26. Juni 2012 06:32; Akt.: 26.06.2012 06:33

Geldprobleme bereiten Sorgen

Anlässlich der 100-Jahr-Feier des FC Lustenau war Georg Pangl (r.) zu Besuch bei Klubchef Dieter Sperger. Anlässlich der 100-Jahr-Feier des FC Lustenau war Georg Pangl (r.) zu Besuch bei Klubchef Dieter Sperger. - © VOL.AT
von VN/Christian Adam und Dieter Alge - FC Lustenau mit Gehältern im Verzug – Spieler suchen Hilfe bei der Gewerkschaft.

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Alles schien auf Schiene, als der FC Lustenau in erster Instanz die Lizenz für die kommende Saison erhielt. Schon im Vorfeld hatte Präsident Dieter Sperger gegenüber den VN bekräftigt, der Verein wäre so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht mehr. Knapp drei Wochen vor Meisterschaftsstart präsentiert sich der Traditionsklub aber als „Sorgenkind“ der Liga, wie auch BL-Vorstand Georg Pangl gegenüber den VN bestätigte. „Seitens der Spielergewerkschaft wurden mir die Zahlungsprobleme des Vereins mitgeteilt“, so Pangl. Er selbst sieht sich in dieser Sache vor allem als „Brückenbauer“, der aber nicht nur die Interessen des Vereins vertritt, sondern sehr wohl ein Gehör für die Probleme der Spieler hat. „Wir wollen keine Eskalation, aber unterm Strich müssen die Spieler zu ihrem Recht kommen.“

Bereits in der Vorwoche hat Pangl deshalb das Gespräch mit FCL-Klubchef Sperger gesucht. „Seine Erklärungen waren für mich sehr plausibel und teilweise auch gut nachvollziehbar. Wichtig ist jetzt nur, dass die Angelegenheit vereinsintern korrekt zuende gebracht wird.“

Eine Absage erteilte Pangl Gerüchten, wonach gar der LASK mit einer Wiederaufnahme in die Erste Liga spekuliert. „Die Linzer haben keine Lizenz, deshalb muss ich darüber gar keine Worte verlieren.“ Die Oberösterreicher aber wollen das Urteil des Neutralen Schiedsgerichts nicht so hinnehmen und basteln an einer Klage vor einem ordentlichen Gericht. Laut LASK-Präsident Peter-Michael Reichel ist der Klub der Meinung, der Lizenzentzug wäre willkürlich passiert.

Bewusst leise Töne

Seitens der Spielergewerkschaft VdF betont Geschäftsführer Gernot Zirngast im VN-Gespräch, dass man der „schwierigen Situation des Vereins“ durchaus einige Zeit zugeschaut hat. Allerdings könne es nicht angehen, dass Zahlungen seit April eingestellt werden. „Die Lage ist für die Spieler nicht einfach. Dem einen fehlt das Geld zum Heimfahren, dem anderen, um Urlaub zu machen. Im Gespräch mit dem Verein hat sich in den letzten Wochen einfach nichts bewegt. Deshalb haben wir ganz bewusst die Liga informiert. Aus meiner Sicht sollte endlich einmal Tachiles geredet werden.“ Nur so habe der Verein auch eine vernünftige Chance, die Kurve zu kratzen. Es sei aber nun Aufgabe der Liga, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Die Sache mit der Lizenz

Für Zirngast ist auch die Lizenzierung einmal mehr zu hinterfragen. „Aus unserer Sicht ist es unverständlich, wenn ein Klub wie der LASK den laufenden Geldverpflichtungen nachkommt, keine Lizenz erhält, der FC Lustenau aber schon. Mit dem Erhalt der Lizenz haben sie in Lustenau die Zahlungen eingestellt.“

Für die Spielergewerkschaft ist der FC Lustenau zwar nicht das einzige Sorgenkind im österreichischen Profifußball, aber die aktuellen finanziellen Probleme des Erstligaklubs geben doch Anlass zur Sorge. Auch weil seitens des Vereins Druck auf die Spieler ausgeübt wurde. Und versprochene Zahlungstermine wurden immer wieder verschoben. So ließ der Klub auch den gestrigen Tag verstreichen.



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