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Gestohlene Altarbilder aus Hallstatt wieder in OÖ

Die Werke stammen aus der Zeit um 1450 von einem unbekannten Meister Die Werke stammen aus der Zeit um 1450 von einem unbekannten Meister - © APA
Vier wertvolle Tafelbilder aus dem gotischen Altar der Pfarrkirche Hallstatt, die 1987 gestohlen wurden, sind nun wieder in Oberösterreich. Die italienische Polizei hat sie bei einer Razzia sichergestellt – in letzter Minute. Denn es war angedacht, die Werke im illegalen internationalen Kunsthandel zu verkaufen. Dann wären sie unwiederbringlich verloren gewesen.

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Die Diözese Linz präsentierte die Bilder gemeinsam mit Polizei, Bundesdenkmalamt und Pfarrgemeinderat von Hallstatt in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz. Sie stammen aus der Zeit um 1450 von einem unbekannten Meister und sind beidseitig bemalt: Öl auf Holz. Die Werke zeigen Anna und Joachim, der Legende nach die Eltern von Maria, der Mutter von Jesus. Ebenfalls abgebildet sind die Heiligen Christophorus, Wolfgang und Rupert. Letzterer ist der Schutzpatron des Salzbergbaus und der Salzarbeiter und damit untrennbar mit Hallstatt verbunden.

Die Werke waren 1987 gestohlen worden. Die Rahmen der Altarflügel wurden zerstört, um an die Bilder zu gelangen. Die große Mitteltafel mit der vielfigurigen Kreuzigung blieb zurück.

Die Diözese Linz verfügt über ein vollständiges Kunstgutinventar, in dem 130.000 Objekte mit Foto und Datenblatt erfasst sind. Dieses ermöglicht zumindest eine Identifizierung gestohlener Objekte. Auch im Kriminalfall Hallstatt wurden die Fotos wenige Tage nach der Tat der Polizei übergeben. Das brachte jetzt nach 30 Jahren den Erfolg: Den Beamten der Carabinieri des Kommandos für Kulturschutz gelang es im März, die Gemälde noch zu retten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Ferrara hatten sich auf den illegalen Kunstmarkt konzentriert. Zwei Händler waren dabei, die Werke im Ausland zu verkaufen. Sie wurden wegen Hehlerei angezeigt. Die sichergestellten Werke wurden identifiziert und nach Österreich zurückgebracht. Zu den Details der Polizeioperation halten sich die italienischen Behörden bedeckt.

Die Flügel des Altars in der Pfarrkirche waren nach dem Diebstahl durch Schwarz-Weiß-Repliken ersetzt worden. Die Gläubigen in Hallstatt haben sich zwar über die Jahrzehnte an ihren Anblick gewöhnt, wünschten sich aber die Rückkehr der Originale. Die Bilder sind nach Einschätzung von Experten für das, was sie mitgemacht haben, in relativ gutem Zustand. Eine Tafel ist völlig unversehrt. Zwei sind gerahmt, weil sie wohl bei einem Sammler in dessen Galerie montiert waren. Die beiden ungerahmten sind in etwas schlechterem Zustand. Sie weisen Blasen und Fehlstellen auf, die gefestigt und so gesichert werden müssen. Wie lange das dauert, ist vorerst nicht abschätzbar. Aber auch die Diözese will sie – diesmal besonders gesichert – wieder an ihrem alten Platz in Hallstatt anbringen und nicht in einem Depot verschwinden lassen.

Das Innenministerium verzeichnet nach einer zuletzt gleichbleibenden Zahl heuer wieder eine nicht näher bezifferte Zunahme von Kunstdiebstählen. In den vergangenen Wochen wurden in Wien sowie in den Bundesländern Niederösterreich Oberösterreich, Salzburg und Tirol besonders oft liturgische Geräte, vor allem Monstranzen und Kelche entwendet. Zur nationalen und internationalen Fahndung werden Fotos von ihnen auf der Internetseite des Bundeskriminalamtes und von Interpol veröffentlicht.

(APA)



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