Akt.:

Hai in Wien “beamtshandelt”: Anti-Verhüllungsgesetz sorgt für internationalen Spott

Weil er als Haifisch bei der Eröffnung eines McSharks in Wien verkleidet war, wurde der Mann beamtshandelt. Weil er als Haifisch bei der Eröffnung eines McSharks in Wien verkleidet war, wurde der Mann beamtshandelt. - © APA
Wegen des neuen “Anti-Verhüllungsgesetzes” wurde ein zu Werbezwecken als Haifisch verkleiderter Mann bei der Eröffnung eines McShark-Geschäfts in Wien “beamtshandelt” – dieser Fall sorgt international für Aufsehen und beißenden Spott.

Korrektur melden

Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann (36) twitterte vergnügt: “HA HA HA, ÖSTERREICH! HA HA HA.” Der TV-Moderator hatte im Vorjahr wegen eines Schmähgedichts über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für diplomatische Spannungen zwischen Ankara und Berlin gesorgt. Ein bilaterales Zerwürfnis zwischen Österreich und Deutschland ist trotz seiner Twitter-Lachsalve aber wohl nicht zu erwarten.

“Funny Joke?”

“Funny Joke?”, amüsierte sich auch das staatliche russische Nachrichtenportal “Sputnik” auf seiner englischsprachigen Website. Unter dem Titel “Meet the First Victims of Austria’s Anti-Hijab Law” wurde dann belustigt berichtet, dass bereits am ersten Tag des “Burka-Verbots” drei Clowns angezeigt und 46 weitere (u.a. mit Pappnasen bestückte) Personen abgemahnt wurden – bei dem aus Protest gegen das “Burka-Verbot” organisierten “Traditionellen Clownspaziergang” vor dem Parlament.

Aber auch britische Medien wie die renommierte Radio- und Fernsehanstalt “BBC” oder die Tageszeitung “Daily Mail” war der Polizeieinsatz gegen den “Hai” in der Wiener Innenstadt Schlagzeilen wert. “Daily Mail” ging etwas genauer auf die Hintergründe ein und zitierte auch Außenminister und ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz mit den lapidaren Worten: “The immigration seen in recent years is changing our country not in a positive but in a negative way.”

Selbst die hochseriöse “Washington Post” in den USA kam am gestrigen Montag angesichts der diversen Vorfalle zum Schluss, dass das neue Anti-Burka-Gesetz im fernen Austria nicht ganz so greife, wie es ursprünglich intendiert war: “Austria’s new anti-burqa law isn’t quite working as intended.” Als Beispiel führte die “Post” an, dass nicht nur konservativ verhüllte Musliminnen mit Anzeigen rechnen müssten, sondern auch gegen Wind und Wetter mit Schal oder großem Halstuch bewehrte Radfahrer.

Internationaler Spott über “Austria’s Anti-Hijab Law”

In manchen Medien wurde auch die Aktion des Geschäftsmannes Rachid Nekkaz erwähnt, der alle Strafen nach dem österreichischen “Burka-Verbot” bezahlen will. Kurz hatte dazu bereits am Montag erklärt: “Wir lassen uns nicht beirren und werden dem Druck eines algerischen Millionärs sicher nicht nachgeben.” Die Vollverschleierung sei ein Symbol der Gegengesellschaft und des politischen Islamismus. “Wir stehen zu unseren europäischen Werten, wie der Gleichstellung von Mann und Frau. Diese werden wir weiterhin unbeirrt verteidigen.”

Die spanische Nachrichtenagentur EFE hatte ihre Analyse schon Ende September parat gehabt: “Austria prohibe el burka en medio del populismo contra inmigración musulmana”, hieß es dort durchaus ernst und kritisch. Also: “Österreich verbietet die Burka im Zuge des Populismus gegen die muslimische Immigration.”

Hintergrund der Polizeieinsätze ist folgender: Das “Burkaverbot” gilt nicht nur dem konservativ-islamischen Gesichtsschleier. Weil ein gezieltes Verbot eines bestimmten religiösen Symbols rechtlich problematisch gewesen wäre, hat die Koalition nämlich allgemein die Verhüllung des Gesichts in der Öffentlichkeit untersagt. Dieses “Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz” gilt seit 1. Oktober. Wer dagegen verstößt, riskiert bis zu 150 Euro Strafe.

Kernsatz des Gesetzes ist das “Verhüllungsverbot”: “Wer an öffentlichen Orten oder in öffentlichen Gebäuden seine Gesichtszüge durch Kleidung oder andere Gegenstände in einer Weise verhüllt oder verbirgt, dass sie nicht mehr erkennbar sind, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist mit einer Geldstrafe bis zu 150 Euro zu bestrafen.” Als öffentliche Orte oder Gebäude gelten u.a. auch öffentliche Verkehrsmittel. Dort muss das Gesicht künftig vom Kinn bis zum Haaransatz erkennbar bleiben.

(APA/Red)



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
Weltlängste Unterwasserhöhle in Mexiko nachgewiesen
Forscher haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan die mit knapp 350 Kilometern längste Unterwasserhöhle der Welt [...] mehr »
Hindu-Gemeinde in Bremen prüfte Bauplatz für Tempel mit Kuh
Mit Hilfe der Milchkuh "Madel" hat die Hindu-Gemeinde in Bremen am Mittwoch den Bauplatz für einen neuen Tempel [...] mehr »
Skurrile Werbeaktion: IKEA bittet Frauen auf das Prospekt zu pinkeln
Bei all der Werbung, die uns umgibt, müssen die Firmen immer kreativer werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. IKEA setzt [...] mehr »
Polizeirazzien bei Lactalis wegen Salmonellen in Babymilch
Die französische Polizei hat am Mittwoch laut Insider der Pariser Staatsanwaltschaft mehrere Standorte des [...] mehr »
Zehntausende flohen vor Lava von philippinischem Vulkan
Der Ausbruch des aktivsten Vulkans auf den Philippinen hat mehr als 34.000 Menschen in die Flucht getrieben. Am [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

„Knight Rider“: Das wurde aus den Darstellern

Lugner bringt Melanie Griffith mit zum Opernball!

Kim Kardashian: Leihmutter brachte drittes Baby zur Welt

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung