Akt.:

EZB verschärft Bedingungen für griechische Banken

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat überraschend den weiteren Zugang der griechischen Banken zu frischem Zentralbankgeld erschwert. Die europäischen Währungshüter hoben am Mittwoch die Sonderregelungen für den Einsatz griechischer Staatsanleihen als Sicherheiten auf.

Korrektur melden


Die EZB begründete ihre Entscheidung damit, dass derzeit nicht mehr mit einem erfolgreichen Abschluss der Überprüfung des laufenden Reformprogramms gerechnet werden könne. Als Folge des Beschlusses wird die griechische Zentralbank ihre heimischen Geldhäuser möglicherweise bald verstärkt mit Milliarden an Notfall-Liquiditätshilfen unter die Arme greifen müssen. Mehreren Insidern zufolge genehmigte die EZB die Aufstockung solcher Hilfen. Nach der Mitteilung der europäischen Geldwächter gab der Euro nach – US-Staatsanleihen waren dagegen verstärkt gefragt.

Griechische Banken könnten nach dem Beschluss nun in eine schwierige Lage geraden. Drei der vier griechischen Großbanken hatten bereits ELA-Hilfen von der griechischen Zentralbank angenommen, als sich bei ihnen nach dem Wahlsieg des linken Syriza-Bündnisses von Alexis Tsipras der Geldabfluss verstärkte, wie Banken-Insider Reuters sagten. Für die neue Regierung verschlechtert sich mit dem Beschluss der EZB die Verhandlungsposition bei den internationalen Geldgebern. Denn die Zeit drängt: Eine letzte Rate von gut sieben Mrd. Euro aus dem aktuellen Hilfsprogramm, das noch bis Ende Februar läuft, steht nach wie vor aus. Bis Ende März müssen zudem vier Mrd. Euro Schulden bedient werden.

Nach der überraschenden EZB-Entscheidung versicherte die Regierung in Athen, dass die Banken des Landes nicht gefährdet seien. Die Geldhäuser seien in vollem Umfang durch den Zugang zu den ELA-Notfall-Liquiditätshilfen geschützt, erklärte das Finanzministerium in Athen in der Nacht auf Donnerstag. Die Entscheidung der EZB erhöhe aber den Druck auf die Eurogruppe eine Lösung zu finden, die im “gegenseitigen Interesse” Griechenlands und der Euro-Zone sei, erklärte das Ministerium weiter.

Die Aufhebung der Sonderregelungen für die Refinanzierung griechischer Banken zeigt, wie wenig die Währungshüter der 19 Euro-Staaten von den Plänen der neuen griechischen Regierung halten. Die von Links- und Rechtspopulisten getragene neue Führung in Athen unter Tsipras hatte die Reform-Kontrollore der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EZB – die so genannte “Troika” – faktisch aus dem Land geworfen und das laufende Hilfsprogramm für beendet erklärt. Zuletzt hatte sie mit immer neuen Vorschlägen einen Ausweg aus der Schuldenmisere gesucht. Noch wenige Stunden vor der EZB-Entscheidung war der neue Finanzminister Yanis Varoufakis nach einem Treffen mit Zentralbankpräsident Mario Draghi vor die Presse getreten und hatte gesagt, die EZB werde alles was nötig ist tun, um Mitgliedstaaten wie Griechenland zu unterstützen. Der Beschluss der EZB soll ab 11. Februar im Kraft treten.

Bisher gelten für den Zugang griechischer Institute zu frischem Zentralbankgeld besondere Vorgaben für Sicherheiten, die als Pfand von der EZB akzeptiert werden. Damit sollten krisengebeutelte Hellas-Banken leichter an Mittel kommen. Denn Griechenland hat bei Investoren einen ramponierten Ruf: griechische Schuldtitel liegen aktuell bei den großen Rating-Agenturen im sogenannten Ramsch-Bereich, sie werden also als besonders riskant eingeschätzt. Die EZB hatte Griechenland allerdings bereits im Jänner gewarnt, dass eine Verlängerung der Ausnahmeregeln für die Refinanzierung eine erfolgreiche Überprüfung des aktuellen Hilfsprogramms voraussetzt. Zudem sei eine Nachfolge-Vereinbarung mit Kreditgebern der Europäischen Union und des IWF erforderlich.

Die griechische Zentralbank wird jetzt voraussichtlich ihre heimischen Geldhäuser verstärkt über Notfall-Liquiditätshilfen – von Experten “ELA” genannt – refinanzieren müssen und zwar auf eigenes Risiko. Denn käme die griechische Zentralbank dadurch in Schwierigkeiten, dann müsste der griechische Staat einspringen. Für den neuen griechischen Finanzminister ist der Beschluss ein Rückschlag: Hatte er doch die Hoffnung geäußert, die Diskussionen mit den europäischen Partnern sowie mit dem IWF und der EZB in einem sehr kurzen Zeitraum abschließen zu können.



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Der chinesische Autobauer Great Wall Motor will die Marke Jeep des italienisch-amerikanischen Fahrzeugherstellers Fiat [...] mehr »
Hälfte aller indischen McDonald’s-Filialen schließt
Mehr als die Hälfte der McDonald's-Filialen in Indien muss schließen. Der US-amerikanische Fast-Food-Riese kündigte [...] mehr »
Berliner Großflughafen BER eröffnet nicht vor Herbst 2019
Die Eröffnung des neuen deutschen Hauptstadtflughafens BER verzögert sich einem Zeitungsbericht zufolge um ein [...] mehr »
Re-Design des Freeport Fashion Outlets im Wiener Jugendstil
Das Freeprt Fashion Outlet in Tschechien wird im Design des Wiener Jugendstils umgebaut. Zum jährlichen Late Night [...] mehr »
ÖAMTC regt vor “Diesel-Gipfel” Hardwarenachrüstung an
Der Autofahrerclub ÖAMTC erwartet vom "Diesel-Gipfel" am Dienstag, dass die in Deutschland von der Industrie gemachten [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Prinz Charles in der Gunst der Briten gesunken

Wer hat Lust auf ein Date mit Jennifer Lawrence?

Neymar holt sich MMA-Fighter als neuen Bodyguard

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung