Akt.:

Freispruch für kroatischen Unternehmer in Hypo-Prozess

Einer der zahlreichen Prozesse rund um die Hypo-Pleite Einer der zahlreichen Prozesse rund um die Hypo-Pleite - © APA (Gindl)
Der Hypo-Prozess gegen den kroatischen Unternehmer Goran Strok am Landesgericht Klagenfurt hat am Freitag mit einem Freispruch geendet. Der Schöffensenat fand im Zusammenhang mit dem geplanten Grundstückskauf auf der kroatischen Insel “Jakljan” keinen Hinweis auf einen Beitrag oder Bestimmung zur Untreue durch den Angeklagten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Korrektur melden

Strok war vorgeworfen worden, den Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger im Jahr 2005 zur Vergabe wirtschaftlich nicht vertretbarer Haftungskredite von 300.000 Euro beziehungsweise von 5,7 Mio. Euro, damit zum Missbrauch seiner Befugnis und zur Umgehung der notwendigen Gremien gedrängt zu haben. Striedinger ist in dieser Causa bereits rechtskräftig zu 16 Monaten Haft verurteilt.

Der Vorsitzende des Schöffensenats, Richter Christian Liebhauser-Karl erklärte in der Urteilsbegründung, sämtliche Zeugen und Urkunden hätten Strok entlastet. Für eine Verurteilung hätte der Angeklagte auch über die internen Abläufe der Bank Kenntnis haben und damit wissen müssen, dass Striedinger seine Befugnis überschreite. Da es dafür keinen Hinweis gebe, erübrige sich auch die Frage nach dem Schädigungsvorsatz.

Jedoch habe dieses Verfahren aufs Neue und erschreckend die Arbeitsweisen in den verschiedenen Hierarchien der Bank gezeigt. Daher überrasche es nicht, dass sie in Turbulenzen kommen musste. Das Motiv Striedingers ist für den Richter auch klar: Die Strok-Gruppe sei ein Großkunde gewesen. Und ein Verlust derselben wäre in der damaligen Expansionsphase der Hypo nicht gut gewesen.

Für Oberstaatsanwalt Norbert Ladinig wären hingegen ausreichende Indizien für eine Bestimmungs- und Beitragstäterschaft vorhanden gewesen, auch wenn es in dem Beweisverfahren keine klaren Aussagen dazu gegeben habe. Striedinger und Strok hätten gemeinsame Sache gemacht, meinte er in seinem Plädoyer, und das Verhältnis zwischen den beiden Männern sei über das Geschäftliche hinausgegangen. “Was hätte Striedinger sonst für einen Grund gehabt, das durchzudrücken?”, fragte er. “Strok hatte das Motiv und das Interesse”, hatte Ladinig erklärt und einen Schuldspruch gefordert.

Stroks Verteidiger Roland Grilc sah keinerlei Hinweise dafür, dass sein Mandant irgendwelche Beitragshandlungen gesetzt und dabei gewusst habe, dass Striedinger seine Befugnis missbrauche. Kein Zeuge habe gesagt, dass Strok interveniert oder Druck ausgeübt hätte, erklärte der Anwalt.

Beim Immobiliengeschäft “Jakljan” habe Strok alles offen dargelegt und nichts verschwiegen. So sei Striedinger darüber informiert gewesen, dass Serbien den Verkauf ausgeschrieben hatte, Kroatien aber im Grundbuch gestanden sei. Doch alle Beteiligten seien davon ausgegangen, dass dieses Problem durch die Ratifizierung eines bereits vorliegenden Staatsvertrags gelöst würde, so Grilc.

Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

(APA)



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
Honda ruft 900.000 Minivans zurück – Probleme mit den Sitzen
Honda ruft rund 900.000 Minivans vom Typ "Odyssey" in die Werkstätten zurück. Es gebe Probleme mit den Sitzen in der [...] mehr »
Douglas will in deutschen Zügen “Beauty-Waggons” einrichten
Maniküre oder Make-up während der Bahnreise: Die Parfümeriekette Douglas will in Zügen der Deutschen Bahn [...] mehr »
Ökostrom-Rekord in Deutschland
Bis Mitte November ist heuer laut Berechnungen des Energiekonzerns E.ON so viel Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt [...] mehr »
Allianz sieht sich gegen Übernahmeversuche gerüstet
Die Allianz fühlt sich gut gerüstet gegen mögliche Übernahmeversuche. "Wer ein Unternehmen wie die Allianz mit einer [...] mehr »
weXelerate: Größter Startup-Standort Mitteleuropas in Wien eröffnet
Mit einer rauschenden Party wurde weXelerate, Mitteleuropas größter Startup-Hub, Freitagnacht in Wien-Leopoldstadt [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Heidi Klum räkelt sich nackt am Strand

Gigi Hadid sagt für Victoria´s Secret-Show ab

Sylvester Stallone wies Übergriff auf 16-Jährige zurück

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung