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Habichtskäuze kehren zurück: Webcam-Blick in den Nistkasten

Ein junger Habichtskauz auf Entdeckungsreise. Ein junger Habichtskauz auf Entdeckungsreise. - © Richard Zink / www.habichtskauz.at
Er ist in Österreich ausgestorben: der Habichtskauz. Seit 2009 bemühen sich Wissenschafter, den Eulenvogel wieder hierzulande anzusiedeln. Seine Rückkehr kann man nun quasi live mitverfolgen: Ein Nistkasten wurde mit einer Webcam ausgestattet, die rund um die Uhr die Aktivitäten dokumentiert.

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In den nächsten Wochen wird diese Reality-Show besonders spannend: das Habichtskauz-Weibchen bebrütet gerade drei Eier.

Warum Habichtskäuze ausgestorben sind

Die letzten Habichtskäuze (Strix uralensis) sind Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreich verschwunden. Den Vögeln kam ihr bevorzugter Lebensraums abhanden: naturnahe Buchenmischwälder mit großen, alten Bäumen, wo sie in Baumhöhlen brüten. Zudem wurden sie wegen ihres ungewöhnlich vertrauten Verhaltens gegenüber Menschen häufig abgeschossen.

Das Wiederansiedlungsprojekt des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde nun bis 2018 verlängert, gab der verantwortliche Wissenschafter, Richard Zink, bekannt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen der ländlichen Entwicklung von der EU, dem Land Niederösterreich und der Stadt Wien.

Seit 2009 Nachzucht-Bemühungen

Seit 2009 wurden rund 220 nachgezüchtete Jungkäuze im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein freigelassen. Sie stammen von Brutpaaren aus Österreich und dem benachbarten Ausland. Die Aktivitäten eines dieser Brutpaare, “Frieda” und “Archimedes”, kann man nun via Webcam im Nistkasten rund um die Uhr verfolgen. “Frieda” hat am 8., 11. und 13. März jeweils ein Ei gelegt, “durchschnittlich dauert es rund 30 Tage, bis die Küken schlüpfen”, sagte Zink zur APA.

Zusätzlich zu dieser Möglichkeit der Beobachtung haben die Wissenschafter nun auch einen “Lauschangriff” auf die Habichtskäuze gestartet. Insgesamt sieben “Voice Recorder” wurden im Wienerwald aufgehängt, um sämtliche Geräusche in den Morgen- und Abendstunden aufzuzeichnen.

Im Freiland, wo die Wissenschafter zahlreiche Nistkästen aufgehängt haben, sind seit den ersten Freilassungen bereits 61 Jungvögel geschlüpft. Diese sind teilweise schon wieder Brutvögel, sagte der Biologe.

Herausforderung für die Wissenschafter

Noch sind die Wissenschafter nicht am Ziel, die Populationen in den beiden Freilassungsgebieten zu einer kritischen Größe anwachsen zu lassen, “wir sind vielleicht auf halben Weg dorthin”, sagte Zink, der auf relativ hohe Ausfälle bei dieser Vogelart verweist. Mit ein Grund dafür ist das natürlicherweise stark schwankende Nahrungsangebot an Mäusen. Deren Populationsgröße hängt wiederum speziell von der Samenproduktion von Bäumen wie Rotbuche, Eiche oder Fichte ab.

“Im vergangenen Jahr gab es etwa eine sehr gute Fichtenmast”, so Zink. Davon hätten aber aufgrund der Waldzusammensetzung nur die Habichtskäuze im Wildnisgebiet Dürrenstein profitieren können. Im Wienerwald dagegen dominiert die Rotbuche, und die habe bereits das zweite Jahr in Folge keine Früchte produziert. Das sei nicht ungewöhnlich und die Vögel könnten dies üblicherweise ganz gut kompensieren. Um die derzeit noch junge, verletzliche, kleine Population zu stabilisieren, müssten aber auch in den kommenden Jahren weitere Freilassungen erfolgen.

Zur Webcam im Habichtskauz-Nistkasten geht es hier.

(apa/red)



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