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Ermittlungen gegen KitzVenture wegen Betrugsverdachts

Nach Problemen mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) ist die Tiroler Investmentfirma KitzVenture ins Visier der Strafbehörden geraten. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des schweren Betrugs im Zusammenhang mit Zinsversprechen sowie wegen irreführender Angaben im Kapitalmarktprospekt eingeleitet, berichtete die “Tiroler Tageszeitung” (TT) am Dienstag.

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“Das Landeskriminalamt wurde mit den Ermittlungen beauftragt”, wird ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zitiert. Die Ermittlungen richteten sich gegen Verantwortliche des Unternehmens. Gesellschafter sind zwei deutsche Staatsbürger, einer von ihnen ist auch Geschäftsführer.

Ausgelöst hat die Ermittlungen eine Anzeige der FMA. Die Aufsicht hatte Mitte Februar dem Chef von KitzVenture eine Geldstrafe wegen irreführender Werbung in Höhe von 75.000 Euro aufgebrummt. Das Unternehmen kündigte damals an, gegen den FMA-Bescheid Beschwerde einlegen zu wollen.

KitzVenture geht unterdessen in die Offensive und feuert seine Anwälte. Stattdessen soll ein früherer Anwalt der Meinl Bank KitzVenture vertreten. Weiters überdenkt KitzVenture seine Strategie. Aber: “Wir glauben weiterhin an das Geschäftsmodell.” Am Dienstagnachmittag kam die von KitzVenture schon seit Wochen in Aussicht gestellte Presseaussendung, in der das Unternehmen volle Kooperation mit den Behörden versprach. Die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) kritisierten Werbemaßnahmen verteidigte KitzVenture jedoch.

“Unsere Marketing-Bemühungen waren sicherlich ambitioniert – zumindest können wir, unabhängig von den rechtlichen Ansprüchen, eine grundsätzliche Kritik von Verbraucherschützern und Behörden sowie die Medienberichterstattung verstehen. Jedoch erhielt jeder unserer Anleger vorab umfangreiches Informationsmaterial und es werben auch andere Start-ups auf Crowdfunding-Pattformen beispielsweise mit ‘8 Prozent Festverzinsung'”, erklärte KitzVenture. “Hier sehen wir nichts Ungesetzliches, zumal wir an unser Geschäftsmodell glauben.”

KitzVenture sammelt via Nachrangdarlehen Geld bei Anlegern ein und verspricht ihnen 9,75 Prozent Zinsen im Jahr. Die Anlegergelder sollen, so die Ansage von KitzVenture, in Start-ups investiert werden. Welche das sind, ist noch nicht bekannt. Bisher hat die KitzVenture selbst zwei Unternehmen, die deutsche Markenmacher Media & Venture GmbH sowie die Treuhandgesellschaft KitzTrust, gegründet. Laut Prospekt will KitzVenture bis Ende 2018 knapp 5 Mio. Euro zusammenbringen.

KitzVenture hat derzeit an drei Fronten juristische Probleme, wie die Gesellschaft selbst erläuterte: Die FMA hat dem Chef eine Geldstrafe von 75.000 Euro wegen irreführender Werbung aufgebrummt, die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt aufgrund einer Anzeige der FMA wegen Betrugsverdachts gegen KitzVenture-Verantwortliche und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Verbandsklage gegen die Gesellschaft eingebracht. Es geht dabei stets um die Frage, ob KitzVenture Anleger mit ihren Zinsversprechen in die Irre geführt hat und dabei gegen Regeln verstoßen hat. Außerdem hegt die FMA den Verdacht, dass KitzVenture den Großteil des bis dato eingesammelten Anlegergelds in Werbung investiert hat.

Gegen die FMA-Strafe hat KitzVenture zwischenzeitlich Rechtsmittel eingelegt, wie ein Firmensprecher auf APA-Nachfrage sagte. Jetzt ist das Verwaltungsgericht am Zug. Zum Thema Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft könne man noch nichts sagen, da man noch keine Akteneinsicht gehabt habe. Das VKI-Verfahren laufe noch.

In der Aussendung versprach KitzVenture, “so rasch wie möglich alle Unklarheiten” auszuräumen. Als erstes habe man sich dazu entschlossen, “unser juristisches Beraterteam zu wechseln”. Auf Nachfrage hieß es, ein früherer Anwalt der Meinl Bank werde sich jetzt um die finanzrechtlichen Angelegenheiten von KitzVenture kümmern. Nach Durchsicht der Strafangelegenheiten könnte es sein, dass zusätzlich ein juristischer Vertreter für den strafrechtlichen Teil engagiert wird. Zum jetzigen Zeitpunkt sei jedenfalls noch kein einziger geschädigter Konsument bekannt, betonte das Unternehmen weiters.

KitzVenture residiert in Kitzbühel an der gleichen Adresse wie die Steuerberatungskanzlei des Kitzbühler Bürgermeisters. Die Kanzlei führte dem Zeitungsbericht zufolge zumindest für 2015 die Buchhaltung von KitzVenture, erstellte Steuererklärung und Jahresabschluss. Bis vergangenen Herbst wurde der ÖVP-Politiker als Beirat des Unternehmens angeführt. Dieser hatte mehrfach betont, operativ nicht bei KitzVenture tätig zu sein. Die Anlagegesellschaft habe eigene Büros in dem Gebäude eingemietet. Laut “TT” ist der Bürgermeister nicht Gegenstand der Ermittlungen.

(APA)



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