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Gezielte Abtreibung in China

Gezielte Abtreibung in China
Rund 30 Millionen Männer in China werden auf Grund der gezielten Abtreibung im Jahr 2020 keine Frau finden können. Bereits seit 2005 gebe es deutlich mehr Männer als Frauen im heiratsfähigen Alter.

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Da Jungen traditionell bevorzugt und gezielt weibliche Föten abgetrieben werden, seien 2005 auf 100 Mädchen 118,58 Jungen geboren worden, berichtete die staatliche Familienplanungskommission in Peking nach Angaben der amtlichen Medien vom Freitag. In den südlichen Provinzen Guangdong und Hainan sei das Verhältnis sogar 100 zu 130.

„Die wachsenden Schwierigkeiten für Männer, eine Frau zu finden, könnten zu sozialer Instabilität führen“, warnte ein Bericht von 300 Demographen nach zweijährigen Untersuchungen. Vor allem auf dem Lande in China wollen Bauern männliche Nachkommen, weil sich diese um die Altersversorgung der Eltern kümmern, während Frauen bei der Heirat traditionell in den Haushalt der Männer und deren Eltern ziehen. Immer mehr Chinesen können sich heute Ultraschalluntersuchungen leisten, um das Geschlecht eines ungeborenen Kindes festzustellen.

„Diskriminierung gegen Frauen bleibt der Hauptgrund für Chinas wachsendes Ungleichgewicht der Geschlechter“, sagte Liu Bohong, Vizedirektorin des Instituts für Frauenstudien der staatlichen Frauenvereinigung. Mit der strengen Familienplanungspolitik in China, die in der Regel nur ein Kind erlaubt, habe das Ungleichgewicht nichts zu tun, verteidigte sie die unpopuläre Politik. „Es ist mehr das Ergebnis einer tief verwurzelten Vorstellung in der chinesischen Kultur, dass Männer den Frauen überlegen sind“, sagte Liu Bohong laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua.

Aus Rücksicht auf die traditionelle Bevorzugung von Jungen erlaubt die Familienplanungspolitik den Bauern allerdings, ein weiteres Kind zu bekommen, falls das erste ein Mädchen geworden ist. In der Altersgruppe unter 20 Jahren gab es 2004 bereits 20 Millionen mehr männliche als weibliche Chinesen. Zwar werden in der Regel weltweit mehr Jungen als Mädchen geboren, doch liegt das Ungleichgewicht sonst nur bei 104 bis 107 Jungen zu 100 Mädchen. In der Hauptstadt Peking war es in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres 109 zu 100.

Chinesische Bevölkerungsexperten fordern schon länger, die Feststellung des Geschlechts für nicht medizinische Zwecke sowie ungerechtfertigte Abtreibungen unter Strafandrohung zu stellen.



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