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Frequency-Festival: Wanda und Wiz Khalifa begeistern am Schlusstag

In der Nacht auf Freitag ging das Frequency-Festival 2017 zu Ende. Auch am letzten Tag war die Stimmung in St. Pölten prächtig, an den drei Veranstaltungstagen kamen 140.000 Besucher zum “FQ”.

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Das Frequency ist am richtigen Weg: Wohl auch die Modifizierung der Programmierung hat zur diesjährigen Ausgabe des Festivals laut Veranstalter 140.000 Besucher an drei Tagen angelockt. Beats, Rap, Hip-Hop und Deutschrock begeisterten, für den Indie-Pop sah es dagegen schlecht aus. Als vielleicht größte Enttäuschung zum Finale praktizierten Mumford & Sons auf der Space Stage gepflegte Langeweile.

Der große Abräumer des Donnerstags war Wiz Khalifa. Der US-Rapper mobilisierte zur Geisterstunde selbst die müdesten Gäste, das Gelände um die Hauptbühne war rappelvoll. Ein DJ, ein Schlagzeug, zwei Keyboards und ein von Substanzen betörter, souveräner Frontman – schon gingen die Hände kollektiv in die Höhe. Den rotzigen Straßensound früherer Tage hat der 29-Jährige aus North Dakota längst gegen hitverdächtige Hymnen eingetauscht, die ihm gut stehen. Mit dem Live-Drummer hatten die Stücke den nötigen Druck, Wiz Khalifa rappte trittsicher und mit einem Augenzwinkern, verzichtete darauf, Klischees breitzutreten, und bewegte sich elegant durch ein Programm zum Abshaken.

Frequency-Finale: Wanda begeisterte die Fans

Die einstigen Folk-Shootingstars Mumford & Sons hatten ihre Darbietung mit “Snake Eyes” aus dem dritten Album “Wilder Mind” gestartet. Mit dieser Platte waren die Londoner auf epischen E-Gitarrenrock umgesattelt. Als man dann auf dem VAZ-Gelände in St. Pölten bei der zweiten Nummer zur akustischen Gitarre, zum Kontrabass und Banjo griff und “Little Lion Man” anstimmte, ging sowohl auf der Bühne wie auch im Publikum die sprichwörtliche Post ab. Das Problem: Das war der Höhepunkt, es wurde nicht mehr besser. Stilwechsel an sich sind keine schlechte Sache, allerdings braucht man dazu die richtigen Songs. Diese waren rar bei Mumford an diesem Abend, “Blind Leading The Blind” etwa mäanderte belanglos dahin, bis das Lied in den Gehörgängen versickerte.

Besser aufgehoben war man bei Wanda, die sich über regen Zulauf zur Green Stage freuen durften. Bei Hits wie “Auseinandergehen ist schwer” sangen selbst sitzenden Zuschauer in der letzten Reihe noch jede Textzeile mit und auch “Schickt mir die Post” und “Gib mir alles” kamen an. Die Kassenschlager “1,2,3,4” und “Bussi Baby” hoben sich die Wiener für die Zugabe auf. Die Band präsentierte sich in bester Spiellaune und dirigierte ihre Anhänger gekonnt und mit Schmäh.

Mumford & Sons hatten immerhin ein großes Publikum, während die wesentlich überzeugenderen White Lies mit einem elitäreren Kreis auskommen mussten. Der Qualität ihres Auftritts tat das keinen Abbruch. Die Post-Punk-Band aus dem Londoner Stadtteil Ealing inszenierte große Hymnen mit Düster-Touch. Die Mischung aus mitreißend und melancholisch beherrscht das Trio perfekt, wie das gebotene Set unterstrich. Auch wenn sich Sänger Harry McVeigh freute, dass die Sonne schien (beim ersten Frequency-Gastspiel hatte es aus Schaffeln geschüttet), dienen Tageslicht, blauer Himmel und 30 Grad nicht gerade der Atmosphäre ihrer Songs. Trotzdem nahmen die Zuhörer Songperlen wie “To Lose My Life” oder “Hold Back Your Love” (vom bisher letzten Album “Friends”) gut auf, der Applaus war verdient.

Finaltag mit Band Of Horses, Jennifer Rostock und Kraftklub

Wie auf einem falschen Planeten gelandet wirkten Band Of Horses mit ihrem Americana-Sound und -Aussehen. Langsam, aber doch griff die gediegene Melange aus Dream-, Indie-, und Folk-Pop auf das Publikum über. Vor allem die mit Country infizierten Stücke ließen auch diejenigen mitgehen, die auf Flume warteten (und das wurden immer mehr). Ganz andere Lage beim deutschen Hip-Hop-Duo 257ers: Es staute und drängte sich auf der Green Stage. Dort zog dann RAF Camora mit seinem Song “Geschichte” seine Fans gleich zu Beginn auf seine Seite. Man feierte ausgelassen zum Autotune-Sound des Wieners aus dem “Rudolfscrime”. Neben dem Hit “Palmen aus Plastik” performte der Hip-Hop-Künstler u.a. “Killa”, “Kontrollieren” und “Ohne mein Team”. Die zeitliche Begrenzung seines Slots ignorierte er gekonnt, und drohte sogar mit Schlägen. Überzogen wurde dann aber nur einige Minuten. Ein echter Gangster eben.

Nach krankheitsbedingtem Ausfall im vergangenen Jahr haben es Jennifer Rostock heuer endlich aufs Frequency geschafft. Gewohnt tanzbar und mit ausgiebiger Einbindung des Publikums eröffneten sie ihre Show. Für Sängerin Jennifer Weist gab es on stage einige Schnäpse, für ihre Fans davor eine dynamischen Bühnenperformance und musikalisch einen Mix aus Alt und Neu. Neben Klassikern wie “Feuer” (2008) oder “Mein Mikrofon” (2011) performten die Deutschen auch “Neider machen Leute” und “Hengstin” vom aktuellen Album. Als Jennifer Weist der FPÖ dann den Song “Wir sind alle nicht von hier” widmete und das Publikum zum Urnengang im Herbst aufrief, tobt die Menge.

Apropos: Beim Auftritt vom Kraftklub war der Platz vor der Green Stage brechend voll. Obwohl bei Flume zeitgleich auf der Space Stage nicht weniger Trubel herrschte, gingen die Chemnitzer mit ihrer herzhaft-kraftvollen Kombination von Rock, Indie-Pop und deutschem Sprechgesang als kreative Sieger vom Platz. Der Electronica-DJ beschallte Tanzwütige vor der Hauptbühne mit recht biederen Sounds, eingebettet in eine blendende, aber nicht gerade kunstvolle Lichtshow. Da boten die Musiker von Kraftklub auf dem zweiten Schauplatz wesentlich mehr Interaktion. Vielleicht liegt das Geheimnis vom Kraftklub darin, dass sich die Musiker nicht überschätzen: “Diesen Hype, den kurzen Moment, an dem wir mal cool waren, den gibt’s nicht mehr, den kann man nicht wiederholen”, hatte Sänger Felix Brummer im Interview mit der APA gesagt. “Die Menschen, die uns nur damals cool fanden, suchen sowieso längst wieder den nächsten heißen Scheiß.”

(APA, Red.)



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