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Ein “Hangover-tini” mit Aussicht

Hua Hin und sein herrlichen Sandstrand Hua Hin und sein herrlichen Sandstrand - © VN/Mohr
Thailand für Einsteiger: Bangkok und Hua Hin machen es solchen einfach.

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Zu weit weg, zu heiß, zu unbekannt: Thailand stand auf der Liste meiner Reiseziele nie besonders weit oben. Eigentlich kam es dort gar nicht vor. Mich zog und zieht es eher in kühlere Gefilde. Inzwischen weiß ich allerdings auch um den Reiz dieses südostasiatischen Landes. Bangkok und Hua Hin, jene Region südlich der Hauptstadt, die touristisch enorm gewachsen ist, seit die bei der Bevölkerung äußerst beliebte Königsfamilie den Großteil des Jahres dort verbringt, erwiesen sich für Skeptiker wie mich als idealer Einstieg in ein neues Urlaubsgefühl.

Unkomplizierte Anreise

Wohl auch, weil sich die Anreise unkompliziert gestaltet. Vom nahe gelegenen Flugplatz St. Gallen-Altenrhein geht es mit der Abendmaschine der Austrian Airlines (AUA) nach Wien und von dort auf direktem Weg in die thailändische Metropole. Zehn Stunden bleiben zwar zehn Stunden, aber in der Business Class, wo das aufmerksame Bordpersonal seinen Gästen sogar die Betten aufschüttelt, vergehen sie buchstäblich wie im Flug. Kurz nach 15 Uhr Ortszeit hat unsere kleine Gruppe das trübkalte Novemberwetter in der Heimat endgültig hinter sich gelassen. Heiße 34 Grad empfangen uns am Suvarnabhumi International Airport in Bangkok. Und noch einer ist da: Top, der Reiseführer. Weil thailändische Namen die reinsten Zungenbrecher sind, hat sich der „gemütliche Dicke“, wie er sich selbst nennt, schon vor Langem eine Abkürzung zugelegt. „Die merken sich alle“, meint Top lächelnd.

Der Fahrer des Kleinbusses nimmt zügig Kurs auf Hua Hin. Es ist dunstig. Die Sonne kommt nur schemenhaft durch. An vielen Stellen stehen noch Reste des Hochwassers, das im Herbst den Norden heimgesucht und auch die Innenstadt von Bangkok bedroht hat. Fragen nach den Folgen wiegelt Top freundlich ab. „Nicht so schlimm“, sagt er nur.

Golf und Designerhotels

Hua Hin ist Thailands ältestes Seebad und liegt zweieinhalb Fahrstunden von Bangkok entfernt. König Rama VII ließ hier 1926 eine Sommerresidenz erbauen, die heute von der königlichen Familie als Hauptwohnsitz genützt wird. Dieser Umstand bescherte Hua Hin einen touristischen Höhenflug. Golfplätze und Designerhotels prägen das Bild. Die Unterkünfte sind wahrlich vom Feinsten –doch zu dieser Zeit kaum ausgelastet. Das Hochwasser hat Spuren hinterlassen. 30 bis 40 Prozent weniger Gäste bedeuten für eine Region, die von ihnen abhängig ist, ein Desaster. „Schreiben Sie etwas Gutes“, bittet Benjaphon Angsaengtham, Direktor des „Asara-Resorts“ geradezu inständig. Er weiß, wie sich Katastrophen anfühlen, hat er doch 2004 den Tsunami nur knapp überlebt.

Aber Schlechtes zu berichten wäre ohnehin fehl am Platz. Hua Hin und seinen herrlichen Sandstrand lernt man schnell lieben. Vor allem, weil es in der Nähe auch einen wunderbaren Nationalpark gibt. Khao Sam Roi Yot fasziniert mit Felsformationen und Höhlen. Bekannt ist die „Tham Phraya Nakhon“-Höhle, zu der hinauf ein steiler Fußweg führt. Auf einem Hügel inmitten der Höhle steht ein zu Ehren von König Chulangkorn errichteter hölzerner Pavillon. Das Besondere: Aus irgendeinem Winkel fällt immer Licht darauf und lässt ihn in goldenem Glanz erstrahlen.

Reihenweise Buddhas

Bangkok hat auch einiges zu bieten. Feudale Hotels, in deren Schatten sich der Alltag abspielt. Doch man entdeckt zur eigenen Verwunderung darin keinen Widerspruch. Was vermutlich an der Mentalität der Thais liegt, die mit scheinbar stoischer Ruhe akzeptieren, was kommt. Bangkok ist eine quirlige Stadt – wer Tempel und Buddhas mag, kann hier aus dem Vollen schöpfen. Wer sich lieber an Cocktails hält, auch. Heißer Tipp: Die Sky Bar, mehr als 60 Stockwerke hoch über der Stadt.

Hier lebt der Südtiroler Alex Holzer seine Leidenschaft fürs Cocktailmixen aus, nennt sich selbst Mixologe. Schon legendär seine Kreation „Hangover-tini“, entstanden während der Dreharbeiten zu „Hangover 2“. Alex kam von Amerika nach Bangkok und will so schnell nicht wieder weg. Weil er alle Freiheiten hat, was seinen Job als Mixologen betrifft, wie er sagt. Grandiose Aussicht inklusive. Alex bleibt, wir gehen wieder. Im Gepäck viele nachhaltige Erinnerungen und die Erkenntnis, dass man Thailand zuerst gesehen haben muss, bevor man es von der Reiseliste streicht.

 

REISEINFOS

Anreise: Mehr als 50 Linienfluggesellschaften fliegen Bangkok direkt an, so auch die Austrian Airlines. Touristen aus Vorarlberg können praktisch vor der Haustüre, nämlich ab St. Gallen-Altenrhein, in den Traumurlaub starten. Tickets in der Economy Class gibt es ab 860 Euro, in der Business Class ab 3299 Euro.
Einreise: Es genügt ein gültiger Reisepass. Pflichtimpfungen sind derzeit keine erforderlich, empfohlen wird jedoch, sich kurz vor Abreise betreffend Diphterie, Tetanus, Malariaprophylaxe sowie Hepatitis A und B zu informieren.
Hoteltipps: Hotel Asara Villa & Suite in Hua Hin, Hyatt plus The Barai Spa, Hua Hin, St. Regis, Bangkok. Immer genügend Visitenkarten mitnehmen, den in Thailand wird sehr viel Wert auf den Austausch von Visitenkarten gelegt.
Weitere Infos: www.tourismthailand.ch und www.austrian.com.



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