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Federer und Nadal wollen Vorjahres-Erfolge wiederholen

Roger Federer ist der Titelverteidiger Roger Federer ist der Titelverteidiger - © APA (AFP)
Bei den Australian Open hat er vor einem Jahr begonnen, der tolle Comeback-Lauf sowohl von Roger Federer als auch von Rafael Nadal. Federer schrieb nach einer sechsmonatigen Verletzungspause ein australisches “Sommermärchen”, als er viereinhalb Jahre nach seinem bis dahin letzten Major-Titel (Wimbledon 2012) doch noch ein Grand-Slam-Turnier gewann. Es sollte nicht sein letztes gewesen sein.

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Denn für Federer war Melbourne der Auftakt eines seiner besten Jahre, er holte in der Folge sechs weitere Titel, darunter auch den achten Triumph in Wimbledon. Der 36-jährige Schweizer, der 2017 im Endspiel von Melbourne Nadal in fünf Sätzen niedergerungen hat, geht ab Montag auf seinen schon 20. Major-Titel los.

Federer verpasste allerdings die Rückkehr an die Weltranglisten-Spitze, ausgerechnet weil auch Rafael Nadal ein tolles Comeback nach längerer Pause hinlegte. Der 31-jährige Spanier gewann seinerseits seinen zehnten French-Open-Titel und entschied dann auch die US Open für sich. Ein derartiger Lauf war vor Jahresfrist für beide Spieler nicht mehr für möglich gehalten worden.

Das Jahr 2018 und damit auch das erste, mit 55 Mio. australischen Dollar (36 Mio. Euro) dotierte Grand-Slam-Turnier beginnt mit der Frage: Können die Altstars Federer und Nadal ihre Vorherrschaft fortsetzen? Zumindest von einigen anderen Stars, die ihrerseits ihre Verletzungspausen verlängern mussten, droht ihnen keine Gefahr: Andy Murray hat ebenso wie Kei Nishikori nun auch den Trip nach “Down under” absagen müssen, auch hinter der Leistungsfähigkeit des zurückkehrenden Stan Wawrinka steht ein großes Fragezeichen.

Mit Spannung erwartet wird das Comeback von Novak Djokovic, der sich am Mittwoch nach einem 6:1,6:4-Sieg beim Einladungsturnier “Kooyong Classic” über Dominic Thiem erfreut zeigte. Der sechsfache Australian-Open-Sieger hat – ebenso wie Wawrinka – seit Wimbledon kein ATP-Event mehr gespielt. Holt er den Titel, dann ist der Serbe alleiniger Rekordsieger der Australian Open.

Durchaus möglich ist es aber auch, dass es erstmals seit 2005 ein neues Siegergesicht beim “Happy Slam” gibt: Denn seit damals haben entweder Federer (4 Titel), Djokovic (6), Nadal (1) oder Wawrinka (1) gewonnen. Ein Kandidat auf seinen ersten Major-Titel ist der Bulgare Grigor Dimitrow. Der Weltranglisten-Dritte, der mit dem Triumph bei den ATP-Finals in London den wichtigsten Titel abseits der Grand Slams gewonnen hat, hat im Vorjahr erst im Halbfinale gegen Nadal knapp in fünf Sätzen verloren – und im Finish 2017 gezeigt, dass er endgültig in der absoluten Weltspitze angekommen ist.

Vielleicht ist aber für den mit Abstand jüngsten Spieler in den Top Ten nun auch seine Zeit bei den Majors gekommen: Der 20-jährige Deutsche Alexander Zverev hat in bisher 13 Grand-Slam-Turnieren nur einmal (Wimbledon 2017) das Achtelfinale erreicht, auch er scheiterte bei den vergangenen Australian Open in fünf Sätzen an Nadal (in Runde drei).

Leider steht aus österreichischer Sicht ein Fragezeichen hinter Dominic Thiem. Der Weltranglisten-Fünfte hatte zuletzt mit einer fiebrigen Erkältung zu kämpfen. Diese zwang ihn vor dem Doha-Halbfinale, in das er ohne Satzverlust vorgedrungen war, zum kampflosen Aus. Nach der Niederlage beim Einladungsturnier gegen Djokovic sagte er dann sein zweites Match am Donnerstag gegen Lucas Pouille kurzfristig ab. Der Jetlag hat der noch nicht ganz überstandenen Verkühlung beim 24-jährigen Niederösterreicher offenbar nicht gut getan.

Sollte Thiem fit sein, dann gilt es für ihn, eine zuletzt schon fünf Majors währende Serie aufrechtzuerhalten: Seit den US Open 2016 erreichte der Schützling von Günter Bresnik immer zumindest das Achtelfinale, so auch 2017 erstmals in Melbourne, als er David Goffin in vier Sätzen unterlag.

Fix im Hauptbewerb stehen auch Gerald Melzer sowie Andreas Haider-Maurer (Letzterer nutzt ein “protected ranking” nach seiner Langzeitverletzung). Nur noch Dennis Novak, der am Donnerstag die dritte Runde der Qualifikation erreicht hat, hat die Chance noch zum ÖTV-Trio zu stoßen.

Auch im Damenturnier, das nach dem Quali-Aus von Barbara Haas einmal mehr ohne ÖTV-Beteiligung stattfindet, hatte ein nostalgischer “Sister Act” der Tennis-Legenden Serena und Venus Williams das erste Major 2017 beendet. Nach der Geburt ihrer Tochter kamen die Australian Open für das Tour-Comeback von Serena Williams aber noch zu früh.

Ob die mittlerweile 37-jährige Vorjahresfinalistin Venus Williams für ihre Schwester in die Bresche springen kann, ist anzuzweifeln. Ihre US-Landsfrauen Sloane Stephens und Madison Keys hatten zwar bei den US Open in New York für das nächste reine US-Endspiel gesorgt. Beide haben seither aber nichts gewonnen. US-Open-Siegerin Stephens machte zuletzt in Sydney gegen die Italienerin Camila Giorgi nur drei Games.

Ganz oben auf der Favoritenliste steht auch die Nummer eins der Welt: Shenzhen-Siegerin Simona Halep wäre eigentlich überfällig für ihren ersten Grand-Slam-Titel, hat aber in bisher acht Auftritten in Melbourne nur zweimal das Viertelfinale erreicht. 2016 und 2017 scheiterte die Rumänin jeweils in Runde eins. Wimbledon-Siegerin Garbine Muguruza zog sich in Sydney am Mittwoch nach ihrem Viertelfinaleinzug wegen einer Adduktorenverletzung aus dem Turnier zurück, vielleicht war das aber auch eine Vorsichtmaßnahme im Hinblick auf den ersten Saisonhöhepunkt.

Einen Leistungssprung zutrauen kann man der Dänin Caroline Wozniacki und der Ukrainerin Elina Switolina. Im erweiterten Favoritenkreis finden sich mit Auckland-Siegerin Julia Görges und der zuletzt wieder stärker werdenden Angelique Kerber auch zwei deutsche Damen. Nie ganz abschreiben darf man zudem die Siegerin von 2008, Maria Scharapowa. Die Russin, aktuell die Nummer 47 der Welt, ist die wohl gefährlichste Ungesetzte im Feld.

(APA)



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