abgeschlossen wird – das Versiegeln der leckgeschlagenen Leitung wird Experten zufolge erst im August über die geplanten Entlastungsbohrungen vonstattengehen. Hierfür soll das Öl aus der Pipeline umgeleitet und der defekte Teil mit Schlamm und Beton zementiert werden. Eine strukturell intakte Pipeline würde das Vorhaben erfolgsversprechender machen.

Die Explosion der Plattform am 20. April hat zur größten Ölpest in der Geschichte der USA geführt. Frühere Versuche von BP, den Ölfluss zu stoppen, waren gescheitert. Wegen der kaum abschätzbaren Kosten für BP hat das Unternehmen erheblichen wirtschaftlichen Schaden genommen. Zeitweise büßte der britische Konzern fast die Hälfte seines Börsenwertes ein. Auch über eine Übernahme wurde bereits spekuliert. Die Katastrophe bedroht auch wichtige Wirtschaftszweige wie Tourismus und die Fischerei. Zudem sind Tiere und Pflanzen entlang der amerikanischen Golfküste stark in Mitleidenschaft gezogen. Präsident Barack Obama geriet angesichts der Ölpest politisch unter Druck.

BP will US-Geschäft zurückfahren

Offenbar will er britische Energiekonzern sein US-Geschäft zurückfahren und die weniger rentablen Raffinerien und Tankstellen verkaufen. Wie die britische Zeitung “Sunday Times” am Sonntag berichtet, werden diese Vorschläge sowie die Möglichkeit, im Ingenieursbereich seltener Fremdfirmen in Anspruch zu nehmen, derzeit mit den Aktionären besprochen. Wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist BP finanziell angeschlagen. “BP hat anscheinend akzeptiert, dass es ein kleineres Unternehmen sein wird”, sagte ein nicht näher genannter Investor der “Sunday Times.”

Die Verkaufsvorhaben des Konzerns gehen offenbar nochmals über bereits vorbereitete Veräußerungen hinaus, die laut einem Bericht der Zeitung “Financial Times” vom Freitag eine Gesamtsumme von 20 Milliarden Dollar (15,4 Milliarden Euro) bringen sollen. Das ist doppelt so viel, wie BP noch im Juni selbst angekündigt hatte. Gerüchten zufolge will der Öl-Multi vor allem gerne seine zwölf Milliarden Dollar schweren Anteile an dem US-Unternehmen “Apache” verkaufen. Dies würde auch Anteile an dem größten nordamerikanischen Ölfeld in Alaska einschließen.

Laut “Sunday Times” könnten dieses Geschäft bereits abgeschlossen werden, bevor BP am 27. Juli seine Halbjahres-Geschäftsergebnisse vorlegt. Ein BP-Sprecher wollte zu den Medienberichten keine Stellung nehmen. Nach Informationen der Zeitung “Mail on Sunday” soll am Donnerstag erstmals über mögliche Verkäufe entschieden werden.

Die Ölpest hat BP bisher nach eigenen Angaben 3,5 Milliarden Dollar gekostet. Ein Zehnfaches der Summe könnte noch an Schadenssatzforderungen hinzukommen. Die BP-Bohrinsel “Deepwater Horizon” war im April nach einer Explosion gesunken. Bislang strömten laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer.



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