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Beitrag online gestellt: 31.05.2005 07:21 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 31.05.2005 11:22 Uhr
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Dienstag ist Weltnichtrauchertag

"Schluss mit süchtig! - Wir helfen Rauchern." So lautet das Motto des Nichtrauchertages am Dienstag. Allein in Österreich sterben jährlich rund 14.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum.

Dienstag ist Weltnichtrauchertag
Damit verursacht das Rauchen mehr Todesfälle als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammengenommen.

Jene, die ihre Finger nicht von den schädlichen Glimmstängeln lassen können, werden daher aufgerufen, sich vertrauensvoll an die Angehörigen der Gesundheitsberufe zu wenden. Wer sich also freiwillig vom blauen Qualm entwöhnen möchte, dem stehen derzeit nach Angaben der Ärztekammer rund 1.000 Mediziner, die speziell in der Rauchertherapie ausgebildet sind, mit Rat und Tat zur Seite. Die Apothekerkammer verweist auf zahlreiche Nikotinersatzpräparate wie Kaugummis, Inhalatoren und Tabletten.

Tabak-Konsum: Es ist nie zu spät zum Aufhören: Anlässlich des heutigen Welt-Nichtraucher-Tages weisen Österreichs Lungenfachärzte nachdrücklich auf wirksame Unterstützungsmaßnahmen für Raucher hin, die dem Tabakkonsum abschwören wollen. „Plötzliches Aufhören ist Erfolg versprechender als eine langsame Reduktion der Zigarettenzahl“, hieß es in einer Aussendung. Bemängelt wird, dass Österreich die WHO-Konvention zur Eindämmung des Tabakkonsums noch nicht ratifiziert hat.

Weltweit stirbt derzeit alle sieben Sekunden ein Mensch an den Folgen von Zigarettenkonsum, allein in Europa sind es jährlich rund 650.000 Menschen. Alarmierend sind laut den Fachleuten auch die Zahlen für Österreich: 29 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen, da sind 2,3 Millionen Menschen, rauchen. Auch hier sei eine Zunahme zu verzeichnen.

Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP): „Besonders erschreckend: 17,5 Prozent der Frauen rauchen während der Schwangerschaft und 62,5 Prozent (!) der Volksschüler kommen aus Raucher-Haushalten. Mit der verheerenden, aber für Fachleute ’logischen’ Konsequenz, dass 45 Prozent der weiblichen und 43 Prozent der männlichen Jugend bereits im Alter von 14 Jahren regelmäßig rauchen.“

Rauchen verursacht auch Herz-Kreislauferkrankugen

Neben zahlreichen Krebserkrankungen, die direkt mit dem Tabakkonsum assoziiert sind, wie Lungenkrebs oder Karzinome des Verdauungstraktes, des Genitaltraktes und der Harnblase, riskieren Raucher auch, vermehrt an Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrankheiten wie Asthma, COPD oder Bronchitis zu erkranken.

„Das Risiko, an diesen Erkrankungen zu leiden, korreliert direkt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten, dem Alter des Rauchbeginns, der Dauer des Rauchens, der Inhalationstiefe und dem Teer- und Nikotingehalt des Tabaks“ umriss Prim. Dr. Kurt Aigner, Abteilungsvorstand der Lungenabteilung im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz, die Situation. Daher sei grundsätzlichen allen Rauchern, die täglich mehr als fünf Zigaretten konsumieren, zu einer Entwöhnung zu raten. Auch nach jahrelangem Zigarettenkonsum hätte die Lunge die Fähigkeit zur Regeneration nicht verloren.

Beginnt man bereits in früher Jugend zu rauchen, verringert sich die Lebenserwartung dramatisch: Jeder zweite Langzeitraucher stirbt durch seinen Tabakkonsum. Die Hälfte dieser Menschen stirbt vor ihrem siebzigsten Lebensjahr und verliert dadurch mehr als 20 Jahre ihres Lebens!

Sorge bereitet Österreichs Lungenfachärzten die „Laschheit“ der Politik. „Auch wenn klar nachgewiesen und unbestritten ist, dass Rauchen extrem gesundheitsgefährdend und für das Gesundheitswesen enorm teuer ist, kann sich die Regierung nicht entschließen, die von der WHO initiierte und mittlerweile von 66 Staaten ratifizierte Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakkonsums, zu ratifizieren. Nur mit dieser längst fälligen Maßnahme könnte die Regierung die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen um den Nichtraucher-Schutz unter Beweis stellen“, erklärte Aigner.

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