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Griechenland gegen Deutschland auf nächste Sensation aus

Es werden Erinnerungen an 2004 wach. Es werden Erinnerungen an 2004 wach. - © EPA
Griechenlands “Krieger” sind im emotional geladenen Fußball-EM-Viertelfinale gegen Deutschland auf die nächste Sensation aus. Als klarer Außenseiter hat der Sensationssieger von 2004 am Freitagabend (20.45 Uhr) nichts zu verlieren.

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Für Deutschland ist das Ziel vor der Partie in Danzig (Gdansk) hingegen klar abgesteckt. Erst wollen die selbst ernannten Titelanwärter mit einer Überfall-Taktik das griechische Bollwerk knacken. Dann lockt im Halbfinale ein Fußball-Klassiker gegen England oder Italien.

Nach dem Durchmarsch mit drei Siegen in der Gruppenphase ist das Selbstvertrauen der Deutschen groß. “Uns in die Knie zwingen, das werden die Griechen definitiv nicht schaffen”, erklärte Sami Khedira. Der Profi von Real Madrid schickte aber mit Blick auf den von Fans und Spielern zugleich erwarteten Halbfinaleinzug auch eine Warnung aus: “Wir müssen hochkonzentriert sein und dürfen nicht schon einen Schritt weiterdenken. Das ist die große Gefahr.”

Klose statt Gomez

Sturm-Überraschung für die Griechen: DFB-Coach Joachim Löw setzt Freitagabend laut „Bild“ auf die Dienste von Miroslav Klose. Der Lazio-Knipser verdrängt Mario Gomez auf die Bank. Löws möglicher Hintergedanke: Klose ist spielerisch stärker als Brecher Gomez. Der 34-Jährige soll so eine größere Gefahr für die tief stehenden Hellenen sein – auch der bisher viel kritisierte Mesut Özil könnte von Klose als Anspielpartner in der Spitze profitieren.

Defensive ist Trumpf

Dass Überheblichkeit bestraft wird, hat Griechenland bereits beim 1:0 gegen Russland bewiesen. Auch gegen Deutschland wird die Mannschaft des portugiesischen Trainer Fernando Santos ihrem Charakter treubleiben. Das Adjektiv unbequem darf dabei mit Sicherheit verwendet werden. Defensive ist Trumpf bei den Griechen, vorne soll wenn nötig auch ein wenig Glück helfen. Dass der Zweite der Gruppe A bisher nicht allzu viele Chancen ungenutzt ließ, ist auch den Deutschen klar. “Sie hatten drei oder vier Chancen im gesamten Turnier und haben davon drei verwertet. So gesehen sind sie die Meister der Effizienz”, erkannte Khedira.

Bei Deutschland ist Geduld plus der nötige Mut zum Risiko gefragt. Bisher lag Joachim Löw bei der deutschen Titelmission mit seinem Personal- und Taktik-Puzzle goldrichtig. Die Mischung aus schnellem Offensivfußball und konsequenter Arbeit nach hinten in allen Mannschaftteilen will der akribisch planende Bundestrainer nicht ändern, “damit man gewappnet ist und nicht im Hurra-Stil nach vorne läuft”. Denn genau darauf wartet der Gegner, den Löw als “Herausforderung” bezeichnete.

Boateng wieder im Einsatz

Wieder bauen kann Löw auf den zuletzt gesperrten Rechtsverteidiger Jerome Boateng. Bei Griechenland fehlt mit Kapitän und Antreiber Giorgios Karagounis (Löw: “Für die Griechen ein schmerzhafte Ausfall”) hingegen der vielleicht wichtigste Mann aufgrund einer Gelb-Sperre. Auch deshalb hatten die aktuell bei 14 Pflichtspielsiegen in Serie haltenden Deutschen überhaupt keine Chance, den Kontrahenten starkzureden.

Dass sie von vielen Beobachtern geradezu belächelt werden, kommt den stolzen Griechen ohnedies gelegen. “Wir haben unser Ziel erreicht und nichts mehr zu verlieren. Das ist eine komfortable Situation”, meinte der bei Schalke 04 unter Vertrag stehende Kyriakos Papadopoulos. Er könne den griechischen Fans aber eines versprechen: “Wir werden kämpfen, kämpfen, kämpfen.” Eine Meinung, die alle griechischen Akteure selbstbewusst vor sich hertrugen.

“Krieger bereit zu kämpfen”

“Wenn sie in unsere Kabine kommen, finden sie 22 Krieger, bereit zu kämpfen”, lautete die Kampfansage von Flügelspieler Dimitrios Salpingidis. Und der bereits 2004 als Europameister gekürte Kostas Katsouranis ergänzte: “In diesem Team opfert sich jeder für den anderen.” Auf die politische Brisanz des Duells wollten sowohl Griechen als auch Deutsche nicht näher eingehen. Sport sei Sport und Politik Politik lautete das Motto auf beiden Seiten. Dass Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in der Arena Gdansk von einigen griechischen Fans nicht freundlich empfangen wird, wird sich aber wohl nicht vermeiden lassen.

Die direkte Bilanz spricht vor der Partie am Freitag jedenfalls klar für Deutschland. In den bisher acht Partien gab es für die DFB-Auswahlen fünf Siege und drei Unentschieden, zuletzt gewann man in der WM-Qualifikation im Jahr 2001 in Athen 4:2.

(APA)



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