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Fiaker: Schlechtes Image, niedriger Verdienst

Fiaker werden nicht immer so idyllisch wahrgenommen. Fiaker werden nicht immer so idyllisch wahrgenommen. - © Pixelio (Templermeister)
1. Bezirk, 1010 Wien Innere Stadt: Das Image der Wiener Fiaker ist schlecht, der ökonomische Druck hoch: Dies ergibt eine neue Studie. Eine der Erkenntnisse: Fiaker brauchen als gesellschaftliche Minderheit Schutz.

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Schlechtes Image, ökonomischer Druck: Das Leben der Wiener Fiaker ist kein leichtes. Dies ist eines der Ergebnisse der neuesten Studie der Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer. Sie hat sich einem der Wahrzeichen Wiens und der Inneren Stadt zugewandt. Die Schlussfolgerung ist für die Wissenschafterin nach Auswertung ihrer Interviews und einer Onlineumfrage klar: “Die Fiaker könnte man als gesellschaftliche Minderheit bezeichnen, die Schutz braucht.” Deshalb müsse die Sache in Wien auch zur Chefsache erklärt und von Bürgermeister Michael Häupl (S) in die Hand genommen werden.

Weiter dahinsiechen lassen oder etwas ändern

Schließlich habe man es – das sei in der Studie deutlich geworden – mit einem komplexen Beziehungsgeflecht aus Kammer, Behörde, Fiakern, Politik und Tourismus zu tun. Es sei eine Grundfrage, wie man mit dem Berufsstand Fiaker umgehe wolle: Weiter dahinsiechen lassen, oder wirklich etwas ändern.

Nicht immer positives Bild

Ehmayer hat in ihrer gut einjährigen Untersuchung Interviews mit 34 der rund 100 aktiven Fiaker geführt und via Internetumfrage die Stimmung von 340 Wienern bezüglich ihrer Pferdekutschen erhoben. Demnach stimmten 40 Prozent der Befragten der Aussage zu “Mir tun die Pferde leid” und verwiesen damit die Variante “Wien wäre nicht Wien ohne die Fiaker” mit 17 Prozent klar auf Platz 2. “Das Bild der Fiaker ist nicht immer ein positives”, konstatierte Ehmayer.

Wie Venedig ohne Gondeln

In der Eigeneinschätzung der Fiaker ist dementsprechend ihre Bedeutung für die Touristen hoch – für die Wiener hingegen nur mittelmäßig. Der Aussage “Wien ohne Fiaker wäre wie Venedig ohne Gondeln” stimmen allerdings die meisten zu.

Mobbing untereinander

Ein Grund für den schlechten Ruf sei der ökonomische Druck, durch den sich nicht zuletzt unter den Fiakern selbst Mobbing entwickle, vermutete Ehmayer. Dadurch sei es auch noch nicht zu einer schlagkräftigen Vereinigung der Fuhrunternehmer gekommen: “Natürlich sind die Fiaker keine Engel.”

Schlechte Presse

Allerdings gingen die positiven Entwicklungen wegen der schlechten Presse oftmals unter. Schließlich liebe die überwiegende Mehrheit der befragten Fiaker ihren Beruf.

Kein Alkoholismus

Zu diesen gehört Fiaker-Unternehmerin Martina Michelfeit, die mit ihrem Betrieb “Chamotte-Fabrik” am Dienstag den Rahmen für die Studienpräsentation stellte. “Unsere Kunden sind die Touristen, die das Klischee-Wien kaufen”, unterstrich sie. Das Geschäft mit den Wienern zur Firmung, zu Hochzeiten oder zum Begräbnis sei beinahe gänzlich verschwunden – genauso wie der Alkoholismus unter den Lenkern, der früher tatsächlich ein virulenteres Problem gewesen sei.

Strengere Strafen für schwarze Schafe

Ihre Forderung sei, dass die schwarzen Schafe unter den Pferdehaltern stärker bestraft werden müssten. Auch sei eine flexible Erhöhung der erlaubten Standplätze in der Innenstadt zu den Höhepunkten der Saison vonnöten. Ansonsten mahnt Michelfeit in der Diskussion um ihre Zunft zur Gelassenheit: “Wenn man sich das anschaut: Das haben wir seit 400 Jahren.”

Hundehaufen mit kleinen Fähnchen

Das Fiaker-Projekt ist die vierte Wienstudie von Stadtpsychologin Ehmayer. Begonnen hatte sie mit dem Verzieren von Hundehaufen mit kleinen Fähnchen, um ein Umdenken bei Hundehaltern zu erreichen. 2003 präsentierte sie das “Wesen Wien” als Ergebnis einer Studie und 2007 widmete sie sich in einer breiten Befragung dem Donaukanal. Diese Analyse mündete in die Einbeziehung Ehmayers ins Donaukanal-Planungsteam zur Erstellung eines Masterplanes.

Mehr Info unter www.stadtpsychologie.at

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