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"Dürre-Gipfel" in Kärnten: Teilweise 100 Prozent Ernteausfälle

"Dürre-Gipfel" in Kärnten: Teilweise 100 Prozent Ernteausfälle
Die Dürre hat in Kärnten in der Landwirtschaft bereits große Schäden angerichtet. Am Donnerstag haben Agrarlandesrat Josef Martinz (V) und Landwirtschaftskammer-Präsident Walfried Wutscher Ergebnisse eines “Dürre-Gipfels” bei einer Pressekonferenz präsentiert. Martinz fordert von Bund und Land Mittel aus dem Katastrophenhilfsfonds und denkt an eine Ernteausfallsversicherung.

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Der Bezirk Völkermarkt, das Lavanttal im Bezirk Wolfsberg und das Krappfeld in Mittelkärnten seien von der momentanen Dürre am stärksten betroffen. Im Juni habe es laut Wutscher bereits vier sogenannte “Tropentage” – das sind Tage mit über 30 Grad – mit nur 50 Millimeter Niederschlag gegeben. Im Juli sind es bis jetzt schon elf mit nur 24 Millimeter Niederschlag. Normalerweise regnet es im Jahresdurchschnitt um diese Zeit ganze 400 bis 500 Millimeter. Die Folge sind braune Wiesen, verdorrte Pflanzen und austrocknende Bäche.

“Gerade jetzt ist die Vegetationszeit von Mais. In dieser Phase braucht die Pflanze pro Quadratmeter und Tag rund vier bis fünf Liter Wasser. Aber es kommt kein Regen”, sagte Wutscher. Nicht zu vernachlässigen seien auch der Herztod von Schweinen oder Euterentzündungen von Milchkühen, die Ertragsausfälle bewirkten. Die Problematik ist derzeit allerdings noch weitgehend auf Kärnten beschränkt. Martinz: “Noch ist es kein bundesweites Thema, Tirol hat eher mit Hochwasser zu kämpfen als mit der Dürre.”

Manche Landwirte haben bereits jetzt einen Ernteausfall von 100 Prozent zu verkraften. “Man kann schon jetzt von einer Katastrophe sprechen. Es ist wichtig, dass den Bauern rasch und unkompliziert geholfen wird”, sagte Wutscher. Martinz als Agrarreferent bietet eine Verschiebung der Kreditrückzahlungen und die Übernahme der Zinsen von Betriebsmittelkrediten an. Weiters fordert er – wie bereits 2006 bei einer ähnlichen Dürresituation bereitgestellt – mindestens 2,6 Mio. Euro an Geldern von Bund, Land und der Hagelversicherung. “Die Bundeshilfe muss abgestimmt werden und die EU muss auch ihre Zustimmung geben”, so Martinz. Das Geld müsse aus verschiedenen Töpfen zusammengekratzt werden.

Thema sei auch die Grünlandversicherung. “Es gab verschiedene Beratungen und Versuche einer Grünlandversicherung. Die Schadensermittlung ist hier derart kompliziert, dass sich noch niemand drübergetraut hat. Aber wir hoffen, hier auf einen grünen Zweig zu kommen”, sagte Wutscher.



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