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Griechen ziehen vor Wahl mehr Geld von Konten ab

Die Griechen haben kurz vor der Parlamentswahl in wachsender Zahl ihre Konten geräumt und sich mit Hamsterkäufen für einen Ausstieg aus dem Euro gewappnet. Allein von den Sparkonten der größten Institute des Landes wurden jüngst pro Tag 500 bis 800 Mio. Euro abgezogen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von mehreren Bankern erfuhr.

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Bei einem Sieg der Reformgegner am Sonntag droht dem vom Ausland seit Mai 2010 über Wasser gehaltenen Euro-Mitglied die Pleite und womöglich die Rückkehr zur ungeliebten Drachme. Auch die Banken in Deutschland rüsten sich für den Ernstfall – den ersten Austritt eines Landes aus der Euro-Zone.

“Die Menschen schreckt die Aussicht auf eine Rückkehr der Drachme”, sagte der Chef des Einzelhandelsverbandes, Vassilis Korkidis, in Athen. Hamsterkäufe seien aber nicht die Lösung. “Man darf nicht in Panik verfallen. Wenn man den Kasten mit Lebensmitteln füllt, entgeht man der Krise dennoch nicht.” Die nervöse Stimmung in der Bevölkerung wurde von Gerüchten angeheizt, die radikale Linke unter ihrem charismatischen Anführer Alexis Tsipras werde die Wahl klar gewinnen und die über Jahrzehnte als Weichwährung verrufene Drachme stehe vor einem Comeback.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht auch für den Fall eines Wahlsieges der Spargegner in Griechenland keine Gefahr für den Euro. Auf eine entsprechende Frage antwortete der Minister dem Magazin “Stern”: “Das glaube ich nicht.” An der Notwendigkeit, harte Maßnahmen zur Sanierung des Landes zu ergreifen, ändere das Wahlergebnis ohnehin nichts. Ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Währungsraum sei kaum möglich.

Die langjährige Zitterpartie um den Euro-Wackelkandidaten Griechenland hat bei den Banken des südeuropäischen Landes zu einem dramatischen Aderlass geführt: Nach Daten der Zentralbank schmolzen allein im vorigen Jahr 17 Prozent der Einlagen ab. In den vergangenen Tagen hätten auch Kunden bei kleineren Banken ihre Konten geplündert, hieß es in Bankenkreisen. Zwischen zehn und 30 Mio. Euro seien dabei täglich auch bei den kleineren Instituten abgehoben worden.



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