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Hirscher holte RTL-Silber hinter Ligety

Guter erster Lauf für Marcel Hirscher Guter erster Lauf für Marcel Hirscher
Nur “Hausherr” Ted Ligety hat am Freitag die dritte Goldmedaille für Marcel Hirscher bei der Ski-WM in Beaver Creek vereitelt. Während der US-Titelverteidiger im Riesentorlauf dank Bestzeit von Platz fünf noch zum ersten US-Gold bei den Titelkämpfen 2015 stürmte, holte der Halbzeit-Leader aus Österreich mit 0,45 Sek. Rückstand Silber. Bronze ging an den Franzosen Alexis Pinturault.

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Bis zur letzten Zwischenzeit des Riesentorlaufs lag Hirscher als letzter Starter sogar auf Goldkurs. Doch beim letzten Übergang vor dem Ziel verlor der 25-jährige Salzburger, der mit 0,24 Sekunden Vorsprung auf Ligety in die Entscheidung gegangen war, die entscheidenden Zehntel auf den Amerikaner, der bei erneut strahlendem Sonnenschein eine klare Bestzeit in die bereits weiche Piste gezaubert hatte. Hirscher kam auf die drittbeste Zeit und musste sich wie vor zwei Jahren in Schladming mit Platz zwei hinter Ligety begnügen.

Hirscher war aber ein höchst zufriedener Zweiter. “Ich habe alles rausgeholt. Das war ein hundertprozentiges Maximum, mehr geht nicht mehr”, machte der Salzburger klar, dass er sich nichts vorzuwerfen habe. “Ich bin voll zufrieden”, sagte Hirscher, der im neunten WM-Bewerb für die neunte ÖSV-Medaille sorgte und vor dem abschließenden Slalom wie Landsfrau Anna Fenninger bei zwei Goldenen und einer Silbernen hält.

Ligety sei ein mehr als würdiger Weltmeister, sagte Hirscher über seinen großen Konkurrenten, der nach 2011, 2013 nun auch 2015 triumphierte und damit der erste überhaupt ist, der drei Mal in Folge Riesentorlauf Weltmeister geworden ist. Außerdem ist er Olympiasieger von 2014. Drei Mal in der gleichen Disziplin Weltmeister zu werden, haben vor ihm nur Christel Cranz (Slalom und Kombi), Marielle Goitschel (Kombi), Ingemar Stenmark (Slalom), Erika Hess (Kombi) und Kjetil Andre Aamodt (Kombi) geschafft.

Hirscher hatte sich allerdings berechtigte Hoffnungen gemacht, nachdem er in den vergangen Jahren fast alles in den “Riesen” investiert und damit erfolgreich geblieben war. Vier der fünf Weltcup-Riesenslaloms vor der WM hatte er gewonnen, nur jenen in Beaver Creek nicht.

Dort hatte Ligety seinen bis Freitag einzigen Saisonsieg geholt und mit dem insgesamt bereits fünften Sieg dort klar gemacht, dass die Birds of Prey sein “Wohnzimmer” ist. Beim Goldlauf am Freitag wählte er auf der bereits weichen Piste eine etwas rundere Linie als Hirscher und blieb erneut damit erfolgreich. Er hat auf seinem Hausberg nun bereits sechs Mal gewonnen, fünf Mal davon in Folge.

Hirscher hatte sich die Ligety-Bestzeit an den Start funken lassen. “Ich wollte wissen, wie viel Risiko ich in Kauf nehmen muss”, erklärte er später. “Ich habe alles versucht, am Schluss über den Zielsprung hat es mir aber ein paar km/h weggezupft.”

Bei drei Medaillen in drei Bewerben dürfe man aber nicht “sudern”, betonte Hirscher. “Mein Lauf war nicht zwider. Aber Ted hat einen Superlauf gehabt, mein Tipp ist damit aufgegangen”, sagte der Salzburger, der sich voll ausgegeben hatte. “Es ist total anstrengend hier. Jetzt muss ich schauen, dass ich für Sonntag wieder auf den Füßen stehe. Ich habe hier nichts mehr zu verlieren”, sagte er mit Blick auf den abschließenden Slalom.

Ligety war außer sich, dass er ausgerechnet bei der WM wieder ganz oben gelandet war und im drittletzten Rennen dem Gastgeberland endlich das erste Gold beschert hatte. “Es ist wunderbar, zuhause vor allen Freunden und der Familie zu fahren. Das ist einer meiner emotionalsten Siege”, sagte der 30-Jährige. Nervosität habe er nicht verspürt. “Daheim zu fahren, inspiriert mich.”

Nach dem ersten Durchgang hatte es noch nicht zwingend nach einem Ligety-Triumph ausgesehen. Da lag der Amerikaner nur auf Platz fünf, allerdings nur 0,24 Sekunden hinter dem vor dem italienischen Überraschungsmann Rioberto Nani sowie dem Deutschen Felix Neureuther führenden Hirscher.

Nur zwei Österreicher schafften es in die Entscheidung, neben Hirscher war das noch Philipp Schörghofer auf Platz acht. Benjamin Raich und Christoph Nösig blieben hingegen schon in Teil eins auf der Strecke. Weil die ersten elf innerhalb einer Sekunde und der sechstplatzierte Matts Olsson nicht einmal eine halbe Sekunde hinter Hirscher lag, war ein spannendes Finale gewiss.

Schörghofer fixierte dort mit Platz zehn zwar sein bestes Saisonergebnis, konnte sich aber nicht verbessern. Olsson eröffnete bei zehn Grad Plus den Medaillenkampf der letzten sechs mit Bestzeit, danach sprengte Ligety auf “seinem” Berg aber alle Dimensionen und erzielte überlegene Bestzeit.

Als der viertplatzierte Pinturault schon bei der zweiten Zwischenzeit ebenso geschlagen war wie Neureuther und Nani, lief wieder alles auf den erwarteten Riesentorlauf-Zweikampf zwischen Ligety und Hirscher hinaus. Der Salzburger gab alles, Ligety war aber nicht mehr zu holen.

“Es war ein Super-Rennen von Marcel”, stellte sich ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel als einer der ersten Gratulanten ein. “Es waren ja nicht seine Verhältnisse, sondern die von Ligety. Da trotzdem Silber zu holen, ist großartig.” Mit neun Medaillen haben die ÖSV-Alpinen Schröcksnadels Maximal-Erwartungen (8) bereits übertroffen. “Sie haben sich alle super verkauft, keiner ist auf Platz gefahren”, so der Tiroler der hofft. “Ein, zwei Medaillen sind noch drin.”



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