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Finnisches Parlament für Bau von zwei neuen AKW

Zwei neue Kraftwerke sollen gebaut werden Zwei neue Kraftwerke sollen gebaut werden - © APA (Archiv/epa)
Das finnische Parlament hat am Donnerstag die Genehmigung für den Neubau von zwei neuen Atomkraftwerken erteilt. Das Votum fiel eindeutig aus: mit 120 Ja- zu 72 Nein-Stimmen für den geplanten vierten Block des finnischen Konzerns TVO am Standort Olkiluoto sowie mit 121 Ja zu 71 Nein-Stimmen für den Bau eines weiteren AKW. Dieses soll in Nordfinnland errichtet werden und ist ein Projekt des unter Federführung der deutschen E.ON agierenden Konsortiums Fennovoima. Das Parlament genehmigte außerdem den Bau einer Atommüll-Endlagerstätte.

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Vor der Abstimmung demonstrierten mehrere Hundert Atom-Gegner friedlich vor dem finnischen Parlament (Eduskunta). Die Abstimmung wurde zudem kurz unterbrochen, als Atomkraftgegner auf der Tribüne dazwischenriefen und zu singen begannen. Zumindest zwei Personen wurden aus dem Sitzungssaal entfernt.

Das Abstimmungsergebnis war in dieser Form erwartet worden. Einzelne Abgeordnete wollten einem, aber nicht zwei neuen Atomanlagen zustimmen. Die Grünen, die auch an der Regierung beteiligt sind, stimmten geschlossen gegen die neuen Meiler.

Die neue Ministerpräsidentin Mari Kiviniemi lobte die Entscheidung und sagte, dadurch würde Finnland wettbewerbsfähiger und sei außerdem gut für den Kampf gegen die Klimaveränderung. Gegenüber AFP sagte sie, der Parlamentsbeschluss sei “eine der wichtigsten Entscheidungen” ihrer Regierung.

Während sich die Energie-Unternehmen TVO und Fennovoima sich nur wenige Minuten nach der Abstimmung per Aussendung im Namen ihrer Aktionäre jeweils “sehr zufrieden” äußerten, bezeichnete die Umweltorganisation Greenpeace die Entscheidung angesichts zu erwartender hoher Kosten als “wirtschaftliches Desaster”. Der Bau von zwei weiteren Atomkraftwerken würde zudem das Vorantreiben erneuerbarer Energien blockieren, das Parlament habe “jeglichen Kontakt zur Realität verloren”.

Während die Atom-Befürworter behaupten, Finnland würde durch den Ausbau der Atomkraft zum Selbstversorger bei der Stromproduktion werden, argumentieren die Gegner, dass es nur um zusätzliche Einnahmen durch Export von billigem Strom in die EU geht. Der Atom-Ausbau war von den finnischen Energiekonzernen, der Industrie sowie der Industrie-nahen politischen Elite der drei finnischen Großparteien vorangetrieben worden.

In Finnland gibt es derzeit vier operative Atomreaktoren, die alle in den 70er Jahren errichtet wurden. Sie sind in an der finnischen Westküste bei Olkiluoto und rund 100 Kilometer östlich von Helsinki in Loviisa in Betrieb. Daneben wird in Olkiluoto bereits an einem Druckwasserreaktor (EPR) gebaut, der ab 2013 Strom produzieren soll. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt des französischen Areva-Konzerns und des deutschen Unternehmens Siemens. Ein weiteres Projekt des finnischen Energie-Konzerns Fortum könnte in der nächsten Legislaturperiode auch noch beschlossen werden.

Ursprünglich hätte dieser Block bereits 2009 ans Netz gehen sollen. Die zunächst auf drei Milliarden Euro veranschlagten Kosten für die 1.600-Megawatt-Anlage haben sich mehr als verdoppelt. Grund dafür sind zahlreiche Mängel beim Bau, die nachträglich korrigiert werden mussten. Für den EPR stimmte das Parlament in Helsinki im Jahr 2002.



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