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Festwochen-Podiumsdiskussion sorgt im Vorfeld für Aufregung

Walsers Einladung lieferte Gesprächsstoff Walsers Einladung lieferte Gesprächsstoff
Eine für den 13. Juni, 15 Uhr, im Rahmen des Into The City-Programms der Wiener Festwochen am Morzinplatz geplante Podiumsdiskussion sorgt im Vorfeld für Aufregung. In einem Offenen Brief beklagen drei beteiligte Künstler und eine Kuratorin Versuche, “parteipolitisch in dieses Projekt zu intervenieren”.

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Into The City beschäftigt sich heuer mit dem Morzinplatz, wo die Gestapo das 1945 zerstörte Hotel Metropole zu ihrem Hauptquartier und zum Schreckensort für politische Gegner des Nationalsozialismus gemacht hatte. Bei der Veranstaltung “Was sie unterließ, haben wir getan” soll sich eine Podiumsdiskussion mit “dem umkämpften Erinnern am Morzinplatz zwischen selbstorganisierten Interventionen und offizieller Gedenkkultur, an denen sich so manche geschichtspolitische Bruchlinien ablesen lassen” beschäftigen.

Für die “Podiumsdiskussion zum umkämpften Erinnern und Gedenkfeier für einen nie errichteten Obelisken am Morzinplatz” werden auf der Festwochen-Homepage heute “Ruth Beckermann (Regisseurin), Winfried Garscha (Historiker), Marty Huber (Aktivistin), Florian Wenninger (Zeithistoriker)” angekündigt.

Eingeladen ist aber auch der Grün-Politiker Harald Walser, “als Lehrer, Historiker und Politiker, der sich seit Jahrzehnten kritisch mit der österreichischen Vergangenheit beschäftigt und mit der Frage, wie diese seit 1945 verhandelt wurde”, heißt es in dem Offenen Brief. “Er sitzt nicht als Vertreter der Grünen am Podium, sondern als parlamentarischer Geschichtspolitiker.”

“In den letzten drei Wochen verlangten Mitarbeiter des Kulturstadtratbüros wiederholt von uns, den Verantwortlichen für die Podiumsdiskussion, deren Besetzung zu verändern. Konkret wurden wir unter Verweis auf eine angeblich bestehende Regel dazu aufgefordert, wahlweise den Diskutanten Harald Walser auszuladen oder zusätzlich einen SPÖ-Politiker bzw. eine SPÖ-Politikerin nachzunominieren”, beschweren sich die Künstler Zsuzsi Flohr und Eduard Freudmann, der Musiker Benjy Fox-Rosen und die Kuratorin Luisa Ziaja, die “selbstverständlich die Zusammensetzung unserer Podiumsdiskussion nicht verändern” werden.

“Es geht um nichts weniger, als das Festhalten an einer demokratischen Selbstverständlichkeit und keineswegs – wie fälschlich behauptet wird – um eine Intervention dafür, einen SPÖ-Politiker unbedingt auf das Podium zu bringen”, hält Daniel Benyes, Mediensprecher von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) dagegen.

“Wenn der Bildungssprecher der Grünen im Nationalrat und damit ein führender grüner Bundespolitiker auf einem Podium sitzt, ist er immer auch als Vertreter seiner Partei dort. Daher sollten in diesem Fall dann auch alle anderen Parteien die gleiche Chance haben, ihren Standpunkt zu vertreten – zumal es sich ja hier nicht um eine parteipolitische Veranstaltung handelt, sondern um eine Kulturveranstaltung der Wiener Festwochen, die aus öffentlichen Mitteln finanziert wird”, so Benyes in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Die Wiener Festwochen betonten am Montag, “einzig für die Produktionsabwicklung” von Into the City verantwortlich zu sein. Inhaltlich werde Into the City vom Kulturverein 21 vertreten, “die inhaltlich-konzeptionelle Vorbereitung und Durchführung von Into the City leisten die Kuratoren um Wolfgang Schlag (Margarethe Makovec, Anton Lederer, Birgit Lurz). Diese sind autonom für den Programminhalt verantwortlich. Absprachen und Kommunikation zu den Veranstaltungen werden auch von diesem Team getroffen”, so eine Stellungnahme gegenüber der APA. Mit Schlag habe es genau ein Gespräch in der Angelegenheit gegeben und keineswegs über drei Wochen gehende Interventionen, unterstrich indes Benyes.



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