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Foto-Ausstellung zeigt Leben von Flüchtlingen

Jugendliche Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia, Ghana und dem Kongo haben über mehrere Wochen Momente ihres Alltags mit einer analogen Kamera festgehalten. Die Fotos sind bis 2. Oktober in der Ausstellung “Mein Leben in Österreich” am Wiener Westbahnhof zu sehen. Das Projekt ist Teil der am Freitag stattfindenden Aktion “Langer Tag der Flucht” des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR.

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Die Ausstellung, die am Mittwoch eröffnet wurde, zeigt, was es bedeutet, seine Kindheit hinter sich zu lassen und in einem fremden Land ganz alleine neu anzufangen. Die ausgestellten Fotos und Texte skizzieren ein Bild des Lebens der jungen Flüchtlinge, ihrer Träume und den Herausforderungen in Österreich. Dabei fingen die Jugendlichen glückliche, aber auch traurige Momente mit der Kamera ein.

Die Ergebnisse sind zurzeit in der Eingangshalle des Wiener Westbahnhofs im 15. Wiener Gemeindebezirk zu sehen, von 4. Oktober bis 2. November gastiert die Ausstellung dann im Volkskundemuseum in der Josefstadt. Auf 18 großen Tafeln erzählen 18 junge Flüchtlinge, fünf davon sind Frauen, mittels selbst aufgenommener Bilder und eigener Gedanken ihre Geschichte. Dabei bringen sie ihre Erfahrungen zum Ausdruck und zeigen, was ihnen wichtig ist.

So wie Jabarkhel. Er ist 17 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Seit zwei Jahren ist er nun in Österreich, die Flucht hierher zog sich über acht Monate und ging über mehrere Länder. “Bis Österreich war ich in einem Lastwagen – das war schlimm. Wir hatten nichts zu essen oder zu trinken”, ist auf der Tafel zu lesen. Daneben sieht man ein Foto von einem Mann in Österreich, der telefonierend über die Straße geht. “Dieser Mann telefoniert und passt nicht auf den Verkehr auf, das ist gefährlich”, so Jabarkhels Text dazu.

Auf anderen Tafeln sind Fotos von Autos zu sehen, vom Donauturm, von Pflanzen. “Ich habe meinen Lieblingsort in Wien fotografiert – die Donauinsel”, ist auf Khalids Tafel zu lesen. Er ist 16 Jahre alt und kam vor fünf Jahren aus Somalia nach Österreich. Saimon aus Bangladesch hat ein Windkraftwerk fotografiert, weil es sauberen Strom erzeuge und nicht gefährlich sei wie Atomkraftwerke, so seine Erklärung.

Neben traurigen Geschichten über ihre Flucht erfährt man aber auch über Hobbys der jungen Flüchtlinge oder ihre Berufswünsche. So möchte der 17-jährige Hamid aus Afghanistan Krankenpfleger werden, um anderen Menschen helfen zu können. Auch die kulturellen Unterschiede, mit denen die jungen Menschen zu kämpfen haben, werden in der Fotoausstellung deutlich. Manche sind schwer zu bewältigen, manche berühren ganz ohne Drastik. So ist auf Hibos Tafel das Foto eines Hundes zu sehen: “Hier gibt es viele Hunde. Fast jeder hat einen Hund in Wien. In Somalia hat fast niemand einen Hund als Haustier.”

Die Fotoausstellung wird vom Verein ipsum (Interkultureller Kunstverein) in Kooperation mit der UNHCR, dem Verein Birdlike (Verein zur Förderung von Kunst und Kultur) und dem Österreichischen Roten Kreuz organisiert. Die Jugendlichen leben in Wohnhäusern für unbetreute minderjährige Flüchtlinge.

Zum “Langen Tag der Flucht” gibt es eine Reihe von weiteren Veranstaltung rund ums Thema, so beispielsweise die Caritas-Aktion “Stationen einer Flucht”. Interessierte können dort in einer eigens umgestalteten Straßenbahn zwischen Westbahnhof und Praterstern Stationen eines Flüchtlings nachempfinden. Zwischen den Haltestellen erzählen Flüchtlinge ihre Geschichten, Experten informieren zum Thema Asyl.



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