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EU-Kulturhauptstadt San Sebastian zeigt baskische Identität

Traditionelle Trommlergruppen in San Sebastian Traditionelle Trommlergruppen in San Sebastian
Mit Paukenschlägen und einem spektakulären Trommelkonzert auf dem Concha-Strand haben am Samstag die Feierlichkeiten zum Eröffnungstag des Europäischen Kulturhauptstadtjahres in San Sebastian begonnen. Zigtausende Menschen versammelten sich auf der Strandpromenade der nordspanischen Küstenstadt, um der sogenannten Tamborrada, San Sebastians traditionellem Fasstrommelfest, zuzuhören.

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Hunderte von Musikgruppen hatten sich dazu vor der traumhaften Kulisse der Concha-Bucht eingefunden. Die Tamborrada hat ihren Ursprung im napoleonischen Unabhängigkeitskrieg, als die Einwohner sich über die französischen Truppen lächerlich machten, indem sie deren Trommelmärsche mit Kochtöpfen imitierten. So waren die Musiker am Samstag als Köche und Soldaten verkleidet. Andere trugen baskische Trachten. “Die Tamborrada ist Teil unserer Geschichte, unsere Identität, und heute wollen wir Europa zur Eröffnung unseres Kulturhauptstadtjahres einen Teil unser schönen Traditionen zeigen”, erklärt die 45-jährige Trommlerin Consuelo der APA.

Den ganzen Tag über finden Konzerte, Theatervorführungen und Straßenfeste statt. Auch die beiden österreichischen Musikgruppen Leyya und die bekannte Elektro-Band HVOB, die vom Österreichischen Kulturforum Madrid eingeladen wurden, werden am Samstagabend im Rahmen der offiziellen Eröffnungsfeier des Kulturhauptstadtjahres im Innenhof der Tabakalera, dem neuen Museum für zeitgenössische Kunst, auftreten.

Das Motto von San Sebastians Kulturhauptstadtjahr ist heuer ein sehr soziales – “Kultur für das Zusammenleben”. Mit der Kultur sollen die Wunden geheilt werden, die der jahrzehntelange, gewalttätige Kampf der Terrororganisation ETA für die baskische Unabhängigkeit in der Gesellschaft hinterlassen hat.

“Aus diesem Grund ist das Kulturhauptstadtprogramm auch nicht auf große Showeffekte oder internationale Künstlergrößen fokussiert, sondern auf die aktive Beteiligung der Bürger”, erklärt Pablo Berastegui, Generaldirektor des Kulturhauptstadtprogramms im APA-Gespräch. Die rund 400 Kulturveranstaltungen ranken sich dabei um drei Leitmotive, die als “Leuchttürme” bezeichnet werden – “Frieden”, “Leben” und “Stimmen”.

“Um das Gemeinschaftsgefühl der Basken zu stärken und Europa unsere kulturellen Schätze zu zeigen, werden viele Veranstaltungen und Kulturevents in diesem Jahr auch auf baskische Künstler, unsere Geschichte und Traditionen konzentriert sein”, so Berastegui. Unter diesem Vorsatz wurde bereits am Freitagabend im San Telmo Museum die großartige Ausstellung “Gaur Konstelazioak” mit Werken von weltberühmten baskischen Künstlern wie Jorge Oteiza, Eduardo Chillida, Jose Luis Zumeta und Eugenio Ortiz eröffnet. Ihre baskische Künstlergruppe “Gaurs” bildete sich Mitte der 60er, um als eine Art künstlerisches Sprachrohr die vom Franco-Regime unterdrückte “kollektive Identität des Baskenlandes” zu verteidigen.

Unterdessen begeisterte die ebenfalls baskische Künstlerin Maider Lopez am Samstag mit ihren Freilicht-Installationen “Iturriak” (Brunnen) in der Nähe des Ondarreta-Strandes. Mit alten, vor Jahrzehnten abgebauten Stadtfontänen will sie die Donostiarras an ihr altes Gemeinschaftsleben erinnern, in welchem die öffentlich Brunnen immer eine große Rolle spielten.

Der baskische Schriftsteller und Künstler Jose Ignacio Diaz de Rabago beschäftige sich in seiner Installation “Babel-Bibliothek XII.” hingegen mit dem Baskischen als untergehende Minderheitensprache. Er ließ Tausende alter Bücher an dünnen Schnüren im Eingang der Universitätsbibliothek in der Luft schweben.

Der offizielle Startschuss für San Sebastians Kulturhauptstadtjahr fällt am Samstagabend im Victoria Eugenia Theater, wo Vertreter der EU-Kommission dem Bürgermeister von Donostia, so der baskische Name der Stadt, die Plakette der EU-Kulturhauptstadt überreichen. Den krönenden Abschluss wird eine spektakuläre Freilicht-Eröffnungsshow von Hansel Cereza, Mitbegründer der weltberühmten Theatergruppe La Fura dels Baus, auf der Maria Cristina Brücke bilden.



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