Für die nächsten Stunden waren Gewitter und Niederschläge von bis zu 30 Millimeter pro Quadratmeter angekündigt. Inzwischen wurden Teile des Schwarzenbachtals neuerlich evakuiert – 100 Personen fanden Unterschluft bei Verwandten und Bekannten.
Aufgrund eines Gutachtens dreier Geologen, das die Situation als murengefährlich einschätzte, wurden Samstagmittag die Evakuierungen vorgenommen. Für einige der Betroffenen war es bereits zum wiederholten Mal, dass sie ihre Häuser verlassen mussten. Laut Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzreferats des Landes, betrug somit die aktuelle Zahl der Evakuierten im Schwarzenbachtal und in St. Lorenzen 250: “Damit sind wir auf der sicheren Seite. Jetzt müssen wir abwarten.”
Nachdem mittlerweile alle Keller ausgepumpt und geräumt werden konnten – “sie sind quasi besenrein” -, befinden sich zwar nach wie vor 400 Einsatzkräfte von Bundesheer und Freiwilligen Feuerwehren in der Region, laut Kalcher sei der Einsatz aber “ein bisserl zurückgenommen worden”, um den Leuten nach vielen Stunden schwerer Arbeit eine Regenerationszeit zu gönnen.
Die nichts Gutes verheißenden Prognosemodelle der ZAMG erwiesen sich bis Samstagnachmittag als richtig: Erste Gewitter wurden aus dem oberen Ennstal und dem Ausseer Land gemeldet, die Zugrichtung der lokalen Gewitterzellen sei aber schwer genau vorherzusagen, so Meteorologe Hannes Rieder von der ZAMG. Kritisch könnte es demnach aber vor allem ab Sonntagfrüh werden. Auch Hagel ist möglich.