13. Juni 2012 16:19; Akt.: 13.06.2012 16:19

Festspiele: Festspielkuratorium will langsameres Wachstum als Pereira

Es bleibt Wachstumspotenzial, aber nicht in derart rasantem Tempo", sagte Wilfried Haslauer. Es bleibt Wachstumspotenzial, aber nicht in derart rasantem Tempo", sagte Wilfried Haslauer. - © Neumayr/Archiv
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele bremst die Wachstums-Pläne von Intendant Alexander Pereira. Wie der Kuratoriums-Vorsitzende, LHStv. Wilfried Haslauer (V), am Mittwoch im APA-Gespräch betonte, habe Pereira für 2013 ein Budget in der Höhe von 64 Mio. Euro vorgelegt.

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“Dies würde einen Sprung von 25 Prozent in zwei Jahren bedeuten. Das Kuratorium will geplanteres, konstanteres und langsameres Wachstum. Daher haben wir einstimmig verlangt, ein Budget in der Höhe von maximal 60 Mio. Euro vorzulegen. Mehr werden wir nicht genehmigen.”

“Nicht in derart rasantem Tempo”

“Wir haben Pereiras ehrgeizigen und enthusiastischen Kurs bereits im Vorjahr mitgetragen, die Festspiele um gut eine Woche zu verlängern, nur noch neue und damit teuerere Produktionen zu präsentieren, das Kartenkontingent von 220.000 auf 260.000 hochzufahren und die ‘Ouverture Spirituelle’ voranzustellen. Das ist alles gut und richtig, und es bleibt durchaus weiteres Wachstumspotenzial. Aber nicht in derart rasantem Tempo”, sagte Haslauer.

Sponsoren könnten sich einmischen

“Selbst wenn Pereira noch soviel Sponsorgeld auftreibt. Momentan mag es stimmen, dass sich Sponsoren nicht ins Programm einmischen. Aber wenn der Anteil des Sponsorgeldes am Gesamtbudget immer größer und der Anteil der öffentlichen Hand immer kleiner wird, steigt auch die Gefahr, sich früher oder später in irgendeiner Form nach den Sponsoren richten zu müssen. Und Strukturen zu vergrößern ist immer einfacher als Strukturen zu verkleinern”, so Haslauer zur APA. “Die Festspiele waren vor Pereira erfolgreich und sollen und werden es auch danach sein.”

“Kuratorium fährt Festspiele an die Wand”

Jüngst hat Pereira in Interviews heftige Worte gefunden und dem Kuratorium vorgeworfen, dass es seine Pläne zu wenig unterstütze und “in aller Ruhe zuschaut, wie die Festspiele nahezu an die Wand fahren”. Atmosphärisch spielte Haslauer die Auseinandersetzung im APA-Gespräch herunter: Es gehe nicht darum, wer sich jetzt durchsetze, sondern um durchdachte, langfristige Planung. Die Gesprächsbasis im Gremium sei sachlich und konstruktiv. Wenn Pereira jetzt vor einem Crash warne, dann solle man das nicht allzu ernst nehmen. “In seiner Begeisterung neigt der Intendant halt zu verbaler Heftigkeit.”

Preira muss unter 60 Mio. Euro bleiben

Auch Kuratoriumsmitglied Heinz Schaden (S) argumentierte, jeder gute Aufsichtsrat müsse seinem Vorstand Grenzen setzen. “Und genau das tun wir, Pereira muss unter 60 Mio. Euro bleiben. Alles andere wäre zu riskant. Auch wenn er für alles und jeden einen Sponsor hat – wenn dieser ausfällt, kann die öffentliche Hand nicht einspringen”, so Schaden. “Das Bremsen des Kuratoriums hat nichts mit Vertrauensmangel zu tun. Wir wollen Wachstum mit Maß und Ziel. Wenn Pereira seine Pläne durchsetzt, ist ein Finanzloch in der Zukunft zu befürchten. Außerdem arbeiten ohnehin alle Mitarbeiter am Limit, es ist eben nicht alles beliebig steigerbar.” Pereira muss laut Kuratorium bis zur nächsten Sitzung des Aufsichtsgremiums am 26. Juli ein neues, überarbeitetes Budget vorlegen. (APA)



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