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Formel-1-Fans stürmen Spielberg: Verkauf boomt

Red-Bull-Teammanager Helmut Marko Red-Bull-Teammanager Helmut Marko - © APA
Knapp zwei Monate vor dem Formel-1-Wochenende von Österreich haben die Protagonisten von Red Bull Racing die Werbetrommel für das “Motorsport-Festival zum Anfassen” gerührt. “Die Strecke hat einen sehr guten Flow”, sagte Jungspund Max Verstappen am Mittwoch in Spielberg. Die Vorverkaufszahlen liegen laut Motorsport-Konsulent Helmut Marko “über dem Dreifachen des Vorjahres”.

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Verstappen und Daniel Ricciardo lobten bei dem Termin im “voestalpine wing” die besondere Atmosphäre rund um den Österreich-Grand-Prix und die kulinarischen Vorzüge des Landes. “Das Schnitzel ist immer ganz gut”, verriet der Niederländer Verstappen. Den Red Bull Ring charakterisierte Ricciardo als kurz, aber knackig. “Die Strecke macht Spaß”, meinte der Australier drei Tage nach seinem dritten Platz beim Großen Preis von Spanien.

Freilich ist der 4,326 Kilometer lange Kurs aber eine “Powerstrecke”, wie Marko ergänzte, auf der der Motorleistung eine entscheidende Rolle zukomme. Diesbezüglich hat das von Renault-Maschinen angetriebene Red-Bull-Team ein Defizit gegenüber den aktuellen Superteams Mercedes und Ferrari. “Wir hoffen natürlich, dass vor Österreich noch was kommt”, sagte Marko, der am Rennwochenende wieder am Legendenrennen teilnehmen wird.

Am vergangenen Wochenende zeigte sich Red Bull dank eines Update-Pakets bereits stark verbessert gegenüber dem Saisonanfang in Melbourne. “Wir haben mehr als 60 Prozent von dem Rückstand aufgeholt”, erklärte Marko, wobei er sich auf die Qualifying-Zeiten bezog. In Montmelo waren es am Samstag 0,557 Sekunden, die Verstappen auf Pole-Position-Mann Lewis Hamilton fehlten.

“Wir wollen aber mehr”, merkte Ricciardo an. Bis zur Sommerpause nach dem Ungarn-Grand-Prix Ende Juli, sollen nun “Rennen für Rennen” weitere Optimierungen folgen, um mehr Downforce zu bekommen und den Grip zu verbessern. Das war zu Beginn der Saison das große Problem. Marko: “Unser Chassis war nicht dort, wo wir es erwartet haben, vor allem die Daten haben nicht korreliert mit der Realität.” Der Steirer erwähnte mit Mobil einen neuen Benzin-Partner, der ebenfalls eine Verbesserung verspricht.

“Unser Plan ist, dass wir uns sukzessive heranwirtschaften”, sagte Marko. Auch an der Verlässlichkeit müsse man arbeiten. Vier Ausfälle in fünf Rennen seien “deutlich zu viel”. Nach dem Sommer wolle man in der Lage sein, Mercedes und Ferrari zumindest zu ärgern und auf Strecken, die Red Bull besonders liegen, um Siege mitzufahren.

Ausgerechnet auf dem Red Bull Ring in der Steiermark hat der austro-britische Rennstall noch nie gewonnen. 2016 kam Verstappen nach einer Kollision zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg in den Genuss des zweiten Platzes und holte damit immerhin den ersten Stockerlplatz für Red Bull im Heimat-Bundesland von Dietrich Mateschitz.

Zum vierten Mal seit dem Comeback im Jahr 2014 gastiert die Formel 1 heuer im Sommer im Murtal. Termin ist dieses Mal das zweite Juli-Wochenende (7. bis 9. Juli), der Event fällt also heuer bereits in die Ferienzeit. Das soll aber den Andrang nicht bremsen. Im Gegenteil: Bei Red Bull rechnet man heuer mit einem deutlichen Wachstum, nachdem im Vorjahr laut Marko “keine berauschende Zuschauermenge” registriert worden war.

Insgesamt 85.000 Besucher von Donnerstag bis Sonntag gaben die Veranstalter seinerzeit aus. 2015 waren noch 120.000 gekommen, 2014 zählte man sogar mehr als 220.000. Ein Bündel von Faktoren soll dazu führen, dass die Zahl wieder weit im sechsstelligen Bereich liegt. Marko erwähnte vor allem mehr und andere PR-Events, die unter dem alten, von Bernie Ecclestone dirigierten Formel-1-Management nicht möglich gewesen wären, sowie die gestiegene sportliche Attraktivität der Formel 1. Für Kinder unter 14 Jahren ist der Eintritt heuer frei.

Direkt vor dem Medientermin ließen sich Verstappen und Ricciardo am Mittwoch bei einem Wohnwagen-Duell auf dem Red Bull Ring filmen. “Camper sind heutzutage die richtigen Fans”, betonte Marko. “So wie die ausgestattet sind, könnten sie für den Rest ihres Lebens wahrscheinlich in einem Tophotel übernachten, das wollen sie aber nicht. Diese Stimmung, diese Atmosphäre wollen wir weiter forcieren.” Besonders in den Niederlanden ist die Camping-Kultur weit verbreitet.

(APA)



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