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British Museum zeigt Ausstellung über die Skythen

Sie tranken Milch aus den Schädeln ihrer Feinde, tätowierten sich mit Ruß und berauschten sich mit Hanf. Das Nomadenvolk der Skythen beherrschte vom 9. bis 2. Jahrhundert v . Chr. die Steppengebiete Eurasiens vom Norden Chinas bis zum Schwarzen Meer – und wurde dann vergessen. “Bis jetzt”, so das British Museum. Die Ausstellung “Skythen: Krieger des alten Sibiriens” wird am Donnerstag eröffnet.

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Das Epizentrum der Skythen lag im südlichen Sibirien. Von dort stammen auch die meisten der rund 200 Ausstellungsexponate, die im wesentlichen aus dem St. Petersburger Eremitage-Museum kommen und zum Großteil erstmals außerhalb Russlands gezeigt werden. Sie sind aufgrund der Permafrost-Bedingungen in den Grabhügeln und Gruften der Altai-Bergkette außergewöhnlich gut erhalten.

“Wir erzählen die Geschichte der Skythen anhand von Objekten, die in der Zeit eingefroren sind”, sagte der deutsche Direktor des British Museums, Hartwig Fischer, zur Eröffnung der Ausstellung, die bis 14. Jänner 2018 dauert. “Es ist eine wahre Entdeckungsreise.”

In London würden die rund 2.500 Jahre alten “fantastischen Objekte” erstmals in einer Solo-Ausstellung zusammengeführt, so Fischer. Dazu gehören Stücke vom Beginn der archäologischen Ausgrabungen unter Zar Peter dem Großen im frühen 18. Jahrhundert bis heute.

Die enge Zusammenarbeit zwischen dem British Museum und der Eremitage bei der Erforschung der Geschichte der Skythen geht auch heute weiter. Neue wissenschaftliche Forschung und technischer Fortschritt trügen dazu bei, das Leben der Skythen und ihrer Nachfahren zu rekonstruieren und zu verstehen, so Fischer.

Gezeigt werden unter anderem der Kopf eines Skythen-Häuptlings, seine konservierte tätowierte Körperhaut, glitzernde goldene Gürtelplaketten, aufwendiger Kopfschmuck für Männer und Frauen, Filzwandbehänge, Leder-und Filzstiefel, ein mit Katzengold  dekorierter Frauenschuh – und ein paar Stückchen gut erhaltener Käse in einem Beutel. Auch Felsbildkunst und Riesensärge aus Baumstämmen sind zu sehen.

Die Skythen, Vorläufer von Hunnen und Mongolen, verehrten das Pferd als Mittel einer mobilen Kriegsführung und begruben häufig die hoch dekorierten Tiere für das Nachleben mit sich. Prachtvoll verzierte Sattel aus Leder, Filz und Pelz und schmuckvolles Pferdegeschirr zeugen davon.

Nach Angaben von Chefkurator St John Simpson geht es darum, ein Bild von einem Volk zu vermitteln, das keine eigenen Schriften und keine Monumente, sondern nur Beigaben in Gräbern hinterließ. Die Skythen, die einen persischen Dialekt sprachen, hatten keine eigene Schriftsprache. Kenntnis über sie wurde von den alten Griechen, Assyrern und Persern vermittelt. “Die Spuren ihrer Kultur waren über Jahrhunderte verschollen – unter dem Eis begraben”, heißt es in der Ausstellung.

(APA/dpa)



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