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Festspieleröffnung: Ganze Stadt ist Bühne

Festspieleröffnung: Ganze Stadt ist Bühne
90 Jahre Salzburger Festspiele, 50 Jahre Großes Festspielhaus und 30 Jahre Fest zur Festspieleröffnung – ein Grund, dieses Fest auf zwei Tage auszudehnen und die Salzburger Altstadt ganz im Sinne von Max Reinhardt zur Bühne zu machen.

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Mehr als 100 Veranstaltungen mit über 1.000 Künstlern konnten an 22 Veranstaltungsorten am Samstag und Sonntag wieder bei freiem Eintritt besucht werden. Publikumshit war auch heuer u.a. die Autogrammstunde der Festspielkünstler am Sonntag im Salzburg Museum.

Das Fest vor Beginn des Festivals begann bereits am Samstag: Es schüttete den ganzen Tag aus vollen Kübeln, und der Wettergott hatte auch am Abend kein Einsehen. Der traditionelle Fackeltanz, den es schon seit den 1950er Jahren rund um den Residenzbrunnen gibt, wurde aber dennoch aufgeführt. Erstmals nahmen heuer unter den 200 Tänzern auch solche kroatischer Herkunft teil. Bereits um 17.00 Uhr standen zum Beispiel “D’Salzburger Tänzer” im Mirabellgarten auf dem Programm, die aber aufgrund des strömenden Regens ins Schloss verlegt wurden, und ab 19.00 Uhr war das Salzburger Straßentheater mit dem “Zerrissenen” von Johann Nestroy in der Alten Residenz zu sehen – es wich vom Hof in den Rittersaal der Residenz aus.

Der Sonntag begann mit regenfreiem Wetter, und die Sonne lachte wieder vom Himmel. Das Fest startete mit einem Konzert des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestras um 11.00 Uhr in der Felsenreitschule – ein Gruß der Kulturhauptstadt 2010 an die Festspielstadt. Gespielt wurde da u.a. auch ein Auftragswerk von Fazil Say, das hier seine Uraufführung erlebte. Der Pianist Say gab auch am Nachmittag ein Solistenkonzert im Großen Saal des Mozarteums.

Locker plauderten “Jedermann” Nicholas Ofczarek und Buhlschaft Birgit Minichmayr am Nachmittag mit den Autogrammjägern bei der Signierstunde im Innenhof des Salzburg Museums. Den Applaus beim Einmarsch der Darsteller gab Minichmayr anerkennend händeklatschend zurück. Die paar Stunden vor der Premiere will sie sich mit Laufen und im Fitnessstudio entspannen, schilderte sie. Ofczarek wird sich noch einmal schlafen legen. “Jeder hat da so seine Riten. Einen Talisman hab’ ich nicht – ich fahr’ zu meiner Familie.” Die Vorfreude auf die erste Vorstellung überwiege, die Anspannung trete da in den Hintergrund, erzählte er der APA.

Ein gutes Gefühl vor der Premiere hatte “Teufel” Peter Jordan. Auch wenn sich heuer mit der neuen Buhlschaft und dem neuen Jedermann “einige Dinge geändert haben”. “Bei Peter Simonischek war es ein großes Schiff mit alten Kapitänen, jetzt ist es so, wie wenn ein neues Schiff vom Stapel gelassen wird.” Eine innere Unruhe ließen sich die drei Jedermann-Darsteller jedenfalls nicht anmerken. Zu einer Dame im Dirndl, die schon seit Jahrzehnten Autogramme von verschiedensten “Jedermännern” eingeholt hatte, meinte Ofczarek scherzend: “Ich winke Ihnen zu”. Bereitwillig gaben er und Minichmayr dem Kunstmaler “Igor” Zindovic Radovan ein Autogramm auf dessen Gemälde, auf dem die beiden küssend abgebildet sind. Seit einem Jahrzehnt schon verewigt “Igor” für seine private Sammlung das jeweils aktuelle Jedermann-Paar.

Minichmayr, ungeschminkt und mit Sonnenbrille, erkundigte sich zwischendurch nach den Namen von drei blonden Kindern, die so lange an der Absperrung ausharrten, bis schließlich das Älteste unten durchschlüpfte und gleich drei Autogrammkarten ergattern konnte. Dem achtjährigen Philipp aus Salzburg, dem die Generalprobe “gut gefallen” hat, signierte sie ein mitgebrachtes Reclam-Heft. Für sie sei es eine Selbstverständlichkeit, dass sie so kurz vor der Premiere noch Zeit hat – “die Leute wollen ja Autogramme haben”. Zeit genommen hat sich u.a. auch Sunnyi Melles, die heuer die Phädra spielt. “Eine wunderbare Rolle, die aufregendste im Moment. Phädra ist besessen von Venus, infiltriert”, schwärmte Melles.

Daneben konnte man u.a. Intendanten Jürgen Flimm im Gespräch mit Daniel Richter und Jonathan Meese oder Konzertchef Markus Hinterhäuser mit Michael Kerbler verfolgen. Vor der Premiere von Stefan Zweigs “Angst” am 28. Juli lasen Schauspieler des Theaterstückes mit ihrem Regisseur Texte des Schriftstellers. Im republic erklärte Peter Jordan das Theater, und Thomas Limpinsel zeigte als One-Man-Show die Humoreske “Jedermann”. Daneben fanden auf vielen Plätzen und Orten in der Salzburger Altstadt zahlreiche weitere Aufführungen und Darbietungen statt.



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