Akt.:

Forschungsprämie: Evaluierungsbericht ortet positive Effekte

Finanzminister Schelling forderte weitere Anhebung Finanzminister Schelling forderte weitere Anhebung - © APA
Die Forschungsprämie, die demnächst wieder erhöht werden soll, wirkt vor allem bei jenen Firmen unterstützend, die kontinuierlich Forschung und Entwicklung betreiben. Zu diesem Schluss kommt die nun fertige Evaluierung, die der APA vorliegt. 2015 wurden F&E-Ausgaben von knapp 502 Mio. Euro geltend gemacht. Der Endbericht wird am Dienstag im Forschungsausschuss des Nationalrats präsentiert.

Korrektur melden

Die Forschungsprämie wurde im Jahr 2002 eingeführt und ist seit 2011 das einzige steuerliche Instrument in Österreich zur Förderung von F&E, das allen Unternehmen gleichermaßen zugänglich ist. Im Rahmen der letzten Steuerreform wurde sie von zehn auf zwölf Prozent angehoben, in den vergangenen Monaten wurde die Prämie im Auftrag des Finanzministeriums vom IHS, der KMU Forschung Austria und WPZ Research evaluiert.

Weil schon erste Zwischenergebnisse aus der Evaluierung einen positiven Effekt zeigten, forderte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) im Jänner eine weitere Anhebung. Im aktualisierten Regierungsprogramm wurde denn auch eine Steigerung der Forschungsprämie um weitere zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent festgeschrieben – die Anhebung, die rund 120 Mio. Euro kostet, soll im April im Ministerrat behandelt werden und mit 1. Jänner 2018 in Kraft treten.

Davon allerdings eher nicht profitieren dürften Unternehmen, bei denen Forschung und Entwicklung schon bisher keine oder nur eine geringe Rolle spielen. Für sie ist die Prämie nämlich nicht relevant, konstatiert der Evaluierungsbericht – eine konkrete Anreizwirkung sei hier “kaum gegeben”. Diese Unternehmen würden mehr durch die direkte Forschungsförderung angesprochen.

Wie dem Evaluierungsbericht zu entnehmen ist, wurden im Kalenderjahr 2015 knapp 502 Mio. Euro Forschungsprämie an insgesamt 2.262 Unternehmen ausbezahlt, davon 5,3 Mio. Euro für Auftragsforschung. “Aus ökonomischer Sicht ist eine Subventionierung unternehmerischer F&E-Aktivitäten, die dazu führt, dass Unternehmen tatsächlich ihre F&E-Investitionen erhöhen, unzweifelhaft sinnvoll”, heißt es im Bericht. Eine Grobschätzung zeige, dass 1 Euro mehr an Forschungsprämie je nach Elastizität zwischen 1,21 und 2,26 Euro mehr F&E-Ausgaben bewirkt.

Die Forschungsprämie wird von rund 75 Prozent der forschungstreibenden Unternehmen in Österreich in Anspruch genommen. Darunter waren im Jahr 2012 (für das im Gegensatz zu den späteren Wirtschaftsjahren nur mehr einzelne Entscheidungen über die Gewährung der Prämie ausständig waren) jeweils etwa ein Viertel Kleinst-, Klein-, Mittel- und Großunternehmen. Bezogen auf die Branchen wird die Forschungsprämie vor allem von den Bereichen “Herstellung von Waren” (3,5 Mrd. Euro prämiengeförderte F&E-Ausgaben im Jahr 2012) gefolgt von den “freiberuflichen/technischen Dienstleistungen” (968 Mio. Euro), dem Handel (226 Mio. Euro) und dem Wirtschaftszweig “Information und Kommunikation” (203 Mio. Euro) bezogen.

Für die Evaluierung wurde unter anderem auf einen anonymisierten Datensatz mit Informationen über mehr als 5.500 Unternehmen und eine Befragung von 1.067 Unternehmen zurückgegriffen. Laut dem Evaluierungsbericht entfaltet die Prämie ihre Wirkung vor allem in der Tiefe als in der Breite – das heißt, bei bereits F&E-intensiven Unternehmen verstärkt die Forschungsprämie die Forschungstätigkeit zusätzlich. Effekte zeigten sich vor allem in Hinblick auf mehr Investitionen in notwendige Infrastruktur, aber auch die Übernahme eines höheren technologischen Risikos und beschleunigte Projektumsetzung.

Bei international tätigen, forschungsintensiven Unternehmen erkannten die Forscher auch noch Effekte auf die Standortsicherung. So gaben 144 der befragten Unternehmen an, aufgrund der Forschungsprämie F&E-Aktivitäten nach Österreich verlagert bzw. mehr F&E-Verantwortung hier angesiedelt zu haben. Die an der Untersuchung teilnehmenden Unternehmen haben ihren eigenen Angaben zufolge zwischen 2010 und 2015 rund 10.400 zusätzliche hoch- bzw. höher qualifizierte Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt verschaffe die Forschungsprämie den Unternehmen eine höhere Flexibilität. Grundsätzlich zeigte sich eine hohe Zufriedenheit mit der Forschungsprämie, sowohl was ihre Ausgestaltung als auch ihre Administration betrifft.

Das Evaluierungsteam empfahl unter anderem, eine umfassendere Wirkungsanalyse des gesamten Fördersystems Österreichs durchzuführen, sobald die Daten der indirekten und direkten Forschungsförderung (Bund, Länder, Gemeinden und EU) gemeinsam verfügbar seien und zugänglich gemacht werden können.

(APA)



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
Stromzähler werden nun zügig durch Smart Meter ausgetauscht
Die E-Wirtschaft wird die neuen "intelligenten Stromzähler" in Österreich nun zügig ausrollen. Waren Ende 2016 erst 5 [...] mehr »
Österreichs Alpentransit steigt, Schweizer Transit sinkt
Während in der Schweiz der alpenquerende Lkw-Verkehr seit dem Jahr 2000 um ein Drittel zurückging, nahm er [...] mehr »
Billionenschwerer Infrastrukturplan in den USA
Die US-Regierung wird nach Angaben von Verkehrsministerin Elaine Chao noch in diesem Jahr einen Zehn-Jahres-Plan zur [...] mehr »
Leichtfried will Semmering-Basistunnel durchziehen
Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) hat erneut bekräftigt, dass er den bei manchen Umweltschützern [...] mehr »
Toyota ruft 2,9 Millionen Autos wegen Airbags zurück
Der japanische Autohersteller Toyota ruft wegen Airbag-Problemen etwa 2,9 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Alicia Keys provozierte mit sexy Nikab-Posting auf Twitter

Diät-Marathon von Daniela Katzenberger

Prinz Harry macht Druck: Zieht er mit Meghan zusammen?

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung