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Knapp 50 Mio. Euro Hilfe vom Land Steiermark nach Unwettern

Gewitterstürme sorgten für Schäden Gewitterstürme sorgten für Schäden - © APA (dpa/Symbolbild)
Die steirische Landesregierung hat am Donnerstag in einer außerordentlichen Regierungssitzung rund 31,5 Millionen Euro Soforthilfe für die Katastrophengebiete in der Obersteiermark beschlossen. Zusätzlich sollen in den kommenden Monaten weitere rund 15 Millionen Euro für den Bau von Hochwasserschutzvorrichtungen sowie für die Reparatur von derartigen Bauten ausbezahlt werden.

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Die Hilfsmaßnahmen werden zur Behebung der bisher entstandenen Schäden verwendet – insbesondere für Straßen, Brücken und Kanal, präzisierte LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ). Er gehe davon aus, dass die Schäden aber weit höher sein werden. Vielerorts konnten sie noch nicht einmal begutachtet werden, da manche Regionen nur von oben mit dem Hubschrauber zu überschauen sind.

Wichtig sei, dass Private so rasch wie möglich ihre Schäden der Gemeinde melden und ihre Anträge für Mittel aus dem Katastrophenfonds stellen. So will man möglichst bald eine konkretere Summe der Schäden errechnen können. Die 50 Millionen Euro kommen laut Schickhofer aus dem Finanzressort. LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) meinte, dass die Schäden größer sind, als in den ersten Tagen danach angenommen. Daher sei auch die Höhe der Soforthilfe mehr als anfänglich kommuniziert. Schickhofer sagte, dass allein bei den Landesstraßen mehr als 20 Millionen Euro an Schäden angefallen sind.

Er stellte am Donnerstag außerdem ein Projekt für mehr Bewusstsein zum Selbstschutz vor Hochwasser vor. Gemeinsam mit dem Zivilschutzverband und den Feuerwehren soll die Bevölkerung über kostengünstige Möglichkeiten zum Schutz informiert werden. So können schon einfache Schaltafeln vor Haustüren oder Rückstauklappen bei den Abwasseranlagen im Haus schützen. “Bei den Maßnahmen ist für jeden etwas dabei”, versicherte auch Landesrat Hans Seitinger (ÖVP). Die Menschen dürften nicht erst fünf vor zwölf handeln, sondern müssen mehr vorsorgen – denn auch die Feuerwehren könnten nicht überall zeitgleich sein und helfen.

Das Projekt läuft Ende August an und zwar mit der Ausbildung von 30 Referenten, schilderte Martin Weber, Präsident des Zivilschutzverbandes Steiermark. Sie sollen den Menschen zeigen, wie sie sich noch vor der Katastrophe vorbereiten können und was sie noch vor Eintreffen der Feuerwehrleute tun können.

Feuerwehr-Präsident Albert Kern fasste zusammen, dass seit vergangenen Freitag mehr als 1.000 Feuerwehreinsätze in der Steiermark angefallen sind. Am Donnerstag seien immer noch rund 300 Feuerwehrleute mit den Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen. Hinzu kommen rund 220 Soldaten des Bundesheeres. In der Nacht auf Donnerstag hat es wieder Regenschauer und Hagel in der Obersteiermark gegeben – unter anderem auch rund um den Red Bull Ring, wo am Wochenende Tausende Besucher zum MotoGP erwartet werden. Die Böden sind vollgesaugt und können kein Wasser mehr aufnehmen. Bis Freitagfrüh haben sich weitere Gewitter angekündigt. Die Einsatzkräfte seien gerüstet. Kern betonte aber, dass es auch immer wieder zu unschönen Szenen komme: “Die Kameraden haben Barrikaden mit Sandsäcken aufgebaut und die Bevölkerung hat diese teilweise abgebaut und für sich selbst verwendet.”

Am Freitag wird in der Sölk im Bezirk Liezen Verstärkung der Feuerwehrabschnitte Paltental und Schladming mit 50 bis 60 Helfern erwartet. Am Samstag sollen auch noch Katastrophenhilfsdienst-Züge aus Fürstenfeld und Feldbach mit 60 bis 70 Männern und Frauen helfen. In Donnersbachwald werden Kameraden aus Bad Mitterndorf und St. Gallen erwartet. Indessen gibt es sowohl in Oberwölz als auch in St. Peter am Kammersberg Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Laut Kern werden Feuerwehr-Tankfahrzeuge mit Wasser in die betroffenen Gebiete fahren und diese versorgen. Die Feuerwehr in St. Peter am Kammersberg bat die Bewohner, Trinkwasser zu sparen, da die Quellfassung der Ortswasserleitung derzeit kein Wasser liefere. Für externen Ersatz werde gesorgt, doch dabei handle es sich um kein Trinkwasser.

Teile Kärntens wurden indes am Donnerstagabend von einer Unwetterfront mit heftigen Sturmböen heimgesucht. Auf einem Campingplatz in Möllbrücke (Bezirk Spittal) wurden laut Polizei einige Wohnwägen umgeworfen. Drei Personen, davon ein Kind, wurden von herabfallenden Ästen leicht verletzt, berichtete das Rote Kreuz. Der Campingplatz musste evakuiert werden, etwa 50 Personen waren betroffen.

Das Rote Kreuz war mit zwölf Katastrophenhelfern und weiteren Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams vor Ort. Ein Notquartier wurde mit Feldbetten ausgestattet. Laut Hermann Maier von der Landesalarm- und Warnzentrale Kärnten gab es am Donnerstagabend rund 200 Feuerwehreinsätze in Kärnten, vor allem waren die Bezirke Hermagor und Spittal betroffen.

Im Gemeindegebiet von Lurnfeld und Sachsenburg (ebenfalls Bezirk Spittal) wurden mehrere Hausdächer abgetragen oder stark beschädigt, Bäume wurden entwurzelt. Mehrere Autos wurden von umstürzenden Bäumen und anderen Gegenständen beschädigt, Elektroleitungen wurden abgerissen, Verkehrszeichen und Zäune stark beschädigt, berichtete die Polizei.

Der ÖAMTC teilte mit, dass am Abend die Stockenboier Landesstraße (L32) und die Fachensee Landesstraße (L34) wegen Muren bzw. umgestürzter Bäume nicht passierbar waren. Auch in Tirol und Salzburg sorgten die Unwetter für Verkehrsbehinderungen. Die Brenner Straße (B182) durch das Tiroler Wipptal wurde wegen Muren gesperrt, ebenso die Ellbögener Landesstraße (L38) bei Ellbögen. Der Verkehr wurde über die Brenner Autobahn (A13) umgeleitet. In Salzburg war die Muhrer Gemeindestraße betroffen. Die Tauernautobahn (A10) am Nachmittag bei Zederhaus in Fahrtrichtung Norden überschwemmt und gesperrt worden. Bis zum Abend war sie aber wieder frei befahrbar.

(APA)



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