25. Juli 2012 17:02; Akt.: 26.07.2012 09:10

Hasta La Vista – Trailer und Kritik zum Film

Hasta La Vista – Trailer und Kritik zum Film
Junge Männer, die den Mädchen hinterherhecheln, gibt es im Kino dutzendfach. Derart liebevoll wie in der belgischen Tragikomödie “Hasta la Vista” aber wurden sie nur selten in einem Spielfilm gezeigt.

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Erzählt wird eine ebenso spritzige wie anrührende Geschichte um drei Behinderte, die nach dem berühmt-berüchtigten ersten Mal gieren und schließlich sehr viel mehr als den Spaß am Sex entdecken.

Berlin. Philip (Robrecht Vanden Thoren) ist vom Hals an abwärts gelähmt, Jozef (Tom Audenaert) blind und Lars (Gilles de Schryver) nach einer überstandenen Krebserkrankung an den Rollstuhl gebunden. Als die drei Über-Zwanzigjährigen von einem Bordell in Spanien erfahren, das auf behinderte Kunden spezialisiert sein soll, machen sie sich auf den Weg. Doch die Reise konfrontiert sie mit sehr viel mehr Hindernissen, als sich das Trio vorab auch nur vorstellen kann.

Die auf Tatsachen beruhende Story klingt in Stichworten nach Klischees, Schmuddelwitz und Oberflächlichkeit. Doch Regisseur Geoffrey Enthoven und sein gut aufgelegtes Darstellerteam lassen den gängigen Fäkalwitz links liegen und segeln ohne Abstürze auf den Höhen intelligenten Humors voller Herzenswärme. Nie lacht das Publikum über die Protagonisten, sondern stets mit ihnen.

Gelegentlich bleibt dem Publikum das Lachen im Halse stecken. Die starken Sprüche etwa, mit denen die Behinderten sich selbst ironisch aufs Korn nehmen, wollen erst einmal verdaut werden. Durch sie und durch einige deutliche Szenen zum Thema aber wird jede drohende Sentimentalität umschifft. Gerade die drastische Sprache und die schonungslose Darstellung von zum Beispiel körperlichen Schwierigkeiten geben dem Film eine staunenswerte Authentizität. Der Spaß und die Spannung werden davon jedoch nicht beeinträchtigt.

“Hasta la Vista” setzt die nun schon beachtlich lange Serie von Spielfilmen über den Alltag von Behinderten mit Witz, Charme und Einfallsreichtum fort. Wie im deutschen Kinohit “Vincent will Meer” oder zuletzt im französischen Welterfolg “Ziemlich beste Freunde” steht auch hier das Nachdenken über Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und der Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt. Über den Spaß hinaus kann also auch dieser Film einiges zum unverkrampften Miteinander von Behinderten und Nicht-Behinderten beitragen.

(APA)



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