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I: Mord nach 400 Jahren geklärt

Mehr als 400 Jahre nach dem Tod des toskanischen Großherzogs Francesco de’Medici und seiner Frau Bianca Cappello steht offenbar fest: Es war Mord.

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Schon seit langem bestand der Verdacht, das mächtige Paar sei 1587 nicht wie behauptet an Malaria, sondern an einer Vergiftung gestorben. Den Beweis erbrachten jetzt italienische Wissenschaftler der Universität Florenz: Bei einer Untersuchung der Leber Francescos entdeckten die Medizinhistoriker Arsen.

„Die Symptome entsprachen denen einer Arsenvergiftung“, erklärt Donatella Lippi, Mitautorin einer Studie von Forensikern und Toxikologen zum Tod Francescos, die Ende Dezember im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde. „Das war eine tödliche Dosis.“ Gemeinsam mit drei weiteren Wissenschaftern untersuchte Lippi Barthaare und andere sterbliche Überreste Francescos aus dessen Gruft rund 20 Kilometer westlich von Florenz. Die Analyse der Barthaare blieb ohne klares Ergebnis, doch in der Leber entdeckten die Forscher einen Arsengehalt, der deutlich über den bei Menschen üblichen Werten lag.

Die Medici gehörten im 15. und 16. Jahrhundert zu den einflussreichsten Familien der Region. Francesco de’Medici regierte die Toskana von 1574 bis zu seinem plötzlichen Tod am 17. Oktober 1587. Seine zweite Frau Bianca Cappello starb nur wenige Stunden später. Unter Mordverdacht steht vor allem Francescos Bruder Kardinal Ferdinand de’Medici, der nach dessen Tod die Nachfolge als Großherzog antrat.

Er war es, der etwa die sofortige Autopsie der Verstorbenen anordnete – eine ungewöhnliche Maßnahme, mit der Experten zufolge möglicherweise Hinweise auf eine Vergiftung vertuscht werden sollten. Zudem hatte Ferdinand in Briefen an den Heiligen Stuhl die Erkrankung Francescos heruntergespielt, während dieser im Sterben lag. Obwohl Ferdinands Täterschaft nicht bewiesen ist, war er die einzige Person mit einem echten Motiv.

Dennoch ist es überraschend, dass gerade Francesco an einem Gift gestorben sein soll: Er hatte selbst ein Interesse an Chemie und Alchimie und stand im Verdacht, seine erste Frau vergiftet zu haben. Angelo Moretto, Toxikologe am Internationalen Zentrum für Pestizide in Milano, hat Zweifel. „Hier werden ziemlich schwere Anschuldigungen erhoben“, sagte er. „Ich wäre damit etwas zurückhaltender gewesen.“



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