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Deutschland gegen Portugal erster “Turnier-Kracher”

Anspannung vor dem ersten EM-Auftritt unserer nördlichen Nachbarn. Anspannung vor dem ersten EM-Auftritt unserer nördlichen Nachbarn. - © AP
Deutschlands Fußball-Nationalteam kann mit einem guten Gewissen ins erste Schlagerspiel der EM-Gruppe B gegen Portugal gehen. Die DFB-Truppe ist in Europameisterschafts-Auftaktspielen noch ungeschlagen, holte dabei fünf Siege und fünf Remis.

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Das soll sich auch am Samstagabend (20.45 Uhr/live ORF eins) in der Arena Lwiw nicht ändern. In den jüngsten beiden direkten Turnierduellen behielt jeweils Deutschland 2006 (3:1 im Spiel um Platz 3) und 2008 (3:2 im Viertelfinale) die Oberhand.

Deutschland setzt auf Rückenwind, Portugal auf Ronaldo

Die Deutschen sind bei ihrer elften EM-Teilnahme nach einer makellosen Qualifikation neben Spanien der große Turnierfavorit. Dem will die den ersten Titel seit 1996 anpeilende DFB-Auswahl schon im schwierigen Auftaktspiel entsprechen. “Ich freue mich und bin positiver Dinge”, betonte Teamchef Joachim Löw. Und dessen Assistent Hansi Flick fügte hinzu: “Wir müssen ab der ersten Sekunde im Turnier sein. Wenn das erste Spiel erfolgreich bestritten wird, ist ein kleiner Rückenwind da.”

Bei den Portugiesen dreht sich alles um Cristiano Ronaldo. Den Superstar von Real Madrid gilt es für die DFB-Elf auszuschalten. “Natürlich haben wir vor Ronaldo größten Respekt, er ist ein Protagonist, der die Spiele allein entscheiden kann”, ist sich Löw bewusst. Man habe es aber auch in der Vergangenheit immer geschafft, Spieler wie Ronaldo oder Lionel Messi mit gutem Zweikampfverhalten in Schach zu halten.

Deutsche haben Respekt vor Portugal

Hauptsächlich dürfte es Jerome Boateng mit Portugals Nummer sieben zu tun bekommen, eventuell auch Philipp Lahm, sollte Ronaldo auf die rechte Offensivseite wechseln. “Man muss als Mannschaft gegen ihn verteidigen”, erklärte Lahm, der bereits im Champions-League-Halbfinale mit Bayern gegen Real Bekanntschaft mit dem 27-jährigen Weltfußballer von 2008 gemacht hatte.

Löw setzt im ersten Spiel vor allem auf Routine. In der Innenverteidigung hat Per Mertesacker seinen Platz, im Angriff wohl Miroslav Klose. Der Lazio-Rom-Stürmer kann sich damit an seinem 34. Geburtstag am Samstag selbst reichlich beschenken. An Eröffnungsspiele hat Klose gute Erinnerungen: 2002 (3), 2006 (2) und 2010 (1) gab es nicht nur Siege, sondern auch Tore des DFB-Stürmers. “Es ist sicher ein gewisse Respekt bei Portugal da. Den haben wir uns erarbeitet und müssen ihn bestätigen”, sagte Klose.

Mit Mario Gomez haben die Deutschen noch Bayerns besten Saisontorschützen in der Hinterhand. Zwischen den beiden herrscht eine gesunde Rivalität. “Wir beide sind viel zu menschlich, als dass aus der sportlichen Rivalität ein Problem entstehen könnte”, versicherte Gomez.

Portugal sieht sich in Außenseiterrolle

Die Portugiesen wollen ihre zuletzt schwachen Ergebnisse in der Vorbereitung (0:0 gegen Mazedonien, 1:3 gegen die Türkei) vergessen machen und der Kritik aus der Heimat den Wind aus den Segeln nehmen. “Es ist sehr viel Jahre her, dass die Selecao so wenig Begeisterung geweckt hat”, stellte die Zeitung “Publico” etwa fest. Ausgerechnet gegen Deutschland zu starten ist da nicht wirklich förderlich.

Ronaldo sieht sein Team auch klar in der Außenseiterrolle. “Portugal ist kein Favorit, der Druck liegt bei den Deutschen”, betonte der 63-fache Real-Saisontorschütze. Man wolle aber alles versuchen, um gut ins Turnier zu starten. Paulo Bento hofft, ein richtiges Rezept gefunden zu haben. “Wenn du gegen ein Team wie Deutschland eine Chance haben willst, musst du perfekt organisiert sein”, sagte der Portugal-Teamchef. “Wenn du nur verteidigen willst, wirst du nie ein gutes Resultat erreichen. Wir müssen stark, aggressiv und unangenehm sein.”

Im Team des Weltranglistenzehnten scheint nur eine Position offen zu sein. Seit Tagen rätseln die portugiesischen Medien darüber, ob vor der Abwehr der formstarke Custodio von Braga oder Miguel Veloso von Genoa zum Zug kommt. Letzterer dürfte die etwas besseren Karten haben. Die Portugiesen haben die Chance, eine deutsche Rekordserie zu brechen. Für Lahm und Co. gab es seit dem WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien (0:1) zuvor nie dagewesene elf Pflichtspielsiege in Folge.

(APA)



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