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“Einen echten Kämpfer verloren”: Tiefe Trauer über Jules Bianchis Tod

Formel-1-Fahrer Bianchi nach schwerem Unfall in Suzuka verstorben. Formel-1-Fahrer Bianchi nach schwerem Unfall in Suzuka verstorben. - © AP
Die Formel 1 steht unter Schock. Neun Monate nach dem schrecklichen Unfall in Japan stirbt Jules Bianchi. Die Anteilnahme ist groß.

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Mit tiefer Trauer hat die Formel 1 auf den Tod von Rennfahrer Jules Bianchi reagiert. “Wir sind am Boden zerstört, Jules nach so einem harten Kampf zu verlieren. Es war ein Privileg, dass er für unser Team gefahren ist”, teilte der Rennstall Manor mit, der aus Bianchis letztem Team Marussia hervorgegangen ist.

Manor-Teamchef Booth: “Extrem warmherzige Person”

Mit bewegenden Worten nahm Manor-Teamchef John Booth Abschied von Bianchi: “Man kann die enorme Trauer in unserem Team an diesem Morgen nicht in Worte fassen”, teilte Booth am Samstag in Silverstone mit. “Er hat eine unauslöschliche Spur in unser aller Leben hinterlassen und wird für immer Teil dessen sein, was wir erreicht haben.” Sein früherer Fahrer sei ein “brillantes Talent” gewesen und “für große Dinge in unserem Sport vorherbestimmt”. Der Franzose sei ebenso ein “toller Mensch” gewesen, der “einen nachhaltigen Eindruck bei unzähligen Menschen auf der ganzen Welt” hinterlassen habe. Er sei auch “eine extrem warmherzige, bescheidene und äußerst liebenswürdige Person” gewesen, “die unsere Garage und unser Leben erleuchtet hat.” Booth drückte Bianchis Familie seine Anteilnahme aus. Sein Dank gelte auch all jenen Personen, die Bianchi nach dessen folgenschweren Unfall im japanischen Suzuka im vergangenen Oktober unterstützt haben.

“Worte können nicht beschreiben, was seine Familie und der Sport verloren haben. Ich kann nur sagen, dass es eine Freude war, dich gekannt und mit dir Rennen gefahren zu haben”, twitterte der Engländer Max Chilton, bei Marussia Bianchis letzter Teamkollege.

Alain Prost: “Wir werden immer an Jules denken”

“Ciao Jules, du wirst für immer in den Herzen von Ferrari sein”, twitterte die Scuderia, bei der Bianchi einen Fördervertrag als Rennfahrer besessen hatte. “Wir werden immer an Jules denken. Unsere liebevollen Gedanken sind bei der ganzen Familie und den Freunden”, twitterte die französische Formel-1-Ikone Alain Prost.

“Die Welt des Motorsports trauert heute”

Mit Bestürzung reagierte auch der Motorsport-Weltverband FIA: “Die Welt des Motorsports trauert heute”, teilte der Verband am Samstag mit. “Der Sport hat einen der talentiertesten Fahrer dieser Generation verloren”. FIA-Chef Jean Todt drückte der Familie des Franzosen den Angaben zufolge sein Mitgefühl aus. “Die Motorsport-Gemeinschaft bietet ihre aufrichtigste Unterstützung während dieses schrecklichen Martyriums”, hieß es weiter.

Todts Sohn Nicolas, Manager des am Freitag verstorbenen Bianchi, erklärte bei Twitter: “Du warst der kleine Bruder, von dem ich immer geträumt habe. Die letzten zehn Jahre mit dir geteilt zu haben, war ein außerordentliches Privileg. Ich werde dich vermissen.”

Weltmeister Lewis Hamilton sprach von einem “traurigen, traurigen Tag” und appellierte: “Bitte betet für die Lieben von Jules.”

McLaren-Pilot Fernando Alonso beschrieb in vier Worten Bianchi, der ein ansteckendes Lächeln hatte: “Freund, Gefährte, Talent, Lächeln.”

Button: “Einen echten Kämpfer verloren”

Alonsos Teamkollege Jenson Button teilte voller Mitgefühl mit: “In der vergangenen Nacht haben wir einen wahrlich tollen Menschen und einen echten Kämpfer verloren.”

Red-Bull-Mann Daniel Ricciardo erinnerte bei Twitter auch mit einem Foto aus gemeinsamen Jugendzeiten an Bianchi: “Ich werde dich und die guten Zeiten, die wir hatten, niemals vergessen. Ich werde dich vermissen, Bruder.”

“…gestern ist sein Kampf zu Ende gegangen”

Bianchi war am Freitagabend im Alter von 25 Jahren im Krankenhaus im südfranzösischen Nizza gestorben. Er hatte sich am 5. Oktober des vergangenen Jahres im japanischen Suzuka bei einem fürchterlichen Rennunfall folgenschwere Kopfverletzungen zugezogen.  “Jules hat bis zum Ende gekämpft, wie er es immer gemacht hat, aber gestern ist sein Kampf zu Ende gegangen”, erklärte Bianchis Familie auf Facebook (anbei als Tweet mit Übersetzung; Anm.)

Jules Bianchi – Ein Franzose aus der Ferrari-Talentschmiede

Jules Bianchi hatte den Autorennsport in den Genen. In eine aus Mailand stammende Motorsport-Familie geboren, träumte er von einem Cockpit bei Ferrari. Sein Ziel wollte der hoffnungsvolle Formel-1-Pilot über den Umweg beim Nachzügler-Team Marussia erreichen. Mit 25 Jahren wurde er als Folge eines schrecklichen Unfalls aus dem Leben gerissen.

Er gehörte zur Ferrari-Talentschmiede. Und er galt auch schon als Kandidat für ein Stammcockpit beim legendärsten Formel-1-Rennstall der Welt. Jules Bianchi hatte sich dazu bereit gefühlt. “Natürlich”, sagte er selbstbewusst, aber nicht überheblich. “Es wäre doch ein logischer Schritt für mich.”

Es waren seine Worte wenige Tage vor dem Großen Preis von Japan, dem 34. Rennen in der noch jungen Formel-1-Karriere des Franzosen. Es wurde sein letztes. Am Freitag, nach mehr als neun Monaten im Koma, erlag Jules Bianchi in seiner Heimatstadt Nizza seinen schweren Verletzungen, die er beim Grand Prix am 5. Oktober 2014 in Suzuka erlitten hatte. Er wurde nur 25 Jahre alt.

Nicht zum ersten Mal wurde die Bianchi-Familie vom Schicksal auf diese tragische Weise getroffen. Bianchis Großvater Mauro wurde als Sportwagen-Fahrer bekannt, 1968 verunglückte er beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Er zog sich schwere Brandverletzungen zu. Sein Bruder Lucien – Jules’ Großonkel – gewann damals den Klassiker. Ein Jahr später starb Lucien Bianchi, der auch 17 Mal in der Formel 1 gestartet war, bei Testfahrten in Le Mans.

Ungeachtet der schmerzvollen familiären Vergangenheit wollte Jules Bianchi nur eines: Formel-1-Pilot werden. Geboren am 3. August 1989 in Nizza verkörperte er auch die Hoffnungen auf neue Erfolge der Grande Nation. Über Kartrennen – sein Vater Philippe betrieb eine Rennbahn – stieg Bianchi 2007 in den Formel-Sport ein.

Ende 2009 absolvierte er Testfahrten für Ferrari und wurde in die “Driver Academy” des italienischen Rennstalls aufgenommen. Danach empfahl er sich mit dem Team ART als zweifacher Dritter in der Nachwuchsserie GP2 für die Königsklasse des Motorsports.

2012 folgte endlich der Schritt in die Formel 1. Bianchi wurde zum Ersatzfahrer des Force-India-Rennstalls berufen. Nebenbei ging er in der Formel Renault an den Start. Drei Siege und insgesamt acht Podiumsplätze bescherten Bianchi letztlich den zweiten Gesamtrang – und ein Engagement als Stammfahrer beim russischen Team Marussia, das die Antriebe seiner Autos von Ferrari bekommt.

In seinem ersten Formel-1-Jahr als Einsatzfahrer kam er im unterlegenen Wagen 2013 einmal sogar auf Rang 13. Es war in Malaysia, bei Bianchis zweitem Grand Prix. Seinem Team bescherte das im Duell mit Caterham den zehnten Platz in der abschließenden Konstrukteurswertung. Ein Jahr später gelang Bianchi in Monaco eine kleine Sensation.

Trotz Starts aus ungünstiger Position und zweier Strafen wurde er beim Klassiker Neunter. Diese zwei Punkte sind die einzigen geblieben, die der Rennstall Marussia in seiner Formel-1-Zeit sammelte. Es sei ganz schön stressig gewesen, sagte Bianchi damals. Viel mehr könne er gar nicht erzählen. “Es war einfach wunderbar.” Die noch junge Karriere des aufstrebenden Piloten endete rund vier Monate später auf grauenvolle Weise.

In Japan, wenige Stunden vor seinem Unfall, hatte er noch einen Vertrag mit Sauber unterschrieben. (APA/dpa/red)




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