31. August 2010 14:00; Akt.: 31.08.2010 14:00

Fragwürdiges Muezzin-Spiel der FPÖ

FPÖ-Spiel: Moscheen und Minarette sowie Muezzine abschießen und dafür Punkte sammeln FPÖ-Spiel: Moscheen und Minarette sowie Muezzine abschießen und dafür Punkte sammeln - © APA
Die steirische FPÖ hat auf ihrer Website ein Online-”Spiel” veröffentlicht, in dem es darum geht, Moscheen und Minarette sowie Muezzine abzuschießen. Der steirische FPÖ-Chef Kurzmann meinte am Dienstag zur APA, dies sei “die Beschäftigung mit einer Situation, die in Europa längst weit verbereitet ist”. Der steirische Grünen-Spitzenkandidat Kogler bringt deshalb eine Anzeige wegen Verhetzung ein. (106 Kommentare)

Bei dem von Ziehharmonikaklängen untermalten “Spiel” unter dem Titel “Moschee-Baba” geht es laut “Spielanleitung” darum, mit einem Zielkreis die aus einer alpinen Landschaft mit Bauwerken wie Kirche und Rathaus und dem Grazer Schloßberg hochwachsenden Minarette aufzuhalten, “den Ruf der roten Muezzine zu stoppen” und um Zeit zu gewinnen, “die grünen Muezzine zu stoppen”. Am Ende des “Spiels” poppt eine Umfrage auf, mit drei Punkten zu u.a. Burkaverbot, Bauverbot für Moscheen und Minarette.

Dies seien “Susanne-Winter-Methoden im Internet”, so Kogler, der die Sache an die Öffentlichkeit brachte. Landeshauptmann Voves und sein Stellvertreter Schützenhöfer müssten sich endlich von “einer Koalition mit jenen distanzieren, die nur hetzen,” meinte der Grüne Abgeordnete.

Kurzmann erklärte, das “Spiel” sei eine Art, die Jugend auf die Probleme aufmerksam zu machen. Er stellte auf APA-Anfrage in Abrede, dass es sich bei der Machart um eine Schießstand-Optik handle, es gehe nur um einen Stopp für Minarette-Bau. Man habe “Moschee-Baba” gemeinsam mit der Werbefirma des Schweizers Alexander Segert gemacht, der auch schon die Werbelinie für ein Minarettverbot in der Schweiz gestaltete.

Der Steirische VP-Landtagsklubchef Drexler sagte, dieses “Spiel” sei eine Geschmacklosigkeit, “das ist nicht unser Stil”. Der steirische BZÖ-Obmann Grosz meinte: “Es ist schlichtweg kindisch und entwertet jegliche politisch harte Auseinandersetzung über die Gefahren des Islamismus, wenn man ein ernstes Thema auf so eine vollkommen dumme Art und Weise herunterblödelt”. Die KPÖ-Spitzenkandidatin Klimt-Weithaler erklärte, die FPÖ gehöre nicht in den Landtag: “Was würden die steirischen Freiheitlichen sagen, wenn in einem Spiel auf Kirchen und Priester geschossen wird?”

 



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